(C) Pese 2004 2005 2006 2007 2008
1. Kalte Fusion. lange Abhandlung Ja / Nein Betrug / Unterdrückt ..
2. Leuchtstofflampen. Energiesparlampen. Brennspannungen techn. Daten Liste
3. Nernst Lampe. Eine (Leuchtstoff)Lampe die vor über 100 Jahren die Hälte Strom
in Relation zu Glühlampe verbrauchte. Deutsches Patent (Nernst) Aber...
zu Aluminium noch folgendes Gefunden.
Um 1960 wurde in China ein Grab von 220vCHR gefunden
welches Guertelschnallen aus Auluminium enthielt.
5% Mangan 10% Kupfer 85% Aluminium. Bilder a.Anfr.
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gesendet 0806
Der Kampf gegen die kalte Fusion
Haiko Lietz 03.06.2004
Teil 4: Was wäre, wenn sich jeder selber mit Energie versorgen könnte?
Die derzeit hohen Benzinpreise lassen uns spüren, wie sehr unsere Lebensweise von der Verbrennung fossiler Brennstoffe abhängt. Der Kinofilm The Day After Tomorrow (Supersturm mit frostiger Botschaft) führt uns vor Augen, welchen Preis wir oder unsere Kinder im schlimmsten Fall für unseren unnatürlichen Energiedurst zahlen müssen. In Teil 1 (Kalte Fusion wieder heiß) dieser Telepolis-Reihe wurde berichtet, dass Wissenschaftler 1989 eine Entdeckung bekannt machten, von der sie meinten, dass sie die Lösung unseres Energieproblems sein könnte: kalte Fusion. In Teil 2 (Die unerzählte Geschichte der kalten Fusion) wurde berichtet, dass zahlreiche Forscher die Entdeckung reproduziert haben und dafür von den Meinungsführern unserer Gesellschaft diskreditiert worden sind. In Teil 3 (Zur Theorie der kalten Fusion) wurde geschildert, dass Aussagen, kalte Fusion sei theoretisch unmöglich, wissenschaftlich nicht haltbar sind. Dieser Teil ist eine Episode zur Forschungspolitik. Die kalte Fusion ist von Teilen der Politik und der Wissenschaft aktiv bekämpft worden. Die Gründe dafür haben etwas damit zu tun, dass ein Kubikkilometer Meerwasser so viel Brennstoff enthält, wie in den gesamten bekannten Ölreserven schlummert, und dass nach Wunsch der Politik die heiße Fusion die Energiequelle der Zukunft sein soll.
Als im März 1989 auf der ganzen Welt der Startschuss fiel, die kalte Fusion zu reproduzieren, entschied sich auch das Electric Power Research Institute (EPRI) diese Forschung zu fördern. Das nichtkommerzielle Konsortium finanziert Forschung zur Energieerzeugung und -verteilung. Bestehende Förderbudgets des Stanford Research Institute und der Texas A&M University wurden unmittelbar zu Gunsten der kalten Fusion umgeschichtet. Texas A&M war für die Aufgabe überaus geeignet. Sie unterhielt 1989 nicht nur ein Zentrum für elektrochemische Systeme und Wasserstoff-Forschung und drei elektrochemische Arbeitsgruppen, sondern auch einen Teilchenbeschleuniger und ein Thermodynamisches Forschungszentrum. Ganze 90 Forscher waren 1989 an A&M in der Elektrochemie tätig, und EPRI beauftragte alle Arbeitsgruppen mit dem Versuch, die kalte Fusion zu reproduzieren.[1]
Die Gruppe von Prof. John O'M Bockris berichtete noch im selben Jahr von einer erfolgreichen Reproduktion, die sich durch große Mengen des Fusionsprodukts Tritium geäußert habe. Der Journalist Gary Taubes veröffentlichte daraufhin im Juni 1990 im Fachjournal Science einen Artikel, in dem er einen jungen Forscher aus Bockris' Team beschuldigte, Ergebnisse manipuliert zu haben. Der Doktorand Nigel Packham habe Tritium beigefügt, um seine Dissertation zu etwas ganz Besonderem zu machen. Vor dem Science-Artikel hatte Taubes bereits versucht, Packham zu einem Geständnis zu bewegen, indem er blöffte, ihn am nächsten Tag in der New York Times bloßzustellen. Die Anschuldigung war nie durch irgendein Experiment belegt. Hauptquelle war der A&M-Forscher Prof. Kevin Wolf.[2]
Bockris schreibt rückblickend, Wolf habe heimlich Experimentalflüssigkeiten, die bereits ein halbes Jahr eingelagert gewesen seien, auf schweren Wasserstoff analysiert, welchen gefunden, und somit gemeint, Taubes Vermutung stützen zu können. Der zugrunde liegenden Vermutung widersprach zunächst der EPRI-Programm-Manager und später das Ergebnis eines Experiments[3] , das Science aber nicht veröffentlichen wollte. Bockris wurde auch erst mit Verzögerung ein Leserbrief zugestanden, in dem er dann aber 26 weitere Labore zitierte, die ebenfalls Tritium gefunden hätten.[4] Auch Bockris bekam Probleme. Seine wissenschaftliche Integrität war Gegenstand zweier Untersuchungen seiner Universität, welche zeitweise überlegte, ihn zu entlassen. Am Ende wurde er von sämtlichen Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens freigesprochen, und er hat auch seine Auszeichnung behalten, nicht aber seinen vorher exzellenten Ruf. Bockris, Autor mehrerer Standardwerke zur Elektrochemie, hatte das Pech, die falschen Experimente gemacht zu haben.[5]
1992 berichtete Bockris' Team als erstes von der Messung des Fusionsproduktes Helium. 1994 wurde über die Transmutation (Umwandlung) von Kohlenstoff in Eisen berichtetet und 1995 habe man entdeckt, "dass viele neue Elemente in Palladium entstehen, wenn man damit über mehrere Wochen Wasserstoff elektrolysiert."[6] Interessanterweise erhielt auch Professor Wolf 1992 Hinweise auf neu entstandene Elemente. Wolfs Team maß in einem einzelnen Elektrolyse-Experiment die Entstehung von Silikon, Eisen, Kupfer, Zink und Gold, konnte dieses aber nie wiederholen. Dr. Tom Passell, der EPRI-Programm-Manager, bei dem Wolf Bockris zuvor für die Manipulation von Tritium-Messungen angeschwärzt hatte, veröffentlichte Wolfs Ergebnisse 1995.[7]
Überstürzte Experimente
So lange hat der Untersuchungsausschuss des US-Energieministeriums (ERAB), ins Leben gerufen vom damaligen Präsidenten George Bush senior, nie gewartet. Im Abschlussbericht vom November 1989 sind dennoch bereits fünf Forschungsgruppen aufgeführt, die Hinweise auf kalte Fusion in Form von Überschusswärme veröffentlicht haben: neben der ursprünglichen Gruppe von der University of Utah[8] und den beiden A&M-Gruppen[9] noch jeweils eine von der Stanford University[10] und der University of Minnesota[11] , deren Arbeit letztendlich vom Fachblatt Nature zur Veröffentlichung aber abgelehnt worden ist.
Dem gegenüber werden 13 Gruppen genannt, die in ihren Veröffentlichungen nicht von Überschusswärme oder Fusionsprodukten berichteten. Vier Experimente haben aufgrund des hervorragenden Rufs der ausführenden Labore besonders zum ablehnenden Fazit des Untersuchungsberichts und generell zur Ablehnung der kalten Fusion beigetragen: das des California Institute of Technology (CalTech)[12] , des britischen Harwell Laboratory[13] , beide veröffentlicht in Nature, das des Massachusetts Institute of Technology (MIT)[14] und des Naval Weapons Center[15] der US Navy.
Kurz nach Veröffentlichung des ERAB-Berichts an die Regierung und nachdem sich Wissenschaft wie Öffentlichkeit eine (ablehnende) Meinung gebildet hatte, nahm der Lauf der Dinge erneut eine Wendung. Auch vom Navy-Labor kam nun eine Bestätigung anomaler Überschusswärme in kalten Fusions-Experimenten. Erst Palladium-Kathoden, die das Labor im September 1989 erhalten hatte, brachten die Bestätigung der Wärmeproduktion und der Entstehung des Fusionsproduktes Helium-4.[16] Diese neuen Ergebnisse hatten es nicht mehr in den ERAB-Bericht geschafft. In ihrem Abschlussbericht von 1996 berichtet die Navy von einem anomalen Leistungsgewinn bei 28 von 94 Experimenten. Bestätigt wurde auch der Zusammenhang zwischen der Entstehung von Überschusswärme und Helium-4.[17]
Bestätigung der kalten Fusion durch zehn Jahre Forschugn der US Navy
Die Forschung bei der Navy ging weiter. Im Februar 2002 erschien der technische Bericht 1862.[18] Ein gutes Jahr später griff der New Scientist den Bericht auf und schrieb, nach mehr als 200 Experimenten, durchgeführt während zehn Jahren in verschiedenen Labors der Navy, seien manche Forscher bereit, Ereignisse zu bezeugen, die nicht nur zeigten, dass kalte Fusion real sei, sondern auch, dass sie nicht anders erklärt werden könne. "Mir war ein bisschen unwohl dabei, meinen Unterschrift [unter den Bericht] zu setzen", gab Dr. Frank Gordon, Direktor des Navigation and Applied Sciences Department in San Diego, dem New Scientist gegenüber zu. "Doch unsere Daten sind so, wie sie sind, und wir stehen dazu." Ein anderer Navy-Forscher berichtet[19] von Einschüchterungsversuchen:
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Ziemlich prominente Persönlichkeiten der Physik-Gemeinde sprachen Drohungen aus. (...) Sie sagten, sie seien sich bewusst, dass staatliche Forschungsgelder in die kalte Fusions-Forschung gehen würden und dass sie alles versuchen würden, dieses zu verhindern.
Bedrohung der Budgets für die heiße Fusion
Mann muss wissen, dass reguläre Forschungsbudgets auch in den USA knapp bemessen sind. Werden Forschungsgelder einem bestimmten Gebiet zugewiesen, fehlen sie einem anderen. Auch das Stanford Research Institute (SRI) hatte von EPRI keine zusätzlichen Gelder erhalten. Dr. Michael McKubre, der vor 1989 für EPRI bereits zehn Jahre in der Elektrochemie tätig gewesen war, erhielt ein neues Forschungsziel, womit seine vorherige Forschung abrupt endete. Nach fünfjähriger Forschung konnte auch das SRI mit Gewissheit sagen, dass kalte Fusions-Zellen eine unverstandene Leistungsquelle darstellten.[20] "Die Wissenschaft ist sehr träge," teilte McKubre mit, "und die Idee der kalten Fusion war sehr Unruhe stiftend."
Am 26. April 1989 hatte eine Abordnung aus Forschern und Politikern des US-Bundesstaats Utah, der Heimat der modernen Erforschung der kalten Fusion, den Ausschuss für Wissenschaft, Weltraum und Technologie des US-Repräsentantenhauses um 25 Millionen Dollar zur Erforschung dieser gebeten. Dass es so nicht kam, dazu hat die Aussage vor dem Ausschuss von Prof. Ronald Ballinger und die anschließende negative Presse beigetragen. Ballinger leitete damals das Forschungsprogramm zur heißen Fusion des Plasma Fusion Center am MIT. Das PFC musste fürchten, dass es Forschungsgelder an die kalte Fusion verliert.
Prof. William Happer, 1989 Mitglied des Energieministerium-Ausschusses (ERAB), hat die damaligen Bemühungen zur Beschaffung von Forschungsgeldern für die kalte Fusion kürzlich als "schädliche Politisierung der Wissenschaft" bezeichnet. Es wäre bei der Anfrage um 25 Millionen Dollar nur um persönlich Bereicherung gegangen. Immerhin wisse man ja heute, dass kalte Fusion "nicht reproduzierbar" gewesen sei.[21] Dabei kennt Happer die Ergebnisse beispielsweise der Navy. Der Leiter derer Untersuchungen Dr. Melvin Miles hat sie allen ERAB-Mitgliedern im Sommer 1990 mitgeteilt, ohne eine Antwort zu erhalten.[22]
Die "revolutionäre Entdeckung" der kalten Fusion kam in den Worten des Abgeordneten Wayne Owens aus Utah zeitgleich mit dem "Eintritt in das Zeitalter alarmierender Umweltprobleme".[23] Die aktuelle Ankündigung des US-Energieministeriums, die mittlerweile vorliegenden Daten zur kalten Fusion überprüfen zu wollen[24] , kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Umweltprobleme noch alarmierender und die Knappheit von Energie, Wasser und Nahrungsmitteln noch viel deutlicher geworden sind (vgl. Maulkorb für Nasa-Wissenschaftler).
Eintritt in die "hydrogen economy"
Evident sind aktuelle Äußerungen der US-Administration zur "Wasserstoffwirtschaft", in die man nun eintrete. Im Februar 2003 kündigte Präsident George W. Bush eine 1,2 Milliarden Dollar schwere Wasserstoff-Initiative an, um Amerikas wachsende Abhängigkeit von Ölimporten zu kontern. Die USA haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, ihre Transportinfrastruktur, die zwei Drittel der nationalen Ölimporte verbrennt, bis 2020 auf schadstofffreie Wasserstoffverbrennung umzustellen.
Die Regierung zeigt sich dabei gewillt, die Kontrolle über die Energiequelle der Zukunft zu behalten. 2015 steht für den Kongress und die beteiligten Unternehmen die Kommerzialisierungsentscheidung an. Bis dahin soll weiter geforscht werden. Eine "Aufklärungskampagne" soll die Nation für diese Absicht gewinnen. Arnold Schwarzenegger, Gouverneur von Kalifornien und Kuratoriumsmitglied der George Bush Foundation, macht bereits fleißig Werbung für den "Wasserstoff-Highway". Präsidentschaftskandidat John Kerry sagte kürzlich - ohne Details zu nennen -, auch er habe einen Plan, in "neue Technologien und alternative Treibstoffe" zu investieren, um "die derzeitige Energiekrise" zu beenden. Am 15. Jahrestag der Wiederentdeckung der kalten Fusion, dem 23. März 2004, begann das Energieministerium außerdem eine Fortbildungsreihe für Beamte über "Versprechen und Herausforderung der Wasserstoff-Energie".
Für die langfristige Energieversorgung setzen die USA auf "Kernkraft und Fusionsenergie der nächsten Generation". Nachdem die Clinton-Administration ihre Forschungsbeteiligung am International Thermonuclear Experimental Reactor (ITER) zurückgezogen hatte, ist die Bush-Administration Anfang 2003 wieder beigetreten. ITER ist ein geplanter Forschungsreaktor, der den Durchbruch bei der Energiegewinnung durch heiße Fusion bringen soll.
Heiße Fusion gilt als potentielle Lösung des Energieproblems der Erde. Dabei wird Deuterium und Tritium verschmolzen. Um diese Wasserstoffisotope in ein reaktives Plasma zu verwandeln, sind Temperaturen von über 100 Millionen Grad Celsius nötig. Vorbild der Reaktion sind Prozesse in der Sonne, wie sie derzeit verstanden werden. Wenn in einem solchen Reaktor zwei schwere Wasserstoff-Teilchen zu einem neuen schwereren Teilchen fusionieren, wird Bindungsenergie frei. Seit nunmehr 50 Jahren wird an der Nutzbarmachung dieser Energie geforscht. Optimistische Schätzungen gehen davon aus, dass diese Energiequelle in 50 Jahren zur Grundlastdeckung zur Verfügung stehen könnte.
Im ersten heißen Fusionsreaktor, dem Joint European Torus (JET) in England, konnte 1998 für einige Sekunden eine heiße Fusion aufrechterhalten werden. Dabei wurden 16 Megawatt Leistung frei. Allerdings musste das eineinhalbfache an Energie aufgewandt werden, um die Fusionsbedingungen zu erreichen. ITER soll zehn- oder zwanzigmal so viel Energie erzeugen, wie zum Erreichen der Zündbedingungen benötigt wird.[25] Eigentlich sollte sich ITER bereits im Bau befinden, doch die USA verzögern ihn aus politischen Gründen.[26]
Spekulative Zukunft der heißen Fusion
Auch außerhalb der USA hat die Erforschung der heißen Fusion einen sehr hohen Stellenwert. ITER ist ein internationales Forschungsprojekt. Neben den USA und der EU sind auch Japan, Russland, China und weitere Länder beteiligt. In Deutschland ist die Fusionspolitik Bestandteil der Internationalen Nuklearpolitik. Das Auswärtige Amt sieht in der Kernfusion eine "Option für die kommerzielle Energieversorgung etwa zur Mitte dieses Jahrhunderts".
Die Möglichkeit heißer Fusion zur "Absicherung gegenüber Energieknappheit angesichts der Erschöpfung der fossilen Energieträger" erkennt auch das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (BAT). Ein gewisses Umweltrisiko stellten die langfristige radioaktive Kontaminierung der Reaktorwände und nicht ganz leicht beherrschbare Eigenschaften des Brennstoffs Tritium dar. Die Hauptkritik, die der heißen Fusion entgegengebracht wird, liegt jedoch in den immensen Kosten, die bei solchen Großprojekten anfallen.
Die EU hat bis 2000 fast zehn Milliarden Euro an Fördergeldern aufgebracht; Deutschland in den letzten Jahren fast so viel wie zur Förderung erneuerbarer Energien, im Mittel 130 Millionen. Bis zur Realisierung der Stromerzeugung müssten bis Mitte des Jahrhunderts weitere 60 bis 80 Milliarden Euro aufgebracht werden (vgl. Update: Kernfusion als Energiequelle der Zukunft?). Für das BAT ist die Bewertung der Wirtschaftlichkeit der Fusionsenergie gegenüber konkurrierenden Energieträgern "höchst spekulativ"[27] :
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Alleine die Geschwindigkeit des technologischen Fortschrittes und die Kostenentwicklung bei konkurrierenden, z.B. regenerativen Energiesystemen, die von immenser Bedeutung für deren Konkurrenzfähigkeit ist, entziehen sich der langfristigen Vorhersagbarkeit. Als sicher gilt, dass die Investitionen gegenüber den Betriebskosten die Stromgestehungskosten dominieren werden. Für eine Anlage mit 1.000 MWe werden 5 bis 6 Mrd. Euro angegeben. Fusionskraftwerke werden damit sehr kapitalintensive Großprojekte sein. Sie werden sich daher hauptsächlich für die zentralisierte Stromerzeugung in der Grundlast eignen.
Kalter Strich durch die heiße Rechnung?
In diese Situation, tatsächlich in die Hauptphase der politischen Entscheidung zu ITER, platzte 1989 die Ankündigung der kalten Fusion. Milliardenschweren Großprojekten, die sich nur zur zentralisierten Energieerzeugung eignen und erst in ferner Zukunft eine Energiegewinnung versprechen, stellten sich kompakte Laborprojekte entgegen, die Energie angeblich jetzt schon reproduzierbar abgeben und die vor allem dezentral eingesetzt werden könnten.
JET-Reaktorraum zur heißen Fusion
Trotz früher positiver Berichte aus fünf Labors war das Ausbleiben einer Bestätigung durch das MIT, Harwell und CalTech der Hauptgrund für die heute etablierte Meinung, kalte Fusion funktioniere nicht. Nach der Publikation ihrer negativen Ergebnisse wurden alle drei Labore von außenstehenden Forschern kritisiert. "Schwerwiegende Fehler" würden die Akzeptanz dieser Studien als glaubhafte Untersuchungen "ultimativ unterminieren", kritisierte ein Navy-Team erstmals 1991. Die CalTech-Ergebnisse könnten nicht beweisen, dass keine anomale überschüssige Leistung frei würde, und seien bei Berücksichtigung von Fehlerquellen sogar in guter Übereinstimmung mit eigenen Ergebnissen und den ursprünglichen der Professorn Martin Fleischmann und Stanley Pons aus Utah.[28] In einer späteren Veröffentlichung schrieben Forscher der Navy und der University of Texas, obwohl die CalTech-Experimente oft als Widerlegung der kalten Fusion zitiert würden, zeige deren Bericht im Gegenteil einen Leistungsgewinn von 13 Prozent.[29] Den qualitativ gleichen Schluss ziehen zwei weitere Forscher mit der Begründung, CalTech hätte eine ungeeignete Methode benutzt.[30]
kaltes Fusions-Experiment zur Lehre an der italienischen Augusto Monti Hochschule
Auch eine Analyse der Harwell-Daten erbrachte Hinweise auf einen möglichen Leistungsgewinn.[31] Das Harwell Laboratory befindet sich seit 1954 unter der Ägide der staatlichen United Kingdom Atomic Energy Authority und ist seitdem, neben anderen Laboren, für Großbritanniens heißes Fusionsprogramm zuständig. Seit 2000 betreibt die UKAEA den Versuchsreaktor JET.
Das MIT-Team mit direktem Forschungsauftrag vom US-Energieministerium war prominent mit Forschern des Plasma Fusion Center (PFC zur Erforschung der heißen Fusion besetzt. Neben der Überstürzung der Experimente wurde das MIT-Team unter anderem für seine schlechte Fehlertoleranz kritisiert. Arbeiteten die Forscher aus Utah mit einer Messgenauigkeit von einem Milliwatt, waren die Ergebnisse des MIT mit 40 Milliwatt weitaus weniger aussagekräftig.[32] Ein Leistungsgewinn, den es ja zu reproduzieren galt, könne dabei "sehr leicht unentdeckt" bleiben.[33] EPRI-Manager Passell, der die kalte Fusions-Forschung seit 1989 begleitet und bis 1994 finanziert hat, sieht die Herangehensweise mancher Labore wie folgt[34] :
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Viele versuchten, die kalte Fusion zu reproduzieren, weil sie sich eben nicht sicher waren, dass es nicht klappen würde. Als sie es aber in Kürze nicht schafften, fingen sie an, die kalte Fusion zu denunzieren. Sie hatten sich nur ein paar Monate Zeit genommen. Es kam mir vor, als arbeiteten sie mit dem Konzept, erstens die Budgets für die heiße Fusion zu schützen und zweitens - falls es tatsächlich klappen sollte -, den Anschluss nicht zu verpassen.
Heavy Watergate?
Möglicherweise war man sich am PFC sogar mehr als unsicher, dass es nicht doch funktionieren könnte. Dr. Eugene Mallove teilte kürzlich mit, warum er im Juni 1991 seinen Job als MIT-Pressesprecher gekündigt hatte[35] :
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Bis zum Frühling 1991 hatte ich Betrug in der Berichterstattung der MIT-Experimentaldaten des heißen Fusions-Labors vom Frühling 1989 gefunden - in der Phase-II-Kalorimetrie, welche ein Versuch war, das [Fleischmann/Pons]-Experiment zu reproduzieren. Die Experimentaldaten zeigten, bevor sie in betrügerischer Absicht verändert worden waren, ein positives Ergebnis.
Leiter der besagten Experimente war Prof. Ronald R. Parker, der sich auch schon vor Beginn der eigenen Experimente überzeugt zeigte, kalte Fusion sei "wissenschaftlicher Schund".[36] Noch vor der Analyse der eigenen Daten feierte das MIT mit einer Party das Ende der kalten Fusion, berichtete Mallove von seinem damaligen Campus. Am 10. Juli 1989 stolperte Mallove über ein Diagramm, das für die Verwendung schweren Wassers im Experiment einen Leistungsgewinn angab. Drei Tage später veröffentlichte das PFC seinen endgültigen Bericht. Diesem war dieser Leistungsgewinn nicht mehr zu entnehmen, das Diagramm war verändert. Mallove gab das ursprüngliche Diagramm dem MIT-Forscher Dr. Michell Swartz. Dieser folgerte, dass die Leistungskurve für die Veröffentlichung auf Null gesenkt worden sei, was eine Wärmeproduktion (einen Hinweis auf kalte Fusion) vernebelt habe.[37] Andere Forscher zweifelte die PFC-Ergebnisse aus analytischen Gründen an.[38]
Daten für das Kontrollexperiment mit leichtem Wasser, bei dem keine kalte Fusion zu erwarten ist: Die tatsächliche (schwarz) und veröffentlichte (blau) Kurve des Leistungsgewinns im kalten Fusions-Experiment des MIT liegen im Mittel bei Null.
Mallove verließ das MIT unter Protest, nachdem ihm über Monate die Rohdaten vorenthalten worden waren und er merkte, wie er zur "unethischen Manipulation der Presse" benutzt worden sei. Mallove forderte eine Untersuchung der Vorkommnisse, die aber nach monatelanger Auseinandersetzung von MIT-Präsident Prof. Charles M. Vest im Frühling 1992 endgültig abgelehnt wurde.[39] Vest ist seit 2003 wissenschaftlicher Berater des Energieministeriums (DoE). Whistleblower Mallove hielt die Vorkommnisse am MIT für "einen der schlimmsten wissenschaftlichen Betrugsfälle der Geschichte". Doch auch im besten Fall handelt es sich um eine "Politik gütiger Nachlässigkeit", wie der Reporter Hal Plotkin im San Francisco Chronicle schrieb.[40]
Daten für das Experiment mit schwerem Wasser, bei dem kalte Fusion unter Umständen zu erwarten wäre: Die unveröffentlichte Kurve (schwarz) liegt über Null. Die veröffentlichte Kurve (blau) zeigt keinen Leistungsgewinn als Hinweis auf kalte Fusion mehr.
Da der Druck zu groß geworden war, veröffentlichte das MIT-PFC 1992 einen technischen Anhang zur ursprünglichen Veröffentlichung. Darin wird praktisch eingestanden, die Kurve verändert zu haben. Mit der Veränderung sei dem Einfluss "bekannter Quellen systematischer und statistischer Fehler" Rechnung getragen worden.[41] Dieses ist ein schwerer wissenschaftlicher Protokollfehler, denn aus der Veröffentlichung von 1989 ging dieser Schritt nicht hervor. Effektiv hat das PFC mit der Nachveröffentlichung auch rückwirkend das Ziel des ursprünglichen Experimentes neu definiert. Es sei 1989 tatsächlich darum gegangen, nach Störeinflüssen zu fahnden. "In der Wissenschaft erlauben wir es normalerweise nicht, das Ziel eines Experiments neu zu definieren, um es den Ergebnissen anzupassen", kommentierte Mallove diesen Schachzug.[42]
Politisierung der Forschung
Spätestens seit 1992 werden Patentanträge, in denen kalte Fusion behauptet wird,
vom US-Patentamt abgelehnt. Die Begründung unter Berufung auf den ERAB-Ausschuss
und speziell die MIT-Ergebnisse lautet, dass es keine kalte Fusion gäbe.
Und weil es sie nicht gäbe, könne sie auch in keinem Patent beschrieben werden.[43]
Wie im Krieg scheint es der US-Administration auch in der Wissenschaft darum zu gehen,
die Informationshoheit zu besitzen. Im März 2004 hat die US-amerikanische Vereinigung
Besorgter Wissenschaftler (UCS) der Bush-Regierung vorgeworfen, "wissenschaftliche Ergebnisse,
die ihrer Politik widersprechen, zu verzerren und zu zensieren".
Besonders besorgt stimmen die Wissenschaftler aktuelle Pläne der Regierung,
Sammlung und Überprüfung wissenschaftlicher Informationen in einem Büro im Weißen Haus
zu zentralisieren und der privaten Industrie mehr Einfluss zu geben. Ein Forscher warnt,
die neue Regelung mache das Weiße Haus zu einem "Pförtnerhaus" für wissenschaftliche
Informationen und würde "Integrität in der Wissenschaft ultimativ zerstören".
Ein Abschnitt über kalte Fusion steht nicht im UCS-Bericht.[44] .
Das Verteidigungsministerium hatte bereits 1993 die JASON-Gruppe beauftragt,
den damaligen Stand der kalten Fusions-Forschung zu berichten. JASON ist ein
vertrauliches Berater-Gremium der US-Regierung in wissenschaftlichen Fragen.
Vorsitzender bis 1990 war Prof. Happer, ERAB-Mitglied des DoE zur kalten Fusion.
Vor elf Jahren ließen sich zwei JASON-Wissenschaftler einen Tag lang von McKubre
und Passell die Experimente am SRI zeigen: Prof. Richard L. Garwin, ebenfalls
ERAB-Mitglied und außerdem UCS-Vorstandsmitglied, und Prof. Nathan L. Lewis,
Leiter der 89er Experimente des CalTech. In einem Bericht an das Pentagon,
der von Steven Krivitt von der New Energy Times freundlicherweise zur Verfügung gestellt worden ist,
schreiben die JASONs über die positiven Ergebnisse des SRI, sie hätten keine Fehler entdecken können,
die die Überschusswärme erklären könnten. An die große Glocke haben sie das nicht gehängt.
Bericht von Regierungsberater Garwin zum positiven kalten Fusions-Experiment des SRI an das Pentagon
Wenn das Energieministerium Wort hält, ist man dort bereits mit der Prüfung der vorliegenden
Berichte zur kalten Fusion beschäftigt. Im Hinblick auf die aktuell bekundete Absicht des
Energieministeriums, die kalte Fusion erneut zu überprüfen, wollen Plotkins Worte,
nicht die Experimente sollten Gegenstand einer Untersuchung sein, sondern das DoE selber,
nicht so recht verhallen.[45]
Was wäre, wenn kalte Fusion echt ist?
Warum die Überstürzung, die vermeidbaren Fehler, die politische Einflussnahme und die Manipulation?
Warum der Kampf gegen die kalte Fusion, wenn sie doch gar nicht funktioniert?
Um diese abschließende Frage zu beantworten muss man sich damit beschäftigen, was eigentlich wäre,
wenn kalte Fusion echt sein sollte. Prof. Martin Fleischmann, Wiederentdecker der kalten Fusion in 1989,
sagte 1998 in einem Interview[46] :
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Man muss sich fragen, wer diese Entdeckung will? Glauben Sie, dass die sieben Schwestern
[die großen Ölkonzerne] sie wollen? Passt sie in irgendein makroökonomisches oder
mikroökonomisches Konzept? Ich glaube nicht.
Berechnungen des US-Office of Naval Research zeigen, dass ein Kubikkilometer normalen Seewassers
genug schweres Wasser enthält, um die Verbrennungsenergie der gesamten bekannten Ölreserven
aufzurechnen. Für den Forscher Dr. Edmund Storms spricht bislang nichts dagegen,
kalte Fusion als Energiequelle zu nutzen, "entweder als Anwendung im großen Maßstab oder im kleinen,
wie etwa in Batterien." Manche Forscher sehen die Möglichkeit gegeben, mit dem Verfahren Meerwasser
zu entsalzen und es auf langem Weg in trockene Regionen zu transportieren.[47]
Bei der kalten Fusion fällt nur unter Umständen leicht radioaktives Tritium an.
Da aber auch von Transmutationen (Umwandlungen) von Elementen berichtet wird,
könnte sich das Verfahren auch zum Entstrahlen von Atommüll eignen.[48] .
Letztendlich ließen sich sogar teure Elemente aus billigen herstellen,
meint Prof. Bockris. Kalte Fusion wäre Alchemie in modernem Gewand.
Auch Charles Platt ist der Frage "What If Cold Fusion Is Real?" 1998 im Wired-Magazin
in einem überaus lesenswerten Artikel nachgegangen[49] :
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Wenn Fusion bei niedriger Energie tatsächlich existiert und perfektioniert werden kann,
könnte die Stromerzeugung dezentralisiert werden. Jedes Haus könnte sich selber wärmen
und seine eigene Elektrizität erzeugen, wahrscheinlich mit einer Art von Wasser als Treibstoff.
Sogar Autos könnten durch kalte Fusion angetrieben werden.
Massive Stromgeneratoren und hässliche Überlandleitungen gehörten der Vergangenheit an,
genau wie importiertes Öl und unser Beitrag zum Treibhauseffekt.
Bereits 2002 forderte Dr. Gordon von der Navy, "dass Organisationen mit Forschungsgeldern
der Regierung in diese Forschung investieren". Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit dazu?
Diese Telepolis-Reihe ist Eugene Mallove gewidmet. Gene hat sich für eine bessere Welt eingesetzt.
Am 14. Mai 2004 ist er im Haus seiner Eltern umgebracht worden.
Sein Vermächtnis ist das 57-seitige Protokoll der Vorkommnisse am MIT,
das auf der Seite des Infinite Energy-Magazins frei zugänglich ist.
Steven Krivitt betreibt ein Portal mit Informationen zu Genes Ermordung.
http://www.share-berlin.de/index.htm?fu_interw.htm
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Kalte Fusion neutralisiert radioaktiven Müll
Wissenschaftler am Trenergy Laboratory im amerikanischen Salt Lake City behaupten, einen Weg gefunden zu haben, Atommüll in harmlose Stoffe umwandeln zu können. Sie bekamen Bestätigung von Wissenschaftlern am CISE, einem hoch angesehenen Kernforschungslabor in der Nähe von Mailand.
Der Neutralisierungsprozess ist so sicher und so einfach, dass er im Labor eines Gymnasiums durchgeführt werden kann, und billiger als die Lagerung einer gleichen Menge radioaktiven Mülls für ein Jahr. Die Kosten für ein Kilo Müll werden auf 2000 Dollar veranschlagt, während seine einjährige Lagerung 2500 Dollar kosten wurde.
Der von den amerikanischen Wissenschaftlern durchgeführte Prozess dauert eine Stunde, und der in eine Spezialzelle für kalte Fusion oder Low Energy Nuclear Transmutation (etwa Niedrigenergie-Kernumwandlung) geleitete Strom mit einer Leistung von 300 Watt kostet fünf Cents. Nach Ansicht der italienischen Forscher ist der Prozess so außergewöhnlich, dass er nicht aus Versehen oder durch Verunreinigung ausgelöst werden konnte. Sie haben bestätigt, dass sich die gefährlichen radioaktiven Elemente wie Thorium, Caesium und waffentaugliches Uran in nichtradioaktive Elemente wie Titan und Kupfer umwandeln. In der Wissenschaft nimmt man an, dass die natürliche Zerfallszeit von Thorium Billionen von Jahren beträgt.
Das amerikanische Energieministerium hat Interesse an dem Projekt gezeigt und angeboten, es zu fördern. Einige namhafte Forschungslaboratorien und Universitäten in den USA haben daraufhin die Richtigkeit des Prozesses und seiner Ergebnisse bestätigt, die viele Wissenschaftler noch immer für unmöglich halten. Die Erfinder bieten jedem eine Testzelle zur Überprüfung an. Sie kostet 5000 Dollar, und man bekommt sein Geld zurück, sollte sie nicht funktionieren.
(Quelle: Positive News, GB)
Weitere Informationen bei Dr. Hai Fox, Website: http://www.padrak.com/ine
Interview mit Russ George: Das Rätsel um die Kalte Fusion klärt sich auf
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Stichhaltige Beweise für kalte Kernfusion
Im Laufe der Jahre hat Share International immer wieder Artikel veröffentlicht, die Maitreyas Erwartungen im Hinblick auf politische, gesellschaftliche, ökologische und geistige Veränderungen in der Welt beschreiben, so wie sie uns von einem seiner Mitarbeiter aus der Londoner Gemeinschaft, in der Maitreya lebt, übermittelt wurden. Von Zeit zu Zeit stellen auch Benjamin Creme und sein Meister Prognosen über zukünftige Entwicklungen. In dieser Rubrik "Fakten und Prognosen" behandelt unser Redaktionsteam jüngste Nachrichten, Ereignisse und Kommentare, die sich unmittelbar auf diese Aussagen beziehen.
Der Fusionsprozess ist die Methode der nahen Zukunft. Man wird dabei eine Art von Kernenergie verwenden, die sich aus einem einzigen Wasserisotop gewinnen lässt. Sie ist ungefährlich und im Überfluss in den Gewässern der Ozeane und Flüsse der Welt vorhanden. Diese nukleare Fusion erfordert keine Hitze, sondern einen kalten Prozess; sie wird relativ bald zur Anwendung kommen ... " (Benjamin Creme in Maitreya – Christus und die Meister der Weisheit, 1979)
Auf der sechsten Jahrestragung für kalte Kernfusion in Hokkaido, Japan, haben Wissenschaftler stichhaltige Beweise für das Funktionieren der kalten Fusion vorgelegt - eine Kernreaktion, die im Zimmertemperatur-Bereich verläuft.
Die 'Entdeckung' der kalten Kernfusion wurde weltweit im Mai 1989 bekannt, als zwei Elektrochemiker an der Universität Utah in den USA erklärten, dass es ihnen gelungen sei, eine Kernreaktion bei einer Temperatur zwischen 30 und 100°C durchzuführen. Professor Martin Fleischmann von der Universität Southampton in Großbritannien und Professor Stanley Pons von der Universität Utah schickten elektrischen Strom durch zwei Elektroden, die sie in 'schweres Wasser' eintauchten - Wasser also, das schweren Wasserstoff, so genanntes Deuterium, mit einem zusätzlichen Proton im Atomkern enthält.
Diese Art 'schweres Wasser' kommt im Meerwasser im Überfluss vor. In ihrem Experiment spaltete der elektrische Strom das Deuterium und Sauerstoff ab und sammelte das Deuterium an der negativen Elektrode an, während der Sauerstoff zur positiven Elektrode wanderte. Wenn genug Deuteriumkerne zusammenkommen, so die Theorie, verschmelzen sie unter Wärmeentwicklung zu Helium.
Dabei entsteht mehr Wärme, als anfangs für den Start der Reaktion notwendig war. Fleischmann und Pons gingen davon aus, dass der Wärmeüberschuss auf eine kalte Kernfusion zurückzuführen ist. Sie konnten jedoch kein Helium nachweisen, was ihre Behauptung gestützt hätte.
Die Folgerungen aus dem Experiment sind erstaunlich. Im Gegensatz zu der 'heißen' Kernfusion mit mehreren Millionen Grad Celsius sind bei der kalten Kernfusion definitionsgemäß keine extrem hohen Temperaturen erforderlich. Darüber hinaus werden bei dem Prozess große Mengen an Energie frei, es ist nur ein einfaches Gerät nötig, und die Strahlung ist, falls es überhaupt eine gibt, gering gegenüber der Kernspaltung, die in Atombomben und Kernreaktoren üblich ist.
Wenn man die Technologie der kalten Fusion nutzen könnte, würde das die ganze Welt verändern. Stellen Sie sich vor, Sie beziehen den Strom bei sich zuhause aus Wasserzellen, und es bedarf keines Kraftwerks, oder Sie tanken Ihr Auto mit dem Gartenschlauch auf. Dann würde die Umweltverschmutzung gegen Null gehen und das Ende der fossilen Brennstoffe wäre gekommen.
Doch Fleischmann und Pons konnten ihre im Experiment gewonnenen Resultate nur zu 30 bis 50 Prozent bestätigen. Andere Wissenschaftler auf der ganzen Welt haben vergeblich versucht, die Experimente nachzuvollziehen. Die Ergebnisse von Fleischmann und Pons wurden von einer Anzahl namhafter Wissenschaftler und Forschungsteams als "Betrug" oder "Irrtum" bezeichnet, darunter waren auch Kernphysiker, die auf dem Gebiet der 'heißen' Kernfusion arbeiten. Die beiden Forscher wurden beschuldigt, "Wissenschaftsverfälschung" zu betreiben.
1990 verließen sie die USA, um in Frankreich mit finanzieller Förderung aus Japan weiterzuarbeiten. Forscher in anderen Ländern haben eigene Versuche mit der 'kalten' Kernfusion gestartet.
Eindeutige Beweise
Auf der Konferenz von Hokkaido legten zum ersten Mal mehrere Laboratorien quantitative Beweise für das Entstehen von Helium als Nebenprodukt der kalten Kernfusion vor. Die Ergebnisse waren von
historischer Bedeutung: Sie widersprachen allen 'normalen' physikalischen und chemischen Gesetzen und lieferten den stärksten Beweis dafür, dass die kalte Fusion funktioniert.
1994 konnte an der Universität Osaka, Japan, erstmals eine Gruppe durchgehend einen Wärmeüberschuss nachweisen. Sie wiesen auch die Bildung von Helium nach.
Unabhängig davon erzeugte 1996 ebenfalls eine Gruppe an der Universität in Rom mit zuverlässiger Reproduzierbarkeit einen Wärmeüberschuss unter Heliumbildung. Diese Gruppe zeigte erstmals, dass das entstandene Helium quantitativ mit der überschüssigen Wärme korreliert: Sobald die Hitze zunahm, entstand auch mehr Helium, und umgekehrt.
Das gleiche Ergebnis konnte man am US Naval Warfare Center in China Lake, Kalifornien, erzielen.
Auf der Hokkaido-Konferenz berichteten vier Gruppen über die Möglichkeit einer hundertprozentigen Reproduzierbarkeit des Wärmeüberschusses: Universität Osaka, Japan; INFN Frascati, Italien;
in den USA die Universität, Illinois und Clean Energy Technology Inc, Dallas/Texas. Seit 1989 hat auch die Texas-A&M-Universität in den Vereinigten Staaten über den Wärmeüberschuss berichtet, der allerdings nicht immer festgestellt werden konnte; ebenso seit 1995 das Forschungsinstitut der Universität Stanford in Kalifornien.
Das Thema Wärmeüberschuss bei kalter Kernfusion wurde in mindestens 20 weiteren Vorträgen von internationalen Forschergruppen auf der Konferenz behandelt. David Murphy
SHARE INTERNATIONAL - DEUTSCHE AUSGABE, Nr. 5, Juni 1997
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Meldung aus dem Magazin Share International, Juni 2003
Entwicklung in der kalten Fusion
"Der Prozess der Kernfusion — ein 'kalter', sicherer, atommüllfreier Prozess, bei dem ein überall zugängliches einfaches Wasserisotop verwendet wird — wird alle zukünftigen Energieprobleme der Menschheit lösen. Er wird uns zugänglich gemacht, wenn das Teilen umgesetzt und zur wirtschaftlichen Norm wird."
(Quelle: Benjamin Creme, Magazin Share International, Dezember 1988)
Die Suche nach unerschöpflicher Energie - "der heilige Gral der Physik" genannt - gewinnt nach mehr als einem Jahrzehnt, in dem sie vom wissenschaftlichen Establishment lächerlich gemacht wurde, wieder an Glaubwürdigkeit.
Am 23. März 1989 hatten die Professoren Stanley Pons und Martin Fleischmann an der University of Utah in den USA erklärt, sie hätten bei normalen Raumtemperaturen im Labor eine Kernfusion in einem Glasgefäß erfolgreich durchgeführt. Dieser Prozess der "kalten Fusion", von den Professoren als "unerschöpfliche Energiequelle" bezeichnet, die viermal so viel Energie freisetzt, wie dafür verbraucht wird, wurde sofort von der Fraktion der "heißen Fusion" aufgrund zweifelhafter Daten zurückgewiesen.
Seitdem wurde die kalte Fusion zum Hauptthema einer weltweiten "Untergrundforschung", die Hunderte von Dokumenten veröffentlichte, in denen erfolgreiche Wiederholungen der Versuche und Verbesserungen im Einzelnen beschrieben wurden. In San Diego hat die US-Marine nun im Rahmen eines Projekts angekündigt, möglicherweise einen Durchbruch im Verständnis der notwendigen Bedingungen für den so genannten "Fleischmann-Pons-Effekt" erreicht zu haben.
Zur "kalten Fusion" findet jedes Jahr eine Konferenz statt, die von sehr vielen Forschem besucht wird. Sie findet im August 2003 in Cambridge in Massachusetts am Massachusetts Institute of Technology statt, wo der "F-P-Effekt" ursprünglich auf strikte Ablehnung stieß.
(Quelle: The Guardian, GB)
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Bericht aus dem Deutschlandfunk: www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/282367/
Für eine kalte Kernfusion
Aufsehen erregender Vortrag auf Lindauer Nobelpreisträgertagung
Auch die Forschungen von Rusi Taleyarkhan an der Purdue Universität sollen noch einmal überprüft werden.
Physik. - Seit über 50 Jahren bietet Lindau am Bodensee Nobelpreisträgern und Nachwuchsforschern die Möglichkeit zu Diskussion und Austausch über die Grenzen von Fächern und Disziplinen hinweg. In diesem Jahr stand ein vielbeachteter und umstrittener Vortrag des theoretischen Physikers Brian Josephson auf dem Programm, der 1973 den Nobelpreis für Entdeckungen im Bereich der Supraleitung erhielt. Josephson brach einen Stab für die kalte Kernfusion.
Lange Zeit schien die Sache mit der kalten Kernfusion, auch Kernfusion im Wasserglas genannt, klar: Die beiden Chemiker Stanley Pons und Martin Fleischmann hatten sich 1989 mindestens schwer geirrt, als sie mit ihren sensationellen Ergebnissen aufwarteten. Denn niemand konnte seitdem die Kernfusion ohne große Energiezufuhr nachvollziehen, von der beide Forscher gesprochen hatten. Josephson wirft dem US-Energieministerium nun vor, der von ihm eingesetzte Untersuchungsausschuss habe 1989 die Entdeckung damals mit nicht haltbaren Argumenten unter den Teppich gekehrt. Josephson: "Ein Hauptargument war, "Wir kennen keinen Prozess, der das auslösen kann." Na und? Es kommt in der Wissenschaft vor, dass Entdeckungen dem bisherigen Verständnis widersprechen! Es wurde auch gesagt, die Beobachtung sei nicht wiederholbar. Was das angeht, gab es tatsächlich Anlaufprobleme. Vor fünf Jahren lag die Wiederholbarkeit aber schon bei 45 Prozent. Heute können manche Labore den Effekt hervorrufen, wann immer sie wollen. Aber wieso wissen wir davon nichts? Das liegt daran, dass den Forschern der Zugang zu den Wissenschaftsjournalen verwehrt ist." Entsprechende Aussagen gibt es in der Tat. Allerdings konnte Josephson seine Kollegen nicht von seiner Sicht der Dinge überzeugen. Immerhin scheint das Energieministerium neuere Ergebnisse zur kalten Fusion noch einmal bewerten zu wollen. Josephson: "Wenn man sich wirklich mit den mittlerweile vorliegenden Arbeiten beschäftigt, wird es schwer sein, zu einem anderen Ergebnis zu kommen, als dass ein reales Phänomen vorliegt. Wenn dann immer noch gesagt wird, mit den Experimenten stimme etwas nicht, würde ich hoffen, dass das nicht akzeptiert wird."
[Quelle: Haiko Lietz, 2.07.2004]
US-Energieministerium will kalte Fusion überprüfen: www.heise.de/
Info und Fragen: info@share-berlin.de
http://www.share-berlin.de/index.htm?fu_interw.htm
http://www.hirtemann.de/lebenshilfe/kaltefusion.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Kalte_Fusion
http://www.artfond.de/fusion1.htm
Und hier was geniales dazu :
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17036/1.html
Dann noch einen Schönen Artikel denn ich eingescannt habe --- >
Scan 1 (http://nge-som-mod.de/KonzepteGerog/Fusion1low.JPG)
Scan 2 (http://nge-som-mod.de/KonzepteGerog/Fusion2low.JPG)
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Kalte Fusion wieder heiß
Haiko Lietz 24.03.2004
Teil 1: Das US-Energieministerium will erstmals vor 15 Jahren getroffene Behauptungen erneut überprüfen, Kernfusion sei bei Raumtemperatur möglich. War die kalte Fusion nie tot?
Vor genau 15 Jahren wurde die Welt in Aufregung versetzt, als zwei Chemiker berichteten, sie hätten eine Kernfusion bei Raumtemperatur beobachtet. Berichte einer neuen, vielversprechenden Energiequelle liefen um die Welt. Nach einem halben Jahr, einem Bericht des US-Energieministeriums und vielen gescheiterten Versuchen, das Experiment zu reproduzieren, war allen klar, dass sich die Hoffnung nicht bewahrheiten würde - außer den Forschern, die das Experiment offenbar erfolgreich reproduzieren konnten. Nun will das Energieministerium deren Berichte überprüfen.
J.L. Naudin zufolge sieht man hier einen durch kalte Fusion betriebenen Stirlingmotor
Am 23. März 1989 berichteten die beiden Chemiker Dr. Martin Fleischmann und Dr. Stanley Pons auf einer Pressekonferenz an der University of Utah, sie hätten im Labor die Fusion von zwei schweren Wasserstoffkernen (Deuterium) bei Raumtemperatur beobachtet. Sie schlossen auf Fusion, da sie meinten, Produkte gemessen zu haben, die bei einem Fusionsprozess erwartet werden, namentlich Neutronen, Tritium und Gammastrahlen. Bei dem Experiment sei mehr Energie frei geworden, als hineingesteckt worden sei. Diese Überschussenergie habe sich durch Wärme geäußert.[1]
Kurz gesagt, anerkannten Modellvorstellungen nach ist dieses nicht möglich, da Atomkerne die gleiche Ladung haben und sich somit abstoßen. Fusionsprozesse sollten eigentlich nur in der Sonne bei extrem hohen Drücken und Temperaturen möglich sein. Fleischmann/Pons entgegneten, durch Elektrolyse ihrer Testflüssigkeit würden Deuteriumkerne so stark in das negativ geladene Palladiumgitter gezogen, dass ihre Abstoßungskraft überwunden würde.
Die Behauptungen der beiden Chemiker lösten eine bis heute anhaltende Kontroverse in der Wissenschaft aus. Weltweit versuchten Forscher, das Experiment zu reproduzieren. Auch am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) versuchte man unmittelbar nach Bekanntwerden, "die gemeldeten Resultate nachzuvollziehen. Die Publikationen zum Thema wurden lange Zeit hindurch verfolgt. Wegen des offensichtlichen und sich stets wiederholenden Misserfolgs, Fusion seriös nachzuweisen, wurden diese Aktivitäten aber schon lange eingestellt", teilte das IPP mit. Auch am Kernforschungszentrum Jülich beschäftigt sich heute keiner mehr mit kalter Fusion. Kalte Fusion gilt als tot. Bislang.
US-Energieministerium will kalte Fusion überprüfen
Das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, der Vizedirektor des Wissenschaftsbüros des US-Energieministeriums (DoE), Dr. James Decker, habe versprochen, die Behauptungen zur kalten Fusion würden bis Anfang 2005 einer Überprüfung unterzogen.[2] (dazu siehe auch: U.S. Will Give Cold Fusion Second Look, After 15 Years) Das ist zumindest eine Antwort, warum Anfragen an Kritiker der kalten Fusion in letzter Zeit unbeantwortet blieben. Dr. Robert Park, einer der vehementesten Kritiker, schrieb zuletzt, kalte Fusion habe zwar "Gläubige, aber nicht viel Bestätigung." Der Ausdruck "nicht viel" war neu.
Seit Anfang März kursiert unter Erforschern und Kritikern der kalten Fusion außerdem ein Entwurf für einen Artikel, der in der April-Ausgabe von Physics Today erscheinen soll. In diesem Entwurf, der Telepolis vorliegt, sagt Decker, "ob es Anwendungen für die Energiewirtschaft gibt, ist zur Zeit völlig unklar." Vor der Anwendung käme erst die Erforschung und "hier könnte eine interessante Wissenschaft liegen." Unterstützung erhält Decker von Dr. Mildred Dresselhaus. Sie war Direktorin des DoE-Wissenschaftsbüros in der Clinton-Administration. Sie sagt zur kalten Fusion mittlerweile, "Wissenschaftler sollten offen sein." Die Geschichte zeige, dass sich Sichtweisen über die Jahre verändern.[3]
Das Energieministerium hat damit eine 180-Grad-Wende vollzogen. Dresselhaus war Ende der 80er Mitglied des Energy Research Advisory Board (ERAB) und hat damit entscheidend den Anfang vom (vorläufigen) Ende der kalten Fusion mit eingeleitet. Der Untersuchungsbericht des ERAB an das DoE schloss[4] ein gutes halbes Jahr nach Fleischmann/Pons:
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Jüngste Experimente, manche mit fortgeschritteneren Messinstrumenten und verbessertem Hintergrund, fanden keine Fusionsprodukte und ergaben Obergrenzen für die Wahrscheinlichkeiten von Fusionen in diesen Experimenten weit unter den ersten positiven Resultaten. Deswegen schließt der Ausschuss, dass die gegenwärtigen Hinweise auf die Entdeckung eines neuen nuklearen Prozesses, genannt kalte Fusion, nicht überzeugend sind.
Der Ausschuss gab zwar zu, dass manche, kalter Fusion zuordenbaren Beobachtungen "noch nicht entkräftet" seien, weitere Experimente müssten aber "innerhalb bestehender Finanzierungsprogramme" auskommen - also quasi ohne Finanzierung. Seitdem ist kalte Fusion diskreditiert, wie erst kürzlich in der New York Times wieder zu lesen war[5] . Lt. Col. Tom Bearden, eine der Autoritäten der unkonventionellen Nuklearphysik, hofft nun, dass die DoE-Überprüfung die kalte Fusion "auf die akzeptierte wissenschaftliche Matte" setzen wird.
Feuer aus Eis
Dr. Eugene F. Mallove fühlt sich durch den jüngsten Schritt des DoE in seiner Einschätzung bestätigt. Mallove war bis 1991 Chefautor im Nachrichtenbüro des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Noch in diesem Jahr veröffentlichte er das erste Buch, das kalte Fusion nicht als Messfehler oder Spinnerei abtat.[6] Seit 1995 gibt er das Magazin Infinite Energy heraus und veröffentlicht darin in der Fachwelt umstrittene Forschungsergebnisse, unter anderem zur kalten Fusion. Der Autor und Visionär Arthur C. Clarke, selber vehementer Verfechter der kalten Fusion, hat der Magazin-Gründung mit einer Anschubfinanzierung geholfen.
Mallove meint, er habe schon genug gesehen, um nicht mehr an der Realität kalter Fusion zu zweifeln. Nach Jahren der Forschung habe sich der bessere Begriff low energy nuclear reactions (LENR) eingebürgert, da bei vielen Experimenten anscheinend auch Kernspaltungsprozesse stattfänden, so dass man nicht mehr allein von Fusion sprechen könnte. So oder so wiesen die Experimente auf ein "vollkommen neues Gebiet der Physik und der Chemie" hin:
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LENR-Forschung deutet an, dass in Wasserstoff in mehreren Größenordnungen mehr kraftvolle Energiereserven liegen, als konventionell verstandene chemische Energie-Modelle zulassen. Dieses sollte offene umweltbewusste und andere Menschen, die über die Zukunft des Energie-Umwelt-Problems besorgt sind, aufhorchen lassen und potentiell einen Einfluss auf das globale Klima haben.[7]
LENR-Forscher kritisieren heute Protokollfehler der Forscher Fleischmann und Pons. Diese hatten ihre Forschungsergebnisse auf einer Pressekonferenz mitgeteilt, ohne Kollegen vorher ausreichend informiert zu haben. Stattdessen hätten sie in einem Wissenschaftsjournal mit den üblichen Überprüfungsinstanzen (peer review) veröffentlichen sollen. Die stürmisch veröffentlichte Arbeit enthalte Messfehler und manche Schlussfolgerungen seien nicht durch Daten gedeckt. Das Experiment sei dadurch von Anfang an angreifbar gewesen, aber nicht falsch.[8] Im Gegensatz zu 1989 existiere heute ein viel größerer Körper publizierter Experimente, sagt Mallove.
Zahlreiche Hinweise auf kalte Fusion
Dr. Edmund Storms zählte 1996 bereits 190 Studien, in denen von kalten Fusions-Effekten berichtet wird. Allein am Los Alamos National Laboratory (LANL), an dem die Atombombe entwickelt wurde und an dem er 34 Jahre forschte, hätten drei Forscher erfolgreiche Fusionsexperimente bei Raumtemperatur durchgeführt[9] :
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Neue Arbeiten haben der Kritik Rechnung getragen, indem viele der vorgeworfenen Fehler eliminiert wurden. Hinweise auf umfangreiche und reproduzierbare Energiegewinnung sowie auf verschiedene Kernreaktionen, zusätzlich zu Fusionsprozessen, häufen sich aus einer Vielzahl von Testumgebungen und Methoden. Das Gebiet kann nicht länger abgetan werden, indem man sich auf offensichtliche Fehler oder prosaische Erklärungen beruft.[10]
Zudem stünden heute in zahlreichen Laboratorien weltweit funktionsfähige elektrolytische und andere Überschusswärme-Experimentalzellen, welche, so Mallove, "reproduzierbar und verlässlich einen Energieüberschuss erzeugen, der nicht durch übliche chemische Reaktionen erklärt werden kann". Das ist möglicherweise sogar so leicht, dass jeder interessierte Bastler zu Hause sein eigenes Experiment durchführen kann. Der Franzose Jean-Louis Naudin jedenfalls berichtet auf seiner Webseite von einer erfolgreichen Reproduktion. Mit der gewonnenen Energie will er sogar einen Stirlingmotor betrieben haben.
Demnächst Teil II: Die unerzählte Geschichte der kalten Fusion. Welchen Fortschritt die inoffizielle Forschung in 15 Jahren gemacht hat.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17036/1.html
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Die unerzählte Geschichte der kalten Fusion
Haiko Lietz 31.03.2004
Teil 2: Seit 15 Jahren erforschen Wissenschaftler die kalte Fusion. Doch weder etablierte Wissenschaft noch Öffentlichkeit bekommen davon etwas mit
Forschungsergebnisse zur kalten Fusion, die einer wissenschaftlichen und interdisziplinären Überprüfung bedürfen, liegen seit 15 Jahren vor. In dieser Zeit hat sich ein internationales Forschernetzwerk gebildet, dass parallel zur "offiziellen" Wissenschaft an zum Teil völlig neuen Konzepten arbeitet, die mit kalter Fusion kaum noch etwas zu tun haben. Konferenzen und Workshops finden regelmäßig statt. Ihre Forschungsergebnisse sind mittlerweile so schlagkräftig, dass das US-Energieministerium seine 1989 eingenommene Abwehrhaltung gelockert hat (siehe Teil 1 dieser Serie: Kalte Fusion wieder heiß). In Teil 2 wird die "neue Forschungsrichtung" geschildert und beleuchtet, wie in der Wissenschaft über kalte Fusion diskutiert wird. Nämlich gar nicht (mehr).
In seiner Einführung für Studenten[1] beschreibt Dr. Edmund Storms das Phänomen der kalten Fusion wie folgt:
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Das kontroverse Phänomen mit Namen "Cold Fusion" (CF), "Low Energy Nuclear Reactions" (LENR) oder "Chemically Assisted Nuclear Reactions" (CANR) beinhaltet den Vorschlag der Möglichkeit, eine Vielzahl von Kernreaktionen in festen Materialien, bei viel niedrigeren Energien als bislang für möglich gehalten, initiieren zu können. Statt brachiale Gewalt anzuwenden, um Atomkerne in gegenseitige Reaktionsnähe zu bewegen, existiert offenbar ein Mechanismus in Gitterstrukturen, der es erlaubt, die Coulomb-Barriere zu umgehen, und der bestimmten Kernen die Interaktion ermöglicht.
In anderen Worten: Kernfusion sei nicht nur unter Bedingungen wie in der Sonne, wo Fusionsprozesse ablaufen, möglich, sondern auch in einem Labor bei Raumtemperatur. Den Stand der kalten Fusions-Forschung fasste Prof. David J. Nagel (George Washington University) am 23. März 2004 auf einem Seminar des Naval Research Laboratory wie folgt zusammen[2] :
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Die Probleme bei der Behandlung der kalten Fusion können als systematisch und technisch bezeichnet werden. Kommunikations-Zusammenbrüche zwischen denen, die in die kalte Fusions-Forschung involviert sind, und sowohl der wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch der Öffentlichkeit, sowie die Schwierigkeit, kalte Fusions-Forschung finanziert zu bekommen, sind systematische Probleme. Zu technischen Problemen haben unangemessene Instrumente, unvollständige Materialanalysen, komplexe Protokolle und, am kritischsten, das anfängliche Ausbleiben der Reproduzierbarkeit gehört. Trotz dieser Probleme hat es in den letzten 15 Jahren großen experimentellen Fortschritt gegeben. Dutzende "privater" Experimente sind von kompetenten und renommierten Forschern durchgeführt worden, die angemessene Instrumente genutzt haben, die vor, während und nach den Experimenten korrekt kalibriert waren. Die Reproduzierbarkeit ist signifikant verbessert worden.
Forschungsergebnisse aus aller Welt
LENR-Forscher treffen sich alle eineinhalb Jahre auf der International Conference on Cold Fusion (ICCF). Die zehnte Konferenz (ICCF10) fand vom 24. bis 29. August 2003 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge statt. Schirmherr war Prof. Peter Hagelstein (MIT). Parallel zur Konferenz soll vom 24. bis zum 30. August in seinem Labor ein Experiment gelaufen sein, bei dem konstant Überschusswärme durch kalte Fusion produziert worden sei. Ein Energieüberschuss von 167 bis 267 Prozent sei protokolliert worden. Prof. John Dash von der Portland State University demonstrierte mit seinen Studenten ein weiteres LENR-Experiment. Dieses soll gut ein halbes Jahr später von Studenten der italienischen Augusto Monti-Hochschule erfolgreich wiederholt worden sein. Ziel dort sei gewesen zu zeigen, "dass Überschusswärme (durch kalte Fusion) sogar mit limitierten Mitteln demonstriert werden kann."
Prof. Dash und Studenten präsentieren ein Experiment zur kalten Fusion auf der ICCF10-Konferenz
Die heutigen Arbeiten unterscheiden sich teils sehr stark vom ursprünglichen Elektrolyse-Konzept der Forscher Fleischmann und Pons. Geforscht wird mit unterschiedlichen Elektroden, verschiedenen Aggregatzuständen der Wasserstoff-Substanzen und verschiedenen Anregungsmechanismen. Mehrere Forschergruppen präsentierten in Massachusetts Forschungsergebnisse zur Laser-Stimulation kalter Fusion.[3] Als sehr vielversprechend gilt die kalte Fusionszelle des privat finanzierten Energetics Technologies-Programms in Omer, Israel. Es wird dort experimentiert, wie sich Schallwellen auf Fusionsprozesse auswirken. Die Forschung hat Ähnlichkeit zur aktuell diskutierten Sono Fusion, bei der es im Labor offenbar zu heißen Fusionsprozessen kommt, indem stehende Schallwellen deuteriertes Aceton verdampfen[4] (vgl. Evidence bubbles over to support tabletop nuclear fusion device). Im Gegensatz zur Sono Fusion[5] berichtet Israel von einem vierfachen Energieüberschuss.[6]
Eine neue Forschungsrichtung
LENR-Forscher zählen ihre Forschungsrichtung zur "Kernphysik der verdichteten Materie" (Condensed Matter Nuclear Science - CMNS). Um "Verständnis, Entwicklung und Anwendung der Kernphysik verdichteter Materie zu fördern", ist nach der ICCF10 die International Society for Condensed Matter Nuclear Science (ISCMNS) ins Leben gerufen worden. Die ISCMNS will zukünftig Symposien und weitere Treffen organisieren, ein eigenes Journal herausgeben und generell für Organisation und Austausch sorgen. Organisator des 5. Asti Workshops für Wasserstoff-Anomalien/Deuterium geladene Metalle und ISCMNS-Gründungstreffens vom 19. bis 21. März 2004 in Italien war Dr. Francesco Celani. An Celanis Nationalem Labor von Frascati (LNF) wird seit 1989 mit staatlichen Fördergeldern LENR-Grundlagenforschung betrieben.[7] Die Förderung belief sich in den letzten beiden Jahren auf 50.000 Euro pro Jahr. Offiziell wird dort das Widerstands-Verhalten von Palladium (oder Legierungen) gegenüber großen Mengen von Wasserstoff (und seinen Isotopen) während Elektrolyse untersucht. Celani hat 2003 von der Italienischen Physikalischen Gesellschaft (SIF den ersten Preis in der Kategorie "allgemeine Physik" für seine "kritische Besprechung der interessantesten Arbeiten präsentiert auf der ICCF10" erhalten.
International scheinen neben US-amerikanischen und italienischen Gruppen Forscher aus Japan bei der kalten Fusion am weitesten fortgeschritten zu sein. So wie die ersten Asti-Konferenzen vom Automobilkonzern Fiat gesponsert waren, ist es in Japan Mitsubishi Heavy Industries (MHI), genauer deren Advanced Technology Division, die die Forschung vorantreibt. Das Team um Dr. Yasuhiro Iwamura berichtete im Japanese Journal of Applied Physics über ungewöhnliche Transmutationen von Elementen. In einem Experiment, bei dem ein Palladium-Komplex von Deuteriumgas durchströmt wird, messe ein Spektrometer das Metall Praseodym, sobald sich eine Caesium-Schicht auf dem Palladium befinde. Vorsichtig wurde 2002 eine Transmutation (Verwandlung) des Elements Caesium in Praseodym in Erwägung gezogen.[8]
Forscher der Osaka University berichten mittlerweile von einer Reproduktion des Experiments. Das Team um Prof. Akito Takahashi schreibt: "Wir bestätigen, dass eine Transmutationsreaktion von [Caesium zu Praseodym] stattgefunden hat."[9] Ein LENR-Forscher, der nicht genannt werden möchte, sagte Telepolis, das Iwamura-Experiment sei so durchsichtig und bislang ohne Kritik, dass es in den nächsten Jahren für den Nobel-Preis berücksichtigt werden müsse.
Weitere Mitglieder der ISCMNS kommen aus Frankreich und China. Prof. Jean Paul Biberian ist Kernphysiker am Zentrum zur Erforschung verdichteter Materie und der Nanowissenschaft (CRMCN der Universität Marseille. Biberian ist Schirmherr der elften International Conference on Cold Fusion (ICCF11, die ab 31. Oktober 2004 an seiner Universität in Marseille stattfinden wird. Chinesische Physikgesellschaften hatten ICCF9 in Beijing, China, offiziell unterstützt. Aus Deutschland oder Osteuropa wird noch ein Repräsentant der ISCMNS gesucht.
Kalte Fusion auch in Deutschland
Die Webseite LENR-CANR.org ist über die Jahre zu einer gigantischen Forschungsdatenbank gewachsen. 122 tätige LENR-Forscher aus aller Welt sind dort verzeichnet. Mallove hat als langjähriger Beobachter und Herausgeber des Infinite Energy-Magazins einen guten Überblick über diesen Wissenschaftsbetrieb, der eigenständig und parallel zur etablierten Wissenschaft arbeitet. Er schätzt die Zahl der praktisch und theoretisch arbeitenden Forscher auf 1.000, viele Hundert davon in den USA.
Man findet darunter nur einen deutschen Forscher, den 1994 verstorbenen Prof. Heinz Gerischer. Gerischer war von 1969 bis 1986 Direktor des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft (FHI) und galt als führender europäischer Forscher auf dem Gebiet der physikalischen Elektrochemie. Nachdem er 1991 an einer Konferenz über kalte Fusion teilgenommen hatte, schrieb er[10] :
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Trotz meiner früheren Schlussfolgerungen - und der der Mehrzahl der Wissenschaftler -, dass das von Fleischmann und Pons 1989 berichtete Phänomen entweder auf Messfehler oder einen chemischen Ursprung zurückzuführen sei, gibt es jetzt unzweifelhaft überwältigende Hinweise, dass nukleare Prozesse stattfinden.
John M. Bockris, pensionierter Professor der Texas A&M University, war auf der Tagung in Italien dabei. "Als er ankam," erinnert sich Bockris an Gerischer, "glaubte er überhaupt nicht an das Phänomen. Als die Konferenz aber fortschritt, musste er seine Meinung ändern und in einer Rede am Ende sagte er das auch." Bockris' Team war laut eigenen Aussagen das erste, dass die Behauptung von Fleischmann und Pons belegen konnte, die Überschusswärme käme aus einer Kernreaktion. Die Belege seiner Tritium-Messungen hat er 1990 in Fusion Technology veröffentlicht, einem der wenigen Peer Review-Journale, die derartige Forschungsergebnisse veröffentlicht haben.[11] Bockris weiß noch, wie er mit Gerischers Memo für seine Forschung werben wollte. Dieser wünschte es jedoch nicht, weil er auf seinen Ruf habe achten müssen.
Prof. Gerhard Ertl, Direktor der Abteilung für physikalische Chemie am FHI, kann sich auch noch an seinen früheren Kollegen Gerischer erinnern. Ertl legt Wert darauf, dass Gerischer 1991 kein "offizieller Vertreter" des FHI mehr war. Nach dessen Rückkehr habe er ihm von seinem Sinneswandel erzählt, habe aber keine "handfeste wissenschaftliche Belege" präsentieren können. "Meine skeptische Einstellung wurde dadurch eher noch verstärkt", sagt Ertl, "und diese Einschätzung ist bis heute unverändert geblieben." Unter dem Eindruck zahlreicher negativer wissenschaftlicher Befunde habe auch Gerischer wiederum seine Meinung geändert, ohne damit aber erneut an die Öffentlichkeit zu treten. Der "hochverdiente und weitbekannte Elektrochemiker" Bockris würde "heutzutage wohl kaum mehr ernst genommen".
Bockris, der seine "abstrusen Vorstellungen zur Elementumwandlung" (Ertl) noch immer verfolgt, fragt sich heute auch, warum von den großen Industrieländern ausgerechnet in Großbritannien und in Deutschland niemand an der "größten Entdeckung des 20. Jahrhunderts" forsche. Es gibt jedoch deutsche Forscher, die an der kalten Fusion gearbeitet haben - allerdings in der Weimarer Republik. Die Berliner Chemiker Paneth, Peters und Günther haben ihre Arbeit "Über die Verwandlung von Wasserstoff in Helium" 1927 in den Berichten der Deutschen Chemischen Gesellschaft veröffentlicht. Die Berliner Chemiker arbeiteten mit den selben Palladium-Kathoden wie Fleischmann und Pons.[12] Auch im renommierten britischen Wissenschaftsjournal Nature berichteten sie darüber.[13] Es war das erste und letzte Mal, dass Nature Forschungsergebnisse zur kalten Fusion veröffentlichte.
Vergleich mit der Hypothese der Kontinentalverschiebung
Als im August des letzten Jahres im Büro von Prof. Hagelstein für acht Tage angeblich eine low energy nuclear reaction ablief, soll kein MIT-Forscher erschienen sein, der nicht ohnehin an der kalten Fusion arbeite, um sich von der Behauptung zu überzeugen - obwohl auf dem Campus über 150 Plakate hingen und zahlreiche persönliche Einladungen an Kritiker verschickt worden seien. Als am MIT ein zweites LENR-Experiment lief, wurden beide Lokalzeitungen, der Boston Herald und der Boston Globe, telefonisch gebeten, dieses zu dokumentieren. Kein Reporter erschien.[14]
Die CMNS-Forschungsrichtung gilt als pathologische Wissenschaft.
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Die wahre Pathologie aber ist der Zusammenbruch der normalen wissenschaftlichen Kommunikationskanäle, wo Wissenschaftler außerhalb der eng verbundenen kalten Fusions-Gemeinde sich nicht darum scheren, deren Behauptungen zu überprüfen. (...) So funktioniert Wissenschaft normalerweise. Aber nicht bei kalter Fusion.
Sharon Begley im September 2003 von der ICCF10-Konferenz im Wall Street Journal[15]
Henry Bauer, Professor für Chemie und Wissenschaftstheorie am Virginia Polytechnic Institute und Chefredakteur des Journal of Scientific Exploration, vergleicht diese Situation mit dem, was dem deutschen Geowissenschaftler Alfred Wegener am Anfang des letzten Jahrhunderts widerfahren ist. Wegener schlug 1912 seine Hypothese der Kontinentalverschiebung vor. Diese setzte sich jedoch erst nach dem zweiten Weltkrieg durch und ist heute Bestandteil der überprüften Theorie der Plattentektonik. So lange galt auch Wegener als pathologischer Fall. Sehr viele Entdeckungen in der Geschichte der Wissenschaft seien anfangs auf Widerstand gestoßen.[16]
"Dass Wissenschaftler neue Behauptungen, die gängige Theorien widersprechen, nicht bereitwillig akzeptieren", erläutert Bauer, "ist nicht pathologisch." Vielmehr sichere es die Verlässlichkeit der Wissenschaft. "Was aber pathologisch ist, ist wenn Behauptungen ohne angemessene Untersuchung abgelehnt werden." Und dieses sei bei der kalten Fusion wiederholt vorgekommen.[17]
Unerfüllbare Forderungen
Kritiker fordern, LENR-Forscher sollten ihre Ergebnisse in Wissenschaftsjournalen publizieren, welche veröffentlichte Arbeiten vorher überprüfen. Genau das wollen die Forscher auch, und beschweren sich, dass dieses bisher nur bei vier Journalen möglich war. "Es gibt keine Möglichkeit, veröffentlicht zu werden," wird MIT-Professor Hagelstein in der noch zu veröffentlichenden April-Ausgabe von Physics Today zitiert, "weil das Gebiet so verdorben ist. Kollegen wollen nicht einmal dabei erwischt werden, darüber zu reden."[18]
Forschungsergebnisse eines renommierten Forschers einer US-Universität mit "definitiven Hinweisen" auf kalte Fusion sollen von einem großen Journal, ohne einen Blick darauf zu werfen, abgelehnt worden sein, berichtet Mallove. Der Effekt: Große Teile der Wissenschaft wissen gar nicht, was sich in 15 Jahren auf dem Gebiert der LENR getan hat. "Ich dachte, der Großteil der kalten Fusions-Bemühungen wären längst ausgelaufen", zitiert die New York Times einen Forscher von der Universität von Wisconsin.[19]
Mit Bezug auf Begleys Artikel im Wall Street Journal schrieb Hagelstein im Herbst 2003 einen Brief an US-Energieminister Spencer Abraham und bat um eine Überprüfung der mittlerweile vorliegenden Daten zur kalten Fusion. Weiter geöffnet wurde die Tür zum Ministerium (DoE), so wird berichtet, durch den Energieunternehmer Randall Hekman und den republikanischen Kongressabgeordneten Vern Ehlers. Beide kennen Abraham aus Michigan. Hekman kritisierte einen "wissenschaftlichen McCarthyismus", "der jeden beeinflusst, der sich auf das Terrain wagt", und Ehlers sagte, es sei Zeit für eine Überprüfung, weil so viele Forscher an renommierten Institutionen arbeiteten. Den letzten Ausschlag zur Überprüfung brachte schließlich ein persönlicher Besuch von Hagelstein und weiteren LENR-Forschern im DoE. Der derzeitige Plan des Ministeriums sieht vor, dass Wissenschaftler eines noch zu besetzenden Ausschusses ein paar Tage lang Präsentationen anhören und anschließend individuell ihre Gedanken schildern. Eigene Experimente sollten nicht durchgeführt werden.[20]
Reaktionen auf den Plan des US-Energieministeriums
Dr. Michael McKubre, LENR-Forscher beim Forschungszentrum SRI International in Kalifornien, begrüßt die Überprüfung als "vernünftig, begründet und zum richtigen Zeitpunkt". Die Entscheidung sei eine "absolut logische Antwort" auf wissenschaftliche Fragen, die seit 1989 aufgekommen seien. Jean-Luis Naudin, dessen angeblicher kalter Fusions-Motor im ersten Teil vorgestellte wurde, sieht in der kalten Fusion die "beste und interessanteste Forschungsrichtung", in die er je geforscht habe: "Ich glaube, dass wir mit einem solchen Gerät wirklich den Durchbruch auf dem Gebiet der Energietechnik erleben werden."
Dr. Richard L. Garwin, Forscher und Berater der US-Regierung auf dem Gebiet der Militärtechnologie, bezweifelt, dass Naudins Motor Wärme aus kalter Fusion erlangt. Prof. William Happer, ebenfalls Berater der US-Regierung und wie Garwin Mitglied des DoE-Ausschusses zur kalten Fusion im Jahre 1989, schätzt, dass das DoE aktuell gezwungen worden sei, die Überprüfung durchzuführen[21] :
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Ich hoffe, dass sie keinen Schaden anrichten wird. Ich glaube nicht, dass es eines Ausschusses bedarf, um die kalte Fusion zu überprüfen. Wenn da irgendetwas real wäre, würden die Menschen heute schon ihre Häuser mit kalter Fusion wärmen. Das wäre viel besser als Wärmepumpen oder Wärme aus Strom. Die Tatsache, dass dieses nach 15 Jahren enthusiastischer Behauptungen über Wärme aus kalter Fusion nicht geschieht, ist die eloquenteste Zeugnis, dass kalte Fusion nicht existiert.
Prof. Ertl sagt, kalte Fusion werde am FHI sehr kritisch eingeschätzt: "Solange nicht grundlegende physikalische Prinzipien revidiert werden müssen (und dafür sehe ich derzeit keine konkreten Anhaltspunkte), betrachte ich Forschung auf diesem Gebiet als wenig sinnvoll." Auch das Forschungszentrum Jülich erklärt, dass die DoE-Initiative nichts daran ändere, dass man sich nicht mehr mit LENR beschäftige. Im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) geht man davon aus, "dass es ausreichend ist, auf die üblichen Wege wissenschaftlicher Kommunikation zu vertrauen, um von ernstzunehmenden LENR-Ergebnissen zu erfahren, wenn es solche geben sollte." Dr. Peter Ziegler vom Bundesministerium für Bildung und Forschung teilt mit[22] :
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Im BMBF werden die Arbeiten zur "Kalten Fusion" mit Interesse verfolgt. Die Möglichkeit, die Fusion leichter Atome mit niedriger Aktivierungsenergie zu erreichen, wäre ein großer Fortschritt in Richtung einer weltweiten, nachhaltigen Energieversorgung. Trotz der Vielzahl der dazu bisher vorgelegten Arbeiten gibt es nach der überwiegenden Expertenmeinung noch keinen eindeutigen, verifizierten Nachweis für diesen Ansatz, so dass die Möglichkeit, Fusionsreaktionen mit niedriger Aktivierungsenergie zu realisieren, derzeit äußerst zurückhaltend beurteilt werden muss.
Der für 2005 angekündigte Bericht des DoE zur "Kalten Fusion" wird es sicherlich erlauben, die Arbeiten auf diesem Gebiet besser als bisher einzuordnen und wird weltweit mit Interesse zur Kenntnis genommen werden. Sollte sich daraus ein Hinweis ergeben, dass eine "Kalte Fusion" doch als möglich zu betrachten ist, wird sich auch das BMBF erneut mit dieser Frage beschäftigen.
Edmund Storms, lange Zeit beschäftigt am Los Alamos National Laboratory (LANL) und seit 1989 tätig in der kalten Fusions-Forschung, begrüßt die Überprüfung als "lange überfällig", bleibt aber äußerst skeptisch[23] :
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Das DoE ist immer stark gegen LENR gewesen. Nun eine Kehrtwende zu machen, wäre eine große Peinlichkeit. Ich erwarte eine zurückhaltende Aussage in der Art: "Etwas Neuartiges scheint entdeckt worden zu sein, das weiter untersucht werden sollte." Das DoE wird dann ein paar große Institutionen bezahlen, den Effekt zu untersuchen. Diese Institutionen werden ohne Erfahrung von Null anfangen und daher negative Resultate erhalten. Dieses wird benutzt werden, um zu sagen, dass die Skeptiker von Anfang an Recht hatten. Währendessen werden mehrere Unternehmen den Effekt als kommerzielle Energiequelle entwickeln.
Demnächst Teil III: Der Hintergrund der Kontroverse um die kalte Fusion. Was wäre, wenn kalte Fusion echt ist?
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Zur Theorie der kalten Fusion
Haiko Lietz 13.04.2004
Teil 3: Wurde die kalte Fusion abgelehnt, weil sie der herrschenden Lehrmeinung widerspricht?
In den letzten 15 Jahren sind derart viele experimentelle Daten vorgelegt worden, die darauf hindeuten, dass Kernreaktionen auch bei niedriger Energie stattfinden können, dass das US-Energieministerium eine Untersuchung versprochen hat. Diese Experimente und die Reaktion der Wissenschaft darauf sind Inhalt der ersten beiden Teile dieser Serie: Kalte Fusion wieder heiß und Die unerzählte Geschichte der kalten Fusion. Der vorliegende Teil fragt nach Gründen für die Ablehnung der Wissenschaft. Dem Forscher Edmund Storms zufolge liegen diese zu acht Prozent in Unzulänglichkeiten der Experimente und zu 90 Prozent in einem Konflikt der Beobachtungen mit der konventionellen Modellvorstellung.
Der US-Bundesstaat Utah ist die Heimat der modernen Erforschung der kalten Fusion. An der Brigham Young University (BYU) begann diese bereits 1982. Die beiden Chemiker Dr. Martin Fleischmann und Dr. Stanley Pons haben 1984 an der University of Utah (UU) mit ihren Experimenten zur Spaltung schweren Wassers (mit Deuterium statt normalem Wasserstoff) durch Anlegung einer Spannung (Elektrolyse) begonnen.[1] Sie wollten überprüfen, ob sich dabei mehr Energie heraus holen lasse als rein gesteckt wurde, was sich durch die Entstehung von Überschusswärme äußern sollte. Als ihnen über die Jahre klar wurde, dass dies möglich ist, beschloss die Universität, dieses Verfahren patentieren zu lassen und dieses auf einer Pressekonferenz mitzuteilen. Patentanträge wurden am 21. März 1989 gestellt. Die Pressekonferenz fand zwei Tage später statt. Fleischmann zufolge waren "wirklich die Patentanträge" der Grund für die Pressekonferenz. Die Forschungsergebnisse sind erst am 10. April 1989 im Journal of Electroanalytical Chemistry veröffentlicht worden.[2]
Nach der Konferenz reagierte nicht nur die weltweite Presse schlagartig und schrieb von der "Lösung des Energieproblems". Da Fleischmann und Pons Kathoden aus dem wertvollen Palladium verwendet hatten, reagierte der Preis des Metalls in der Folge auf jede wissenschaftliche Äußerung wie der Ölpreis auf politische Äußerungen. Der Email-Austausch zweier Doktoranden am Massachusetts Institute of Technology (MIT), der interessanterweise online dokumentiert ist, lässt Einblicke in ein hysterisches Jahr 1989 zu.
Jeff und Rich verfolgten die Nachrichten über die Debatte der kalten Fusion ganz genau, denn sie hatten Geld in Palladium angelegt. Am 17. April bat Jeff Rich um eine Übersetzung einer Meldung des italienischen Fernsehsenders RAI 1, italienische Wissenschaftler hätten die Fusion bei Raumtemperatur bestätigt. "Offenbar haben die Titan und Deuteriumgas benutzt und KEINE Elektrolyse", schrieb Jeff, "und übrigens, Du hast heute $5 gewonnen." Rich antwortete am selben Tag:
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Die sagen die Idee für das Experiment kam aus der Frage 'ist wirklich Elektrizität nötig, um eine Interaktion zwischen Deuterium und einem Metall wie Palladium oder Titan zu realisieren?'... Warum Titan?
Tatsächlich hat ein Team vom Italienischen Nationallabor für Neue Technologien, Energie und die Umwelt (ENEA) zu besagtem Zeitpunkt ebenfalls auf einer Pressekonferenz über die Entdeckung von Fusionsprozessen bei Raumtemperatur berichtet, nachzulesen im Rückblick des beteiligten Plasmaforschers Prof. Franco Scaramuzzi.[3]
Chemiker gegen Physiker
Längst waren weltweit Versuche im Gange, das Fleischmann/Pons-Experiment zu wiederholen, eine gebotene Aufgabe der Wissenschaft, wenn - wie in diesem Fall - die vorgelegten Daten der etablierten Theorie widersprechen. Auch am MIT an der Ostküste wurde dieses versucht. Prof. Ronald Ballinger, Mitglied des 19-köpfigen MIT-Teams, sagte am 26. April 1989 während einer Anhörung des Ausschusses für Wissenschaft, Weltraum und Technologie des US-Repräsentantenhauses, er und seine Physiker-Kollegen seien "sehr frustriert" über die kommerzielle Art und Weise, wie die Chemiker in Utah mit ihren Forschungsergebnissen umgingen. Diese bedürften "großer Aufmerksamkeit" und wären - wenn wahr - ein "Durchbruch" mit "größter Bedeutung für die zukünftige Energieproduktion". Man selber und andere Teams hätten die Ergebnisse jedoch nicht reproduzieren können, "mit Ausnahme vielleicht der Ergebnisse aus Stanford, Europa und der UdSSR", die Ballinger jedoch nicht beurteilen könne. Die Fusionsbehauptung müsse als "nicht verifiziert" gelten, da Fleischmann/Pons Fusionsprodukte nicht in erwarteten Mengen gemessen oder berichtet hätten.[4]
Artikel im Boston Herald vom 1. Mai 1989
Für weiteren Vertrauensverlust sorgte ein Artikel auf Seite 1 des Boston Herald vom 1. Mai. Darin sagt Prof. Ronald Parker, damals Direktor des MIT-Plasma Fusion Center (heute PSFC), die Arbeit von Fleischmann/Pons sei "wissenschaftlicher Schund" und "vielleicht Betrug".[5] Am selben Tag fand eine Konferenz der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft (APS) statt. Palladium-Spekulant Jeff schrieb seinem Freund Rich am darauffolgenden Donnerstag:
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Schlechte Nachricht: Ich bin sicher, Du hast von der APS-Konferenz am Montag gehört, wo mehrere Physiker behaupteten, die kalte Fusion widerlegt zu haben, und viele andere Skepsis ausdrückten... Gute Nachricht: Wir haben das vorausgesehen, weil ich letzten Donnerstag eine Rede von Dr. Ballinger gesehen habe... Mehr schlechte Nachrichten: Wir haben trotzdem $60 verloren... Mehr gute Nachrichten: Am Montag wird es eine Konferenz der ACS (Amerikanische Chemische Gesellschaft) geben. Ich habe gehört, dass dort mindestens ein halbes Dutzend Bestätigungen angekündigt werden. Stanford bleibt bei seiner bereits angekündigten Bestätigung und Texas A&M hat mitgeteilt, dass eine zweite Gruppe positive Resultate produziert hat. Wir hoffen auf einen Vorteil durch diese erwarteten guten Nachrichten (und für den derzeitigen niedrigen Palladium-Preis).
Meinungsumschwung in Wissenschaft und Öffentlichkeit
Obwohl einige Labore berichteten, den Fleischmann/Pons-Effekt reproduziert zu haben, wandelte sich wissenschaftliches wie öffentliches Interesse alsbald in Ablehnung. Das vom Chefredakteur des Wissenschaftsjournals Nature, John Maddox, schon im Juli 1989 prognostizierte "Ende der kalten Fusion"[6] goss der Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses des US-Energieministeriums, ins Leben gerufen vom damaligen Präsidenten George Bush, im November 1989 in Zement[7] :
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Manche Labore unterstützen, üblicherweise stoßweise, die Behauptung aus Utah einer Produktion von Überschusswärme, aber die meisten Labore berichten von negativen Resultaten. Die, die Überschusswärme behaupten, finden keine entsprechenden Mengen von Fusionsprodukten so wie Neutronen und Tritium, was die deutlichste Signatur von Fusion wäre. Manche Labore berichten von Tritium. In diesen Fällen werden jedoch keine sekundären oder andere primäre Teilchen gefunden, so dass die bekannten Deuterium-Fusionsreaktionen als Quelle des Tritiums ausgeschlossen werden können. Der Ausschuss schließt daher, dass experimentelle Resultate von Überschusswärme (...) bis heute keine überzeugenden Belege darstellen, dass brauchbare Energiequellen aus dem Phänomen mit Namen kalte Fusion resultieren. Zusätzlich schließt der Ausschuss, dass berichtete Experimente bis heute keine überzeugenden Belege darstellen, dass die berichtete anomale Wärmeentstehung mit einer Kernreaktion in Verbindung steht.
Isabella Milch, die Pressesprecherin des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) berichtet rückblickend, die Aufmerksamkeit für kalte Fusion sei auch am IPP anfangs "sehr, sehr groß" gewesen. Die Forschungsrichtung habe sich in dieser Zeit "in gewissem Sinne" aber "ihren Ruf verdorben", weil zu viele Erfolgsmeldungen sich als unhaltbar erwiesen hätten. So auch eigene Versuche des IPP. "Wenn tatsächlich kalte Fusion in einem Experiment erreicht worden sein sollte, dann muss sich dies eindrucksvoller manifestieren. Erst dann ist auch mit einem erneuten Interesse der restlichen Fusionsforscher zu rechnen", so Milch.
Der Wissenschaftstheoretiker Prof. Henry Bauer sieht den Hauptgrund für den "Widerstand" in einer "disziplinären Dissonanz". Kalte Fusion sei hauptsächlich physikalische Chemie gewesen. Die vorgeschlagene Erklärung gehöre aber zu einer gänzlich anderen Disziplin: zur Kernphysik. Versuche der Physiker, das Experiment in ein paar Wochen zu wiederholen, hätten Elektrochemiker sofort als "inkompetent" erkannt. Umgekehrt hätten Fleischmann und Pons unter Zeitdruck versucht, die von der Physik erwarteten Fusionsprodukte zu messen, was wiederum inkompetente Versuche gewesen seien. Daraus sei in der Wissenschaft ein Widerstand erwachsen nach dem Motto: "Kernfusion kann nicht stattfinden, außer bei mehreren Millionen Grad und enorm hohen Drücken."
Wenn Theorie die Faktenlage bestimmt
Die New York Times drückte den Grund für die Ablehnung kürzlich mit den Worten aus, "weil kalte Fusion, falls real, nicht mit derzeitigen Theorien erklärt werden kann, überzeugten die ungereimten Resultate die meisten Wissenschaftler, das sie überhaupt nicht stattgefunden hatte."[8] Der Satz ist jedoch zumindest in einer Hinsicht falsch: Kalte Fusion ist mit derzeitigen Theorien erklärbar. Sie sind nur nicht anerkannt.
Dr. Edmund Storms und Dr. Michael McKubre haben sich nicht von Theorien abhalten lassen, empirisch an die kalte Fusion heranzugehen. Storms hat 34 Jahre lang am Los Alamos National Laboratory gearbeitet. McKubre ist Direktor des Energy Research Center am Stanford Research Institute (SRI International). Das Wired-Magazin zählt beide zu den Wired 25 des Jahres 1998, weil sie "ihre Karriere riskieren" um die Realisierbarkeit der kalten Fusion zu beweisen.
Edmund Storms vor einem Wärmemengenmesser in seinem Privatlabor in Santa Fe
McKubre hat sich 1989 durch Äußerungen bekannter Physiker ermutigt gefühlt, kalte Fusion zu erforschen. Edward Teller, der Erfinder der Wasserstoffbombe, habe ihm gesagt, er glaube nicht, dass kalte Fusion real sei. Wenn aber doch, könnte er es mit einer sehr kleinen Änderung der physikalischen Gesetze erklären.[9]
Ein Theoretiker der kalten Fusion war Julian Schwinger. Schwinger erhielt 1965 gemeinsam mit Sin-Itiro Tomonaga und Richard Feynman den Physik-Nobelpreis für die Begründung der modernen relativistischen Quantenfeldtheorie. 1989 ist er aus Protest, wie die Amerikanische Physikalische Gesellschaft mit dem neuen Phänomen umging, aus der APS ausgetreten.
Experimente haben in den Folgejahren eine Datenmenge hervorgebracht, die die Anforderung an eine Theorie klar umreißt. Demnach gibt es heute zwei Gruppen von Daten:
a Hinweise auf Kernfusion: Entstehung von Wärme, Messungen von Tritium (dem schwersten Wasserstoff-Isotop) sowie Helium-4, das mit der Wärmemenge korrespondiert. Außerdem geringe Mengen von Neutronen und Gammastrahlung.
b Hinweise auf Kernspaltung: Messung von Helium-4 und Transmutation (Umwandlung) von Elementen.[10]
Auf dem Weg zu einer Theorie der kalten Fusion gibt es drei Wege, wie die behauptete Fusion von Deuteriumkernen stattfinden kann:
(1) Deuterium + Deuterium > Tritium + Proton
(2) Deuterium + Deuterium > Helium-3 + Neutron
(3) Deuterium + Deuterium > Helium-4 + Gammastrahlung
Die Wege (1) und (2) sind die hauptsächlich zu erwartenden Reaktionen und werden mit gleicher Wahrscheinlichkeit erwartet. Der Einwand der etablierten theoretischen Physik lautet nun: Wenn die in den erstmals von Fleischmann und Pons durchgeführten Experimenten entstandene Wärme tatsächlich von einem Fusionsprozess herrührt, müssten Tritium und Neutronen in entsprechenden Mengen nachweisbar sein, was nicht der Fall ist.[11]
Zur Beantwortung der Frage, woher bei der kalten Fusion die Wärme rührt, nahm Schwinger den Umweg über das Phänomen der Sonolumineszenz Dabei wird eine Flüssigkeit mit Schallwellen zu Bildung von Gasblasen angeregt (Kavitation). In dem Moment, in dem diese Gasblasen wieder in sich zusammenstürzen (implodieren), wird Energie in Form eines Lichtblitzes frei. Es gibt also einen Mechanismus, bei dem kinetische Energie einer makroskopischen Einheit (Schallwelle) in eine mikroskopische Einheit (Atom) übertragen wird. Hinsichtlich der kalten Fusion stellte Schwinger die Frage, ob umgekehrt nicht auch Energie einer mikroskopischen Einheit in kinetische Energie einer makroskopischen Einheit übertragen werden könnte?[12]
Die Coulomb-Schwelle getunnelt
Was bedeutet das nun? Im klassischen Elektrolyse-Experiment zur kalten Fusion werden positiv geladenen Deuteriumkerne (Deuteronen) von der negativ geladenen Palladium-Kathode angezogen. Ein Teil der Deuteronen rekombiniert an der Kathode wieder zu Deuteriumgas, welches dort aufsteigt. Der andere Teil wird jedoch in das Palladium hineingezogen und besetzt dort Zwischengitterplätze des Palladium-Kristallgitters. Dort, erläutert Storms, fänden sich zwei oder mehrere Deuteronen "gelegentlich" in der Lage, sich zu Helium-4 zu verwandeln. Schwingers Theorie besagt nichts anderes, als dass die Gammastrahlung, die gemäß Weg (3) zu erwarten ist, vom Palladiumgitter aufgenommen wird. Die entstandene Wärme rühre entsprechend von der Energieaufnahme der Elektrode.
Es bleibt die Frage, woher die Deuteronen im Palladiumgitter die Energie erhalten, die es ihnen ermöglicht, die Coulomb-Schwelle zu überwinden. Das ist die Energiebarriere, die erst überwunden werden muss, damit zwei Teilchen gleicher Ladung sich so weit annähern können, dass es zur Fusion kommen kann. Hier setzt die Theorie des MIT-Forschers Prof. Peter Hagelstein an. Sie besagt, dass Energie zwischen Palladium-Atomen und Deuteronen über die Eigenschwingung des Kristallgitters ausgetauscht werde. Schwinger hatte die gleiche Idee und fühlte sich sofort an den Mössbauer-Effekt erinnert. Dieser beschreibt eine solche spontane Energieübertragung zwischen zwei Atomkernen.[13]
Kleine Energiepakete, die in einer stromdurchflossenen Flüssigkeit immer vorhanden sind, könnten bis zu 12 Billionen mal pro Sekunde ausgetauscht werden, besagt Hagelsteins Theorie. Nach mehreren Minuten könnten Kerne energetisch angeregt genug sein, dass die Coulomb-Schwelle überwindbar und eine Kernreaktion ermöglicht werde. Als Ergebnis dieser Kettenreaktion wäre unter anderem mit der Entstehung von Helium-4, bei genügend hoher Energie auch mit Kernspaltung zu rechnen.[14] Wie Edmund Storms erklärt, könnten die Kerne auch durch Wellenanregung per Laser oder Schallwelle zusätzlich energetisiert werden, um die Reaktion zu beschleunigen.[15]
Hagelsteins Theorie erklärt das Ausbleiben von Fusionsprodukten der Wege (1) und (2) in erwarteten Mengen dadurch, dass Weg (3) bevorzugt wird. Das Zustandekommen der Messergebnisse der Gruppen (a) und (b) wird nicht nur qualitativ erklärt, sondern auch quantitativ. Auch findet eine Erklärung, warum sich in der Praxis Kernreaktionseffekte angeblich erst nach mehreren Tagen einstellen. Essentiell beruht Hagelsteins Theorie auf dem sogenannten Tunnel-Effekt demzufolge die Deuteronen - besser: ihre Wellenfunktionen - mit gewisser Wahrscheinlichkeit jenseits der Coulomb-Schwelle liegen.[16]
"Unerwartet und ungewöhnlich"
Storms gibt zu, dass auch Hagelsteins Theorie Aspekte enthalte, die "normale" Wissenschaftler sich die Haare raufen lasse. Dieses gelte auch für andere Theorien auf dem Gebiet.[17] Zur Zeit sei es sehr schwer zu sagen, welche Theorie besser sei als andere. Der Forscher tippt, dass die finale Theorie Aspekte verschiedener Theorien beinhalten werde, "zusammen mit einer Idee, die bislang noch nicht vorgeschlagen worden ist." Dass in der Richtung der "Kernphysik der verdichteten Materie", zu der die Erforscher der kalten Fusion ihre Arbeit zählen, mit Überraschungen zu rechnen ist, zeigen auch Experimente der Technischen Universität Berlin. Schon länger war bekannt, dass Elektronen die Coulomb-Schwelle senken, weil die negativ geladenen Teilchen die positive Kernladung teilweise abschirmen.
Um weitere Tests zur Elektronenabschirmung zu machen, hat Dr. Armin Huke für seine Doktorarbeit Deuteronen in Metallgitter gepackt und diese mit weiteren Deuteronen beschossen. Obwohl die Deuteronen nicht genug Energie hatten, um die Coulomb-Schwelle von selber zu überwinden, maß Huke Fusionsprodukte. Dabei trat bei manchen Metallen ein Effekt auf, der laut McKubre den "definitorischen Unterschied" zwischen kalter und konventionell verstandener Fusion ausmache: Die Reaktionswege (1) und (2) traten nicht gleich häufig auf. Vollkommen "unerwartet und außergewöhnlich" wurde der Neutronenweg unterdrückt. Wie Hagelstein erklärt der Berliner Forscher seine Ergebnisse mit dem Tunnel-Effekt.[18]
Huke und die Berliner Gruppe sind nicht Teil der angeblich so "eingeschworenen Gemeinde" der kalten Fusions-Forscher und machen doch verwandte empirische Arbeit. Für Michael McKubre hat aus theoretischer Sicht "nie ein wirklicher Grund" bestanden, "kalte" Fusion anzuzweifeln. Dennoch war Theorie bislang zu 90 Prozent Grund der wissenschaftlichen Ablehnung, wenn man Edmund Storms glaubt. Wenn Unzulänglichkeiten der Experimente weitere acht Prozent ausmachen, so bleiben zwei Prozent. Dieser Ablehnungsgrund sei der, dass kalte Fusion "Konkurrenz für andere Energiequellen" darstelle.
Im folgenden Teil geht es demnächst um "die restlichen zwei Prozent" und die Frage: Was wäre, wenn kalte Fusion echt ist? Dieser Schwerpunkt auf die Theorie der kalten Fusion ist auch deshalb gesetzt worden, weil im Forum viel darüber diskutiert worden ist. Mittlerweile ist der Artikel in Physics Today über die versprochene Untersuchung des US-Energieministeriums erschienen.
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Der Kampf gegen die kalte Fusion
Haiko Lietz 03.06.2004
Teil 4: Was wäre, wenn sich jeder selber mit Energie versorgen könnte?
Die derzeit hohen Benzinpreise lassen uns spüren, wie sehr unsere Lebensweise von der Verbrennung fossiler Brennstoffe abhängt. Der Kinofilm The Day After Tomorrow (Supersturm mit frostiger Botschaft) führt uns vor Augen, welchen Preis wir oder unsere Kinder im schlimmsten Fall für unseren unnatürlichen Energiedurst zahlen müssen. In Teil 1 (Kalte Fusion wieder heiß) dieser Telepolis-Reihe wurde berichtet, dass Wissenschaftler 1989 eine Entdeckung bekannt machten, von der sie meinten, dass sie die Lösung unseres Energieproblems sein könnte: kalte Fusion. In Teil 2 (Die unerzählte Geschichte der kalten Fusion) wurde berichtet, dass zahlreiche Forscher die Entdeckung reproduziert haben und dafür von den Meinungsführern unserer Gesellschaft diskreditiert worden sind. In Teil 3 (Zur Theorie der kalten Fusion) wurde geschildert, dass Aussagen, kalte Fusion sei theoretisch unmöglich, wissenschaftlich nicht haltbar sind. Dieser Teil ist eine Episode zur Forschungspolitik. Die kalte Fusion ist von Teilen der Politik und der Wissenschaft aktiv bekämpft worden. Die Gründe dafür haben etwas damit zu tun, dass ein Kubikkilometer Meerwasser so viel Brennstoff enthält, wie in den gesamten bekannten Ölreserven schlummert, und dass nach Wunsch der Politik die heiße Fusion die Energiequelle der Zukunft sein soll.
Als im März 1989 auf der ganzen Welt der Startschuss fiel, die kalte Fusion zu reproduzieren, entschied sich auch das Electric Power Research Institute (EPRI) diese Forschung zu fördern. Das nichtkommerzielle Konsortium finanziert Forschung zur Energieerzeugung und -verteilung. Bestehende Förderbudgets des Stanford Research Institute und der Texas A&M University wurden unmittelbar zu Gunsten der kalten Fusion umgeschichtet. Texas A&M war für die Aufgabe überaus geeignet. Sie unterhielt 1989 nicht nur ein Zentrum für elektrochemische Systeme und Wasserstoff-Forschung und drei elektrochemische Arbeitsgruppen, sondern auch einen Teilchenbeschleuniger und ein Thermodynamisches Forschungszentrum. Ganze 90 Forscher waren 1989 an A&M in der Elektrochemie tätig, und EPRI beauftragte alle Arbeitsgruppen mit dem Versuch, die kalte Fusion zu reproduzieren.[1]
Die Gruppe von Prof. John O'M Bockris berichtete noch im selben Jahr von einer erfolgreichen Reproduktion, die sich durch große Mengen des Fusionsprodukts Tritium geäußert habe. Der Journalist Gary Taubes veröffentlichte daraufhin im Juni 1990 im Fachjournal Science einen Artikel, in dem er einen jungen Forscher aus Bockris' Team beschuldigte, Ergebnisse manipuliert zu haben. Der Doktorand Nigel Packham habe Tritium beigefügt, um seine Dissertation zu etwas ganz Besonderem zu machen. Vor dem Science-Artikel hatte Taubes bereits versucht, Packham zu einem Geständnis zu bewegen, indem er blöffte, ihn am nächsten Tag in der New York Times bloßzustellen. Die Anschuldigung war nie durch irgendein Experiment belegt. Hauptquelle war der A&M-Forscher Prof. Kevin Wolf.[2]
Bockris schreibt rückblickend, Wolf habe heimlich Experimentalflüssigkeiten, die bereits ein halbes Jahr eingelagert gewesen seien, auf schweren Wasserstoff analysiert, welchen gefunden, und somit gemeint, Taubes Vermutung stützen zu können. Der zugrunde liegenden Vermutung widersprach zunächst der EPRI-Programm-Manager und später das Ergebnis eines Experiments[3] , das Science aber nicht veröffentlichen wollte. Bockris wurde auch erst mit Verzögerung ein Leserbrief zugestanden, in dem er dann aber 26 weitere Labore zitierte, die ebenfalls Tritium gefunden hätten.[4] Auch Bockris bekam Probleme. Seine wissenschaftliche Integrität war Gegenstand zweier Untersuchungen seiner Universität, welche zeitweise überlegte, ihn zu entlassen. Am Ende wurde er von sämtlichen Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens freigesprochen, und er hat auch seine Auszeichnung behalten, nicht aber seinen vorher exzellenten Ruf. Bockris, Autor mehrerer Standardwerke zur Elektrochemie, hatte das Pech, die falschen Experimente gemacht zu haben.[5]
1992 berichtete Bockris' Team als erstes von der Messung des Fusionsproduktes Helium. 1994 wurde über die Transmutation (Umwandlung) von Kohlenstoff in Eisen berichtetet und 1995 habe man entdeckt, "dass viele neue Elemente in Palladium entstehen, wenn man damit über mehrere Wochen Wasserstoff elektrolysiert."[6] Interessanterweise erhielt auch Professor Wolf 1992 Hinweise auf neu entstandene Elemente. Wolfs Team maß in einem einzelnen Elektrolyse-Experiment die Entstehung von Silikon, Eisen, Kupfer, Zink und Gold, konnte dieses aber nie wiederholen. Dr. Tom Passell, der EPRI-Programm-Manager, bei dem Wolf Bockris zuvor für die Manipulation von Tritium-Messungen angeschwärzt hatte, veröffentlichte Wolfs Ergebnisse 1995.[7]
Überstürzte Experimente
So lange hat der Untersuchungsausschuss des US-Energieministeriums (ERAB), ins Leben gerufen vom damaligen Präsidenten George Bush senior, nie gewartet. Im Abschlussbericht vom November 1989 sind dennoch bereits fünf Forschungsgruppen aufgeführt, die Hinweise auf kalte Fusion in Form von Überschusswärme veröffentlicht haben: neben der ursprünglichen Gruppe von der University of Utah[8] und den beiden A&M-Gruppen[9] noch jeweils eine von der Stanford University[10] und der University of Minnesota[11] , deren Arbeit letztendlich vom Fachblatt Nature zur Veröffentlichung aber abgelehnt worden ist.
Dem gegenüber werden 13 Gruppen genannt, die in ihren Veröffentlichungen nicht von Überschusswärme oder Fusionsprodukten berichteten. Vier Experimente haben aufgrund des hervorragenden Rufs der ausführenden Labore besonders zum ablehnenden Fazit des Untersuchungsberichts und generell zur Ablehnung der kalten Fusion beigetragen: das des California Institute of Technology (CalTech)[12] , des britischen Harwell Laboratory[13] , beide veröffentlicht in Nature, das des Massachusetts Institute of Technology (MIT)[14] und des Naval Weapons Center[15] der US Navy.
Kurz nach Veröffentlichung des ERAB-Berichts an die Regierung und nachdem sich Wissenschaft wie Öffentlichkeit eine (ablehnende) Meinung gebildet hatte, nahm der Lauf der Dinge erneut eine Wendung. Auch vom Navy-Labor kam nun eine Bestätigung anomaler Überschusswärme in kalten Fusions-Experimenten. Erst Palladium-Kathoden, die das Labor im September 1989 erhalten hatte, brachten die Bestätigung der Wärmeproduktion und der Entstehung des Fusionsproduktes Helium-4.[16] Diese neuen Ergebnisse hatten es nicht mehr in den ERAB-Bericht geschafft. In ihrem Abschlussbericht von 1996 berichtet die Navy von einem anomalen Leistungsgewinn bei 28 von 94 Experimenten. Bestätigt wurde auch der Zusammenhang zwischen der Entstehung von Überschusswärme und Helium-4.[17]
Bestätigung der kalten Fusion durch zehn Jahre Forschugn der US Navy
Die Forschung bei der Navy ging weiter. Im Februar 2002 erschien der technische Bericht 1862.[18] Ein gutes Jahr später griff der New Scientist den Bericht auf und schrieb, nach mehr als 200 Experimenten, durchgeführt während zehn Jahren in verschiedenen Labors der Navy, seien manche Forscher bereit, Ereignisse zu bezeugen, die nicht nur zeigten, dass kalte Fusion real sei, sondern auch, dass sie nicht anders erklärt werden könne. "Mir war ein bisschen unwohl dabei, meinen Unterschrift [unter den Bericht] zu setzen", gab Dr. Frank Gordon, Direktor des Navigation and Applied Sciences Department in San Diego, dem New Scientist gegenüber zu. "Doch unsere Daten sind so, wie sie sind, und wir stehen dazu." Ein anderer Navy-Forscher berichtet[19] von Einschüchterungsversuchen:
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Ziemlich prominente Persönlichkeiten der Physik-Gemeinde sprachen Drohungen aus. (...) Sie sagten, sie seien sich bewusst, dass staatliche Forschungsgelder in die kalte Fusions-Forschung gehen würden und dass sie alles versuchen würden, dieses zu verhindern.
Bedrohung der Budgets für die heiße Fusion
Mann muss wissen, dass reguläre Forschungsbudgets auch in den USA knapp bemessen sind. Werden Forschungsgelder einem bestimmten Gebiet zugewiesen, fehlen sie einem anderen. Auch das Stanford Research Institute (SRI) hatte von EPRI keine zusätzlichen Gelder erhalten. Dr. Michael McKubre, der vor 1989 für EPRI bereits zehn Jahre in der Elektrochemie tätig gewesen war, erhielt ein neues Forschungsziel, womit seine vorherige Forschung abrupt endete. Nach fünfjähriger Forschung konnte auch das SRI mit Gewissheit sagen, dass kalte Fusions-Zellen eine unverstandene Leistungsquelle darstellten.[20] "Die Wissenschaft ist sehr träge," teilte McKubre mit, "und die Idee der kalten Fusion war sehr Unruhe stiftend."
Am 26. April 1989 hatte eine Abordnung aus Forschern und Politikern des US-Bundesstaats Utah, der Heimat der modernen Erforschung der kalten Fusion, den Ausschuss für Wissenschaft, Weltraum und Technologie des US-Repräsentantenhauses um 25 Millionen Dollar zur Erforschung dieser gebeten. Dass es so nicht kam, dazu hat die Aussage vor dem Ausschuss von Prof. Ronald Ballinger und die anschließende negative Presse beigetragen. Ballinger leitete damals das Forschungsprogramm zur heißen Fusion des Plasma Fusion Center am MIT. Das PFC musste fürchten, dass es Forschungsgelder an die kalte Fusion verliert.
Prof. William Happer, 1989 Mitglied des Energieministerium-Ausschusses (ERAB), hat die damaligen Bemühungen zur Beschaffung von Forschungsgeldern für die kalte Fusion kürzlich als "schädliche Politisierung der Wissenschaft" bezeichnet. Es wäre bei der Anfrage um 25 Millionen Dollar nur um persönlich Bereicherung gegangen. Immerhin wisse man ja heute, dass kalte Fusion "nicht reproduzierbar" gewesen sei.[21] Dabei kennt Happer die Ergebnisse beispielsweise der Navy. Der Leiter derer Untersuchungen Dr. Melvin Miles hat sie allen ERAB-Mitgliedern im Sommer 1990 mitgeteilt, ohne eine Antwort zu erhalten.[22]
Die "revolutionäre Entdeckung" der kalten Fusion kam in den Worten des Abgeordneten Wayne Owens aus Utah zeitgleich mit dem "Eintritt in das Zeitalter alarmierender Umweltprobleme".[23] Die aktuelle Ankündigung des US-Energieministeriums, die mittlerweile vorliegenden Daten zur kalten Fusion überprüfen zu wollen[24] , kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Umweltprobleme noch alarmierender und die Knappheit von Energie, Wasser und Nahrungsmitteln noch viel deutlicher geworden sind (vgl. Maulkorb für Nasa-Wissenschaftler).
Eintritt in die "hydrogen economy"
Evident sind aktuelle Äußerungen der US-Administration zur "Wasserstoffwirtschaft", in die man nun eintrete. Im Februar 2003 kündigte Präsident George W. Bush eine 1,2 Milliarden Dollar schwere Wasserstoff-Initiative an, um Amerikas wachsende Abhängigkeit von Ölimporten zu kontern. Die USA haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, ihre Transportinfrastruktur, die zwei Drittel der nationalen Ölimporte verbrennt, bis 2020 auf schadstofffreie Wasserstoffverbrennung umzustellen.
Die Regierung zeigt sich dabei gewillt, die Kontrolle über die Energiequelle der Zukunft zu behalten. 2015 steht für den Kongress und die beteiligten Unternehmen die Kommerzialisierungsentscheidung an. Bis dahin soll weiter geforscht werden. Eine "Aufklärungskampagne" soll die Nation für diese Absicht gewinnen. Arnold Schwarzenegger, Gouverneur von Kalifornien und Kuratoriumsmitglied der George Bush Foundation, macht bereits fleißig Werbung für den "Wasserstoff-Highway". Präsidentschaftskandidat John Kerry sagte kürzlich - ohne Details zu nennen -, auch er habe einen Plan, in "neue Technologien und alternative Treibstoffe" zu investieren, um "die derzeitige Energiekrise" zu beenden. Am 15. Jahrestag der Wiederentdeckung der kalten Fusion, dem 23. März 2004, begann das Energieministerium außerdem eine Fortbildungsreihe für Beamte über "Versprechen und Herausforderung der Wasserstoff-Energie".
Für die langfristige Energieversorgung setzen die USA auf "Kernkraft und Fusionsenergie der nächsten Generation". Nachdem die Clinton-Administration ihre Forschungsbeteiligung am International Thermonuclear Experimental Reactor (ITER) zurückgezogen hatte, ist die Bush-Administration Anfang 2003 wieder beigetreten. ITER ist ein geplanter Forschungsreaktor, der den Durchbruch bei der Energiegewinnung durch heiße Fusion bringen soll.
Heiße Fusion gilt als potentielle Lösung des Energieproblems der Erde. Dabei wird Deuterium und Tritium verschmolzen. Um diese Wasserstoffisotope in ein reaktives Plasma zu verwandeln, sind Temperaturen von über 100 Millionen Grad Celsius nötig. Vorbild der Reaktion sind Prozesse in der Sonne, wie sie derzeit verstanden werden. Wenn in einem solchen Reaktor zwei schwere Wasserstoff-Teilchen zu einem neuen schwereren Teilchen fusionieren, wird Bindungsenergie frei. Seit nunmehr 50 Jahren wird an der Nutzbarmachung dieser Energie geforscht. Optimistische Schätzungen gehen davon aus, dass diese Energiequelle in 50 Jahren zur Grundlastdeckung zur Verfügung stehen könnte.
Im ersten heißen Fusionsreaktor, dem Joint European Torus (JET) in England, konnte 1998 für einige Sekunden eine heiße Fusion aufrechterhalten werden. Dabei wurden 16 Megawatt Leistung frei. Allerdings musste das eineinhalbfache an Energie aufgewandt werden, um die Fusionsbedingungen zu erreichen. ITER soll zehn- oder zwanzigmal so viel Energie erzeugen, wie zum Erreichen der Zündbedingungen benötigt wird.[25] Eigentlich sollte sich ITER bereits im Bau befinden, doch die USA verzögern ihn aus politischen Gründen.[26]
Spekulative Zukunft der heißen Fusion
Auch außerhalb der USA hat die Erforschung der heißen Fusion einen sehr hohen Stellenwert. ITER ist ein internationales Forschungsprojekt. Neben den USA und der EU sind auch Japan, Russland, China und weitere Länder beteiligt. In Deutschland ist die Fusionspolitik Bestandteil der Internationalen Nuklearpolitik. Das Auswärtige Amt sieht in der Kernfusion eine "Option für die kommerzielle Energieversorgung etwa zur Mitte dieses Jahrhunderts".
Die Möglichkeit heißer Fusion zur "Absicherung gegenüber Energieknappheit angesichts der Erschöpfung der fossilen Energieträger" erkennt auch das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (BAT). Ein gewisses Umweltrisiko stellten die langfristige radioaktive Kontaminierung der Reaktorwände und nicht ganz leicht beherrschbare Eigenschaften des Brennstoffs Tritium dar. Die Hauptkritik, die der heißen Fusion entgegengebracht wird, liegt jedoch in den immensen Kosten, die bei solchen Großprojekten anfallen.
Die EU hat bis 2000 fast zehn Milliarden Euro an Fördergeldern aufgebracht; Deutschland in den letzten Jahren fast so viel wie zur Förderung erneuerbarer Energien, im Mittel 130 Millionen. Bis zur Realisierung der Stromerzeugung müssten bis Mitte des Jahrhunderts weitere 60 bis 80 Milliarden Euro aufgebracht werden (vgl. Update: Kernfusion als Energiequelle der Zukunft?). Für das BAT ist die Bewertung der Wirtschaftlichkeit der Fusionsenergie gegenüber konkurrierenden Energieträgern "höchst spekulativ"[27] :
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Alleine die Geschwindigkeit des technologischen Fortschrittes und die Kostenentwicklung bei konkurrierenden, z.B. regenerativen Energiesystemen, die von immenser Bedeutung für deren Konkurrenzfähigkeit ist, entziehen sich der langfristigen Vorhersagbarkeit. Als sicher gilt, dass die Investitionen gegenüber den Betriebskosten die Stromgestehungskosten dominieren werden. Für eine Anlage mit 1.000 MWe werden 5 bis 6 Mrd. Euro angegeben. Fusionskraftwerke werden damit sehr kapitalintensive Großprojekte sein. Sie werden sich daher hauptsächlich für die zentralisierte Stromerzeugung in der Grundlast eignen.
Kalter Strich durch die heiße Rechnung?
In diese Situation, tatsächlich in die Hauptphase der politischen Entscheidung zu ITER, platzte 1989 die Ankündigung der kalten Fusion. Milliardenschweren Großprojekten, die sich nur zur zentralisierten Energieerzeugung eignen und erst in ferner Zukunft eine Energiegewinnung versprechen, stellten sich kompakte Laborprojekte entgegen, die Energie angeblich jetzt schon reproduzierbar abgeben und die vor allem dezentral eingesetzt werden könnten.
JET-Reaktorraum zur heißen Fusion
Trotz früher positiver Berichte aus fünf Labors war das Ausbleiben einer Bestätigung durch das MIT, Harwell und CalTech der Hauptgrund für die heute etablierte Meinung, kalte Fusion funktioniere nicht. Nach der Publikation ihrer negativen Ergebnisse wurden alle drei Labore von außenstehenden Forschern kritisiert. "Schwerwiegende Fehler" würden die Akzeptanz dieser Studien als glaubhafte Untersuchungen "ultimativ unterminieren", kritisierte ein Navy-Team erstmals 1991. Die CalTech-Ergebnisse könnten nicht beweisen, dass keine anomale überschüssige Leistung frei würde, und seien bei Berücksichtigung von Fehlerquellen sogar in guter Übereinstimmung mit eigenen Ergebnissen und den ursprünglichen der Professorn Martin Fleischmann und Stanley Pons aus Utah.[28] In einer späteren Veröffentlichung schrieben Forscher der Navy und der University of Texas, obwohl die CalTech-Experimente oft als Widerlegung der kalten Fusion zitiert würden, zeige deren Bericht im Gegenteil einen Leistungsgewinn von 13 Prozent.[29] Den qualitativ gleichen Schluss ziehen zwei weitere Forscher mit der Begründung, CalTech hätte eine ungeeignete Methode benutzt.[30]
kaltes Fusions-Experiment zur Lehre an der italienischen Augusto Monti Hochschule
Auch eine Analyse der Harwell-Daten erbrachte Hinweise auf einen möglichen Leistungsgewinn.[31] Das Harwell Laboratory befindet sich seit 1954 unter der Ägide der staatlichen United Kingdom Atomic Energy Authority und ist seitdem, neben anderen Laboren, für Großbritanniens heißes Fusionsprogramm zuständig. Seit 2000 betreibt die UKAEA den Versuchsreaktor JET.
Das MIT-Team mit direktem Forschungsauftrag vom US-Energieministerium war prominent mit Forschern des Plasma Fusion Center (PFC zur Erforschung der heißen Fusion besetzt. Neben der Überstürzung der Experimente wurde das MIT-Team unter anderem für seine schlechte Fehlertoleranz kritisiert. Arbeiteten die Forscher aus Utah mit einer Messgenauigkeit von einem Milliwatt, waren die Ergebnisse des MIT mit 40 Milliwatt weitaus weniger aussagekräftig.[32] Ein Leistungsgewinn, den es ja zu reproduzieren galt, könne dabei "sehr leicht unentdeckt" bleiben.[33] EPRI-Manager Passell, der die kalte Fusions-Forschung seit 1989 begleitet und bis 1994 finanziert hat, sieht die Herangehensweise mancher Labore wie folgt[34] :
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Viele versuchten, die kalte Fusion zu reproduzieren, weil sie sich eben nicht sicher waren, dass es nicht klappen würde. Als sie es aber in Kürze nicht schafften, fingen sie an, die kalte Fusion zu denunzieren. Sie hatten sich nur ein paar Monate Zeit genommen. Es kam mir vor, als arbeiteten sie mit dem Konzept, erstens die Budgets für die heiße Fusion zu schützen und zweitens - falls es tatsächlich klappen sollte -, den Anschluss nicht zu verpassen.
Heavy Watergate?
Möglicherweise war man sich am PFC sogar mehr als unsicher, dass es nicht doch funktionieren könnte. Dr. Eugene Mallove teilte kürzlich mit, warum er im Juni 1991 seinen Job als MIT-Pressesprecher gekündigt hatte[35] :
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Bis zum Frühling 1991 hatte ich Betrug in der Berichterstattung der MIT-Experimentaldaten des heißen Fusions-Labors vom Frühling 1989 gefunden - in der Phase-II-Kalorimetrie, welche ein Versuch war, das [Fleischmann/Pons]-Experiment zu reproduzieren. Die Experimentaldaten zeigten, bevor sie in betrügerischer Absicht verändert worden waren, ein positives Ergebnis.
Leiter der besagten Experimente war Prof. Ronald R. Parker, der sich auch schon vor Beginn der eigenen Experimente überzeugt zeigte, kalte Fusion sei "wissenschaftlicher Schund".[36] Noch vor der Analyse der eigenen Daten feierte das MIT mit einer Party das Ende der kalten Fusion, berichtete Mallove von seinem damaligen Campus. Am 10. Juli 1989 stolperte Mallove über ein Diagramm, das für die Verwendung schweren Wassers im Experiment einen Leistungsgewinn angab. Drei Tage später veröffentlichte das PFC seinen endgültigen Bericht. Diesem war dieser Leistungsgewinn nicht mehr zu entnehmen, das Diagramm war verändert. Mallove gab das ursprüngliche Diagramm dem MIT-Forscher Dr. Michell Swartz. Dieser folgerte, dass die Leistungskurve für die Veröffentlichung auf Null gesenkt worden sei, was eine Wärmeproduktion (einen Hinweis auf kalte Fusion) vernebelt habe.[37] Andere Forscher zweifelte die PFC-Ergebnisse aus analytischen Gründen an.[38]
Daten für das Kontrollexperiment mit leichtem Wasser, bei dem keine kalte Fusion zu erwarten ist: Die tatsächliche (schwarz) und veröffentlichte (blau) Kurve des Leistungsgewinns im kalten Fusions-Experiment des MIT liegen im Mittel bei Null.
Mallove verließ das MIT unter Protest, nachdem ihm über Monate die Rohdaten vorenthalten worden waren und er merkte, wie er zur "unethischen Manipulation der Presse" benutzt worden sei. Mallove forderte eine Untersuchung der Vorkommnisse, die aber nach monatelanger Auseinandersetzung von MIT-Präsident Prof. Charles M. Vest im Frühling 1992 endgültig abgelehnt wurde.[39] Vest ist seit 2003 wissenschaftlicher Berater des Energieministeriums (DoE). Whistleblower Mallove hielt die Vorkommnisse am MIT für "einen der schlimmsten wissenschaftlichen Betrugsfälle der Geschichte". Doch auch im besten Fall handelt es sich um eine "Politik gütiger Nachlässigkeit", wie der Reporter Hal Plotkin im San Francisco Chronicle schrieb.[40]
Daten für das Experiment mit schwerem Wasser, bei dem kalte Fusion unter Umständen zu erwarten wäre: Die unveröffentlichte Kurve (schwarz) liegt über Null. Die veröffentlichte Kurve (blau) zeigt keinen Leistungsgewinn als Hinweis auf kalte Fusion mehr.
Da der Druck zu groß geworden war, veröffentlichte das MIT-PFC 1992 einen technischen Anhang zur ursprünglichen Veröffentlichung. Darin wird praktisch eingestanden, die Kurve verändert zu haben. Mit der Veränderung sei dem Einfluss "bekannter Quellen systematischer und statistischer Fehler" Rechnung getragen worden.[41] Dieses ist ein schwerer wissenschaftlicher Protokollfehler, denn aus der Veröffentlichung von 1989 ging dieser Schritt nicht hervor. Effektiv hat das PFC mit der Nachveröffentlichung auch rückwirkend das Ziel des ursprünglichen Experimentes neu definiert. Es sei 1989 tatsächlich darum gegangen, nach Störeinflüssen zu fahnden. "In der Wissenschaft erlauben wir es normalerweise nicht, das Ziel eines Experiments neu zu definieren, um es den Ergebnissen anzupassen", kommentierte Mallove diesen Schachzug.[42]
Politisierung der Forschung
Spätestens seit 1992 werden Patentanträge, in denen kalte Fusion behauptet wird, vom US-Patentamt abgelehnt. Die Begründung unter Berufung auf den ERAB-Ausschuss und speziell die MIT-Ergebnisse lautet, dass es keine kalte Fusion gäbe. Und weil es sie nicht gäbe, könne sie auch in keinem Patent beschrieben werden.[43]
Wie im Krieg scheint es der US-Administration auch in der Wissenschaft darum zu gehen, die Informationshoheit zu besitzen. Im März 2004 hat die US-amerikanische Vereinigung Besorgter Wissenschaftler (UCS) der Bush-Regierung vorgeworfen, "wissenschaftliche Ergebnisse, die ihrer Politik widersprechen, zu verzerren und zu zensieren". Besonders besorgt stimmen die Wissenschaftler aktuelle Pläne der Regierung, Sammlung und Überprüfung wissenschaftlicher Informationen in einem Büro im Weißen Haus zu zentralisieren und der privaten Industrie mehr Einfluss zu geben. Ein Forscher warnt, die neue Regelung mache das Weiße Haus zu einem "Pförtnerhaus" für wissenschaftliche Informationen und würde "Integrität in der Wissenschaft ultimativ zerstören". Ein Abschnitt über kalte Fusion steht nicht im UCS-Bericht.[44] .
Das Verteidigungsministerium hatte bereits 1993 die JASON-Gruppe beauftragt, den damaligen Stand der kalten Fusions-Forschung zu berichten. JASON ist ein vertrauliches Berater-Gremium der US-Regierung in wissenschaftlichen Fragen. Vorsitzender bis 1990 war Prof. Happer, ERAB-Mitglied des DoE zur kalten Fusion. Vor elf Jahren ließen sich zwei JASON-Wissenschaftler einen Tag lang von McKubre und Passell die Experimente am SRI zeigen: Prof. Richard L. Garwin, ebenfalls ERAB-Mitglied und außerdem UCS-Vorstandsmitglied, und Prof. Nathan L. Lewis, Leiter der 89er Experimente des CalTech. In einem Bericht an das Pentagon, der von Steven Krivitt von der New Energy Times freundlicherweise zur Verfügung gestellt worden ist, schreiben die JASONs über die positiven Ergebnisse des SRI, sie hätten keine Fehler entdecken können, die die Überschusswärme erklären könnten. An die große Glocke haben sie das nicht gehängt.
Bericht von Regierungsberater Garwin zum positiven kalten Fusions-Experiment des SRI an das Pentagon
Wenn das Energieministerium Wort hält, ist man dort bereits mit der Prüfung der vorliegenden Berichte zur kalten Fusion beschäftigt. Im Hinblick auf die aktuell bekundete Absicht des Energieministeriums, die kalte Fusion erneut zu überprüfen, wollen Plotkins Worte, nicht die Experimente sollten Gegenstand einer Untersuchung sein, sondern das DoE selber, nicht so recht verhallen.[45]
Was wäre, wenn kalte Fusion echt ist?
Warum die Überstürzung, die vermeidbaren Fehler, die politische Einflussnahme und die Manipulation? Warum der Kampf gegen die kalte Fusion, wenn sie doch gar nicht funktioniert? Um diese abschließende Frage zu beantworten muss man sich damit beschäftigen, was eigentlich wäre, wenn kalte Fusion echt sein sollte. Prof. Martin Fleischmann, Wiederentdecker der kalten Fusion in 1989, sagte 1998 in einem Interview[46] :
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Man muss sich fragen, wer diese Entdeckung will? Glauben Sie, dass die sieben Schwestern [die großen Ölkonzerne] sie wollen? Passt sie in irgendein makroökonomisches oder mikroökonomisches Konzept? Ich glaube nicht.
Berechnungen des US-Office of Naval Research zeigen, dass ein Kubikkilometer normalen Seewassers genug schweres Wasser enthält, um die Verbrennungsenergie der gesamten bekannten Ölreserven aufzurechnen. Für den Forscher Dr. Edmund Storms spricht bislang nichts dagegen, kalte Fusion als Energiequelle zu nutzen, "entweder als Anwendung im großen Maßstab oder im kleinen, wie etwa in Batterien." Manche Forscher sehen die Möglichkeit gegeben, mit dem Verfahren Meerwasser zu entsalzen und es auf langem Weg in trockene Regionen zu transportieren.[47] Bei der kalten Fusion fällt nur unter Umständen leicht radioaktives Tritium an. Da aber auch von Transmutationen (Umwandlungen) von Elementen berichtet wird, könnte sich das Verfahren auch zum Entstrahlen von Atommüll eignen.[48] . Letztendlich ließen sich sogar teure Elemente aus billigen herstellen, meint Prof. Bockris. Kalte Fusion wäre Alchemie in modernem Gewand.
Auch Charles Platt ist der Frage "What If Cold Fusion Is Real?" 1998 im Wired-Magazin in einem überaus lesenswerten Artikel nachgegangen[49] :
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Wenn Fusion bei niedriger Energie tatsächlich existiert und perfektioniert werden kann, könnte die Stromerzeugung dezentralisiert werden. Jedes Haus könnte sich selber wärmen und seine eigene Elektrizität erzeugen, wahrscheinlich mit einer Art von Wasser als Treibstoff. Sogar Autos könnten durch kalte Fusion angetrieben werden. Massive Stromgeneratoren und hässliche Überlandleitungen gehörten der Vergangenheit an, genau wie importiertes Öl und unser Beitrag zum Treibhauseffekt.
Bereits 2002 forderte Dr. Gordon von der Navy, "dass Organisationen mit Forschungsgeldern der Regierung in diese Forschung investieren". Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit dazu?
Diese Telepolis-Reihe ist Eugene Mallove gewidmet. Gene hat sich für eine bessere Welt eingesetzt. Am 14. Mai 2004 ist er im Haus seiner Eltern umgebracht worden. Sein Vermächtnis ist das 57-seitige Protokoll der Vorkommnisse am MIT, das auf der Seite des Infinite Energy-Magazins frei zugänglich ist. Steven Krivitt betreibt ein Portal mit Informationen zu Genes Ermordung.
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Die Rückkehr der kalten Fusion?
Haiko Lietz 17.10.2004
Teil 5: Weltweit erhoffen sich Forscher von einem Gutachten des US-Energieministeriums die wissenschaftliche Anerkennung für die Erforschung einer potentiellen Energiequelle
Die kalte Fusion steht möglicherweise kurz vor ihrem Durchbruch. Seit 1989 gibt es die Behauptung, durch die elektrische Spaltung von schwerem Wasser lasse sich Energie gewinnen. Die wissenschaftliche Gemeinde hatte sich gegen diese Möglichkeit ausgesprochen, doch die Forschung ging weltweit und unbemerkt weiter. Eine Überprüfung der mittlerweile vorliegenden Forschungsergebnisse durch das US-Energieministerium ist praktisch abgeschlossen. Kalte-Fusions-Forscher hoffen, dass ein positives Gutachten ihr Forschungsgebiet nach gut 15 Jahren der Ächtung legitimieren wird. Langsam wird nicht mehr nur in Fachkreisen diskutiert, welchen Einfluss die möglicherweise neue Technologie auf eine Gesellschaft und die Sicherheit einer Nation haben könnte.
Als die kalte Fusion 1989 bekannt wurde und weltweit Bemühungen einsetzten, die behauptete elektrochemische Fusion von Wasserstoffatomen zu wiederholen, war sofort von einer Revolution der Energiegewinnung die Rede. "Kalte Fusion hat das Potential, den Energiedurst der Welt zu stillen, mit Meerwasser als Brennstoff und ohne Umweltverschmutzung oder schädlichem Abfall", schreibt die International Society for Condensed Matter Nuclear Science (ISCMNS).
Das erste Gutachten des US-Energieministeriums schloss im November 1989, "dass die gegenwärtigen Hinweise auf die Entdeckung eines neuen nuklearen Prozesses nicht überzeugend sind", und sprach sich gegen die Bewilligung von Forschungsgeldern aus (Kalte Fusion wieder heiß). Die Untersuchung des Ausschusses schloss jedoch nicht ohne Kontroverse. Der stellvertretende Vorsitzende Prof. Norman Ramsey forderte, dass ein Vorwort von ihm in den Abschlussbericht aufgenommen werden müsse. Andererseits würde er zurücktreten. Da es dem Ansehen des Ausschusses geschadet hätte, wenn der Nobelpreisträger Ramsey zurückgetreten wäre, wurde dessen Forderung als Präambel aufgenommen[1] :
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Aufgrund der vielen widersprüchlichen Behauptungen ist es derzeit nicht möglich, kategorisch zu sagen, dass alle Behauptungen zur kalten Fusion entweder belegt oder widerlegt worden sind. (...) Sogar eine kurze aber gültige Phase der kalten Fusion wäre revolutionär.
Auch das Team des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, das die kalte Fusion jedoch nicht reproduzieren konnte, schrieb 1990[2] :
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Von Anfang an war klar, dass [die kalte Fusion] entweder einer der größten Flops des Jahres oder eine der wichtigsten Entdeckungen des Jahrhunderts sein würde.
Andere Labore hingegen konnten die kalte Fusion reproduzieren, was dem Gros der Wissenschaft vollkommen entgangen ist, oder was nur keiner zugeben möchte. So ist im zusammenfassenden Bericht[3] einer Forschungsabteilung der US Navy von 2002 zu lesen:
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Wir wissen durch wiederholte Beobachtungen von Wissenschaftlern überall auf der Welt, dass das Phänomen kalte Fusion existiert. Es ist Zeit, dass Forschungsgelder in diese Forschung investiert werden.
US-Energieministerium überprüft kalte Fusion
Das Zustandekommen des derzeitigen Gutachtens des US-Energieministeriums geht auf die zehnte Internationale Konferenz zur Kalten Fusion (ICCF10) von August 2003 im amerikanischen Cambridge, Massachusetts zurück. "Vielen von uns war klar", berichtet Prof. David Nagel von der George Washington Universität, "dass die Situation jetzt aussagekräftig genug ist und zudem ein internationaler Wettbewerb besteht" (Die unerzählte Geschichte der kalten Fusion). Am 6. November 2003 wurden Nagel, Prof. Peter Hagelstein vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), Dr. Michael McKubre von SRI International und der Energieunternehmer Randall Hekman im Energieministerium vorstellig, um eine Überprüfung der Forschungsergebnisse zu verlangen. Vier Monate später stimmte Dr. James Decker, Vizedirektor des Wissenschaftsbüros, einer Überprüfung zu. Das Ministerium bestimmte etwa 20 Gutachter. Diese erhielten am 23. August 2004 einen Forschungsbericht und sieben weitere aussagekräftige Veröffentlichungen (darunter diese).
In dem Forschungsbericht "Neue physikalische Effekte in Metall-Deuteriden" wird der Stand der Forschung zusammengefasst. Demnach verschmelzen schwere Wasserstoff-Kerne (Deuteronen) in Metall-Deuteriden bei Elektrolyse bei Raumtemperatur zu Helium-4-Kernen. Die dabei entstehende Überschusswärme sei "weitaus größer, als durch alle chemischen Prozesse erklärbar". Fusionsprodukte und Überschusswärme seien "nicht durch bekannte Kern- oder Festkörper-Physik erklärbar". Die durch die Experimente aufgekommenen Fragen könnten und sollten, nach Einschätzung der Autoren, in einem dezidierten Forschungsprogramm untersucht werden[4] .
Leistungsüberschuss (rot) im Vergleich zum Kontrollexperiment (blau) bei angelegtem Strom (grün). Experiment durchgeführt am SRI International[5] .
Einher mit der Überreichung der Berichte sahen 14 Gutachter und drei Ministeriumsangestellte die Präsentationen von sechs kalten-Fusions-Forschern. U.a. präsentierte Dr. Vittorio Violante die Ergebnisse des italienischen Nationallabors ENEA, das die kalte Fusion 1989 mit als erstes reproduzieren konnte. Seitdem wird im italienischen Frascati versucht, die genauen Reaktionsbedingungen zu erkennen und die Wiederholbarkeit der Experimente zu verbessern.[6] Violante sagt, er sei "beeindruckt von der großen wissenschaftlichen Kompetenz aller Gutachter." SRI-Forscher Michael McKubre fühlte sich im Laufe der Überprüfung seiner Ergebnisse - Violante bestätigt diese Einschätzung - dennoch wie in die Vergangenheit versetzt, "weil die Gutachter mit nur einer Ausnahme seit 1990 keinen intellektuellen Fortschritt auf dem Gebiet gemacht haben. Doch der Großteil des Interesses und der Fragen zeigen das aufrichtige Anliegen, die Sache zu verstehen."
Neue Herangehensweise
"Wir haben in unseren Präsentationen wirklich die überzeugendsten Argumente für die Wärme- und Helium-Produktion und die Realität von Kernreaktionen präsentiert", erzählt McKubre. "Das ist natürlich am schwersten zu schlucken und stellt die größte Bedrohung der bestehenden heißen-Fusions-Interessen dar." Mit Interessen meint er Budgets. Finanzierung ist ein zentraler Aspekt, weil die kalte Fusion als Konkurrenz für die heiße Fusion wahrgenommen wird, in die seit Jahrzehnten international bereits Milliardenbeträge investiert worden sind, und die manchen als Energiequelle der Zukunft gilt.
Wie gezeigt werden konnte, ist es 1989 am MIT zur Manipulation von Experimentaldaten gekommen, nachdem das dortige Labor zur Erforschung der heißen Fusion ebenfalls Hinweise auf kalte Fusion gefunden hatte.[7] Da sich die erste Untersuchung des US-Energieministeriums (DoE) aufgrund dieser und weiterer zweifelhafter Ergebnisse 1989 gegen die kalte Fusion ausgesprochen hatte, ist das DoE wiederholt beschuldigt worden, die Forschung politisiert zu haben (Der Kampf gegen die kalte Fusion).
"Auch ich habe dieses in der Vergangenheit getan", gibt McKubre zu. "Diesmal jedoch, und was James Decker angeht, sehe ich nichts anderes als einen ernsthaften Versuch zu verstehen, was vielleicht eine höchst wichtige und relevante Wahrheit für das Ministerium und die USA sein könnte." In den vergangenen Wochen haben nun die letzten Gutacher ihre Einschätzungen an zwei hochrangige Beamte des DoE geschickt. Diese, so wird erwartet, werden Decker in diesen Tagen eine Zusammenfassung überreichen. Dann soll das Ergebnis vorliegen. Welchen Schluss Decker ziehen wird, ist jedoch "völlig unvorhersehbar", sagt Professor Nagel. Decker sei zwar ein "sehr gewissenhafter und qualifizierter" Mann, doch habe er wenig Zeit. "Alles hängt davon ab, was er geliefert bekommt", sagt McKubre.
Handhabung als Antrag auf Forschungsgelder
Anders als 1989, wird das DoE die Identität der Gutachter wohl nicht bekannt geben. "Das Energieministerium behandelt diesen Review wie einen Antrag auf Forschungsgelder", sagt David Nagel. "Es ist bei US-Agenturen üblich, weder die Gutachter zu nennen noch ihr Gutachten bekannt zu geben." Was das Ergebnis angeht, ist der Washingtoner Physiker jedoch optimistisch[8] :
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Die meisten Leute wissen ja gar nicht, dass es 3.000 Veröffentlichungen zur kalten Fusion gibt. Wenn man diese hernimmt und fragt, ob die beteiligten Personen geeignete Wissenschaftler sind, ob sie angemessene, kalibrierte Ausrüstung benutzt haben und ob es Wiederholungen und Kontrollen gab, so bleiben immer noch 300 Veröffentlichungen übrig. Der einzige Weg, diese Daten verschwinden zu lassen, ist sie als Betrug oder Fehler zu bezeichnen. Das aber ist unmöglich! Wenn die Gutachter aber die genannten Maßstäbe anlegen, bleibt kein anderer Schluss übrig, als dass wirklich ein neuer und unbekannter Effekt vorliegt.
Für den Fall, dass auch die zweite DoE-Überprüfung das Phänomen verneinen sollte, könnten sich die Forscher auf Prof. Brian Josephson berufen. Dieser hat am 29. Juni auf der alljährlichen Tagung der Nobelpreisträger in Lindau über "pathologischen Unglauben" in der Wissenschaft gesprochen und sich dabei vehement für die kalte Fusion eingesetzt.[9] Diese sei 1989 mit nicht haltbaren Argumenten unter Mithilfe des DoE unter den Teppich gekehrt worden. Die weit verbreiteten Wissenschaftsjournale hätten damals und seitdem eine Veröffentlichungspolitik erkennen lassen, positive Ergebnisse nicht zu veröffentlichen. Josephson findet[10] .
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Wenn man sich wirklich mit den mittlerweile vorliegenden Arbeiten beschäftigt, wird es schwer sein, zu einem anderen Ergebnis zu kommen, als dass ein reales Phänomen vorliegt. Wenn dann immer noch gesagt wird, mit den Experimenten stimme etwas nicht, würde ich hoffen, dass das nicht akzeptiert wird.
Zunehmende öffentliche Diskussion
In Erwartung des Ergebnisses der Überprüfung ist es in den letzten Monaten vereinzelt zu Berichten in Fachzeitschriften und Massenmedien gekommen. UPI, Technology Review und der Boston Globe widmeten der aktuellen Entwicklung eigene Artikel. Spectrum Online schrieb die kalte Fusion sogar "zurück von den Toten". Mehrere Kommentatoren erwähnten die kalte Fusion in ihren Kolumnen. Peter Cockrane machte sich in Silicon.com Sorgen um die zukünftige Energieversorgung und sieht keine Lösung, "außer einem Wunder, plötzlich die kalte oder eine andere Form der Fusion zu realisieren". Auch George Monbiot schrieb im Guardian über das "hoffnungsvolle Monster" kalte Fusion, das "uns mit unbegrenzter Energie versorgen" könnte.[11] Zuletzt war auch in Telepolis zu lesen, die Preisverleihung für den erfolgreichen Raumflug des SpaceShipOne könnte zu Durchbrüchen auf anderen Gebieten, etwa der kalten Fusion, führen.
Generell wird die kalte Fusion oft als Metapher für eine Wunderlösung benutzt. Was als klassisches elektrochemisches Experiment begann, ist zu einem popkulturellen Mythos geworden. Es gibt nicht nur eine Software und eine Rockband mit Namen "cold fusion", sondern auch ein Theaterstück, in dem es um die Realität der kalten Fusion geht. Außerdem kam nach der Ankündigung des DoE-Reviews "Spiderman 2" in die Kinos. Im Film geht es um einen Forscher, dem ein entsprechendes Experiment misslingt, was dazu führt, dass ihm vier mechanische Arme wachsen und er von nun an die Welt beherrschen will, wovon Spiderman ihn natürlich abhalten muss. In den älteren Filmen Außer Kontrolle und The Saint geht es jeweils um die Jagd nach der "Formel" für eine nie versiegende Energiequelle. Von den kürzlich veröffentlichten Artikeln verdient es einer, näher auf ihn einzugehen.
Kalte Fusion als Gefahr?
Das US-amerikanische Technikmagazin Popular Mechanics schrieb in seiner August-Ausgabe unter der Überschrift "Gefährliche Wissenschaft", die kalte Fusion mache sich einen Namen als "billiger Weg, Kernwaffen herzustellen"[12] :
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Kalte-Fusions-Experiment in Japan haben gezeigt, dass es nicht nur möglich ist, Tritium herzustellen, das die zerstörerische Wirkung von Atomwaffen verstärkt, sondern auch angereichertes Uran. Uran kann Plutonium in Atombomben ersetzen, um Wasserstoffbomben zu zünden. Kalte Fusion könnte diese Bomben-Herstellungsverfahren potentiell ersetzen. (...) Die selben Tischexperimente, die der Menschheit den Traum unbegrenzter Energie erfüllen, könnten auch Ursache der größten Albträume sein: Selbstgemachte Wasserstoffbomben in der Hand von Terroristen, die die Zivilisation beenden wollen.
In der gleichen Ausgabe findet sich auch ein Artikel zum Comeback der heißen Fusion.[13] Hauptquelle des Artikels zur kalten Fusion ist Dr. Eugene Mallove, der 1991 die Fälschung von Experimentaldaten am MIT öffentlich gemacht hat. Mallove war einer der Hauptkämpfer für die kalte Fusion und Herausgeber des Magazins Infinite Energy, bis er am 14. Mai 2004 von Unbekannt umgebracht wurde. Laut Presseberichten könnte es einen Zusammenhang mit weiteren Morden und Raubdelikten geben.[14] Die zuständige Polizei von Norwich, Connecticut, hat seit Anfrage weiterer Details vor gut drei Wochen und mehrmaliger Nachfrage noch nicht geantwortet.
Zu Lebzeiten ist Mallove davon ausgegangen, Popular Mechanics (PM - nicht zu verwechseln mit dem deutschen Magazin PM) wolle sachlich über das Forschungsgebiet berichten. Seine Freunde, die Experimentatoren Alexandra und Dr. Paulo Correa, zitieren in ihrem offenem Brief an den PM-Autor Jim Wilson eine Mitteilung Malloves drei Tage vor dessen Tod[15] :
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Gestern habe ich einen ganzen Tag mit Jim Wilson verbracht, dem Chefredakteur für Wissenschaft von Popular Mechanics, dem ehrwürdigen Magazin (erhältlich in 27 Ländern) mit einer geschätzten Auflage von 10.000.000 (...) Es sieht so aus, als würde Wilson vollkommen positiv im Sinn der aufkommenden Wissenschaft und Technologie berichten - inklusive der Transmutations-Phänomene, vielleicht auch der Radioaktivitäts-Änderungen, usw., und einer Schelte des US-Patentamts und des Betrugs am MIT.
Die Correas werfen Jim Wilson vor, Mallove posthum benutzt zu haben und das Gerücht zu verbreiten, durch kalte Fusion ließen sich Atomwaffen herstellen. Malloves größter Widersacher, Dr. Robert Park von der American Physical Society, der bis heute bestreitet, eine Kernfusion bei Raumtemperatur sei möglich, reagierte in seiner Kolumne auf die PM-Geschichte, er hätte Mallove für einen Kommentar nicht erreichen können.[16] Was sind die Fakten abseits dieser Geschmacklosigkeit?
Änderung der Radioaktivität in Transmutations-Experimenten
Das Wasserstoff-Isotop Tritium wird in Wasserstoffbomben und sogenannten geboosteten Atombomben verwendet. Da die Hälfte eines Tritium-Vorrats in gut 12 Jahren jedoch zu Helium-3 zerfallen ist, muss Tritium-Nachschub bestehen, um ein Atomwaffenarsenal einsatzbereit zu halten. Da dem US-Militär der Nachschub an Tritium ausgehe, schrieb Popular Mechanics, könnte das DoE an kalter Fusion Interesse gefunden haben, weil sich damit der Tritium-Nachschub sichern lasse.
Erste PM-Behauptung: "Kalte-Fusions-Zellen könnten bei minimalem Aufwand und Kosten den Nachschub an benötigtem Tritium sichern." Dr. Edmund Storms, einer der bestinformierten Forscher auf dem Gebiet, schreibt[17] dazu in seinem Review:
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Es hat über 200 Versuche gegeben, Tritium zu messen, wovon in 24 dieses Produkt berichtet worden ist, manchmal in signifikanten Mengen, aber nicht so viel, dass es für die anomale Energie verantwortlich sein könnte. Offenbar ist die Tritium-produzierende Reaktion schwer zu initiieren.
Zweite PM-Behauptung: "Mallove sagte PM, dass zahlreiche kalte-Fusions-Experimente die Produktion von angereichertem Uran, Plutonium und Tritium erbracht haben." Wer Mallove kannte, weiß, dass er das nie gesagt hätte, weil es nicht den Tatsachen entspricht und Mallove diese immer genau genommen hatte. Eine der wenigen Experimente, in denen Uran überhaupt eine Rolle spielt, ist das bislang unbestätigte Experiment von Prof. John Dash (Portland State University, USA) und Dr. Dan Chicea (Lucian Blaga Universität, Rumänien). Die beiden Physiker haben leichtes (also normales) Wasser mit Elektroden aus fast reinem natürlichen Uran gespalten. Natürliches Uran besteht zu 99,3 Prozent aus dem Isotop Uran-238 und nur zu 0,7 Prozent aus Uran-235, das für Bomben und die meisten Kraftwerke benötigt wird. Nachdem durch Elektrolyse Wasserstoffkerne (Protonen) in die Uran-Folie geladen worden waren, maßen die Experimentatoren im Uran/Protonen-Komplex eine Zunahme von Uran-235 und das Entstehen von Thorium-234.[18]
Thorium-234 hat jeweils zwei Protonen und Neutronen weniger im Kern als Uran-238. Dash und Chicea interpretieren das Entstehen von Thorium-234 durch einen Alpha-Zerfall von Uran-238, bei dem ein Helium-Kern entsteht. Das Problem dabei: Uran-238 ist eigentlich sehr stabil. Dieses Experiment, aber auch andere, bei denen es offenbar zur Spaltung oder Umwandlung von Elementen (Transmutation) kommt, verdeutlichen, dass es nicht sinnvoll ist, das gesamte Forschungsgebiet als "kalte Fusion" zu bezeichnen. Das Experiment von Dash und Chicea ist eher "kalte Spaltung" - eine weitere anomale niederenergetische Kernreaktion in einer Metallumgebung. Als Oberbegriff für die neuen Reaktionen wird daher Low Energy Nuclear Reactions (LENR) verwendet (Zur Theorie der kalten Fusion).
Ein neuer Brutreaktor?
Um die Zunahme des spaltbaren Uran-235 zu erklären, bieten Dash und Chicea einen Reaktionsmechanismus an, wie er von der Urananreicherung in sogenannten Brutreaktoren bekannt ist.
Von Dash/Chicea vorgeschlagene Kernreaktion zur Erklärung der Uran-235-Zunahme: Uran-238 fängt ein Neutron ein und wird dadurch zu Uran-239. Dieses zerfällt zunächst in Neptunium-239 und dann in Plutonium-239. Dieses schließlich zerfällt unter Abgabe eines Alpha-Teilchens in spaltbares Uran-235.[19]
Dash sagt, "es scheint, dass wir eine neue Art Brutreaktor entdeckt haben." Ähnlich dem kanadischen CANDU-Reaktor, der als einziger kommerziell erhältlicher Kernreaktor mit natürlichem Uran funktioniert, "könnte Uran-238 vielleicht verwendet werden, bis es endgültig zu Blei wird."
Zusammenfassend ist in dem Experiment kein spaltbares Uran "produziert" worden, denn Uran war auch das Ausgangselement. Auch ermögliche das Verfahren nicht die Herstellung waffenfähigen Plutoniums, "denn es ist nur eine kleine Anreicherung möglich, keine große Anreicherung, wie sie für eine Bombe notwendig ist." Auf den PM-Artikel ist Dash denkbar schlecht zu sprechen[20] : "Popular Mechanics hat ein sehr heikles Thema sensationalisiert. Das ist absolut unverantwortlich."
Prof. Akito Takahashi, der an der japanischen Universität von Osaka selber Transmutationen und LENR erforscht[21] , meint, erst einmal müsste das besagte Experiment erfolgreich wiederholt werden. Doch selbst in diesem Fall sei die Menge an Uran-235 oder Plutonium-239 "so gering, dass keine Gefahr besteht, dass Terroristen eine Bombe bauen. Dieses kann nur ein großes Land, von dem ich hoffe, dass es kein terroristisches Land ist."[22]
Eine Frage für die Politik
Alexandra und Paulo Correa werfen Popular Mechanics vor, effektiv für die Geheimhaltung der LENR-Forschung plädiert und der Wissenschaft einen Bärendienst erwiesen zu haben. Wenn schon ein Aspekt der Kernreaktionen bei Raumtemperatur ein Thema der nationalen Sicherheit sein sollte, "dann die Aussicht auf eine Technologie zur Energiegewinnung". Der Friedensforscher Michael Klare warnt, dass nicht der Terrorismus die größte Bedrohung der amerikanischen Sicherheit sei, sondern die Abhängigkeit von Ölimporten aus instabilen Ländern. Seit Januar ist der Ölpreis um 60 Prozent gestiegen. Mit Aufkommen einer neuen Energietechnologie ginge die Abhängigkeit vom Öl zurück. Die USA könnten ihre Truppen aus dem Nahen und Mittleren Osten zurückziehen und den islamistischen Terroristen die politische Argumentationsgrundlage entziehen.
Über zehn Prozent der Länder der Erde sind bei ihrer Trinkwasserversorgung von anderen Ländern abhängig. "Sogar Nationen mit genug eigenen Reserven haben ernste Verteilungsprobleme", schrieb der ehemalige Navy-Forscher David Nagel 2000 in seinem Aufsatz "Fusionsphysik und Philosophie". Mit grassierender Wasserknappheit und dem Rückgang der Ölförderung könnte die Entsalzung von Meerwasser und der Transport in wasserarme Regionen "eine sehr wichtige Anwendung der Energie" aus der kalten Fusion sein. Konflikte um Wasser könnten sich eventuell vermeiden lassen.[23]
Hinzu kommen Forschungsergebnisse die andeuten, dass durch LENR die Radioaktivität von Sondermüll verringert werden könnte.[24] Ukrainische und russische Universitäten berichten sogar, bestimmte wachsende Bakterienkulturen würden radioaktive Isotope in Sondermüll aus Kernkraftwerken in stabile Isotope und andere harmlose chemische Elemente umwandeln.[25]
Gerade die Tatsache, dass die US Navy in den USA die meisten LENR-Forschungslabore finanziere, lasse laut den Correas wenig Raum für Zweifel, "dass [amerikanische] militärische Einrichtungen seit langem Interesse an der kalten Fusion und LENR haben." Tatsächlich hat die Navy ihre Forschung mit vorbildlicher Offenheit betrieben. Außerdem dürfte die amerikanische Politik durch die JASON-Gruppe und das regierungsnahe Hoover-Institut mindestens sporadisch über den Stand der Forschung informiert worden sein.[26]
Jetzt vor der US-Präsidentenwahl definieren beide Kandidaten auch die Wissenschaftspolitik, mit der sie die Wahl zu gewinnen denken. Beide nennen die Ziele, die Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern und erneuerbare Energien zu fördern. Wenn John Kerry seinem Kontrahenten vorwirft, die Wissenschaft politisiert zu haben, weist George W. Bush auf die Ausweitung der Forschungsgelder hin.[27] Erst im August hat das amerikanische Repräsentantenhaus beschlossen, dem Energieministerium nächstes Jahr gut eine sechstel Milliarde Dollar mehr für Grundlagenforschung zur Verfügung zu stellen, insgesamt 3,6 Milliarden Dollar.
Kerry wiederum betont häufig, alle Materialien zur Herstellung von Atomwaffen wie solche selber zu behandeln und überall auf der Welt sichern zu wollen. Dass hinsichtlich der kalten Fusion die Blicke über den Atlantik gerichtet bleiben, dafür sorgt etwa die deutsche Bundesregierung. Sie will ihr forschungspolitisches Handeln vom Ergebnis der DoE-Überprüfung abhängig machen.
Nächste Konferenz zur kalten Fusion
Es spricht alles dafür, dass es kalte Fusion und niederenergetische Kernreaktionen gibt. "Die tragende, noch offene Frage ist, ob dieses Phänomen hochskaliert werden kann, um eine kommerzielle Energiequelle zu werden", sagt Professor Nagel. Die Hoffnung liegt auf den Schultern einer verantwortungsvollen Politik, die Erforschung der LENR endlich in voller Breite zu beginnen, damit möglichst bald Anwendungen entstehen können.
Über "Auswirkungen der kalten Fusion auf unser Leben" wird es auch auf der elften Internationalen Konferenz über Condensed Matter Nuclear Science (ICCF11) gehen. Diese findet vom 31. Oktober bis zum 5. November im französischen Marseille statt. Hauptredner ist der Physik-Nobelpreisträger Josephson. Nachdem letztes Jahr gezeigt werden konnte, dass eine kalte-Fusions-Zelle transportiert und an einem anderen Ort trotzdem optimal betrieben werden kann[28] , soll auch dieses Jahr - von französischen Studenten - in einem Experiment die Produktion von Überschusswärme demonstriert werden. Der Tagungsleiter Prof. Jean Paul Biberian von der Universität Marseille erwartet, dass die Konferenz ein "Wendepunkt für die Anerkennung der Erforschung von Kernreaktionen bei niedrigen Energien als eigenständiges Forschungsgebiet" sein wird.
Sprints mit 40 cm/sek
Bei der RoboCup-WM in Osaka vom 13. bis 17. Juli treten deutsche Teams als Titelverteidiger an
Politik und Medien gehen dem Terror wieder einmal in die Falle
Bomb-Us-Please Crowd
Deutschland, Deine Mörder
Nicht Normal
Edison: A Biography
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Kommentare:
Eine Geduldsübung ist es,... (DrTemp 28.10.2004 10:23)
Re: (liquidHelium 27.10.2004 17:15)
Ich wiederhole
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"Warum wartet bei der Forschung jeder auf Amerika?"
Haiko Lietz 22.01.2005
Ein Gespräch mit Martin Fleischmann, dem Entdecker der kalten Fusion
Prof. Dr. Martin Fleischmann ist weltbekannt geworden, als er, gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Stanley Pons, am 23. März 1989 auf einer Pressekonferenz an der Universität Utah verkündete, ihm sei in einem simplen Tischexperiment die Kernfusion bei Raumtemperatur gelungen. Für ihre Antwort auf die globale Erwärmung und die Energiekrise waren die beiden für den Nobelpreis im Gespräch.
Da in der Folge manche Labore scheiterten, das Ergebnis zu wiederholen, wandte sich die Stimmung gegen die Forscher. Die kalte Fusion war lange ein Synonym für einen Irrtum in der Wissenschaft, bis das US-Energieministerium im Dezember Forschungs- und Finanzierungsbedarf konstatierte (US-Energieministerium empfiehlt weitere Erforschung der kalten Fusion). Im Interview, geführt vor dem Bekanntwerden des US-Gutachtens, äußerte sich Fleischmann über den Umgang mit Kritik, die Rolle der Quantentheorie und den Untergang der Konsumgesellschaft.
Martin Fleischmann ist am 29. März 1927 in Karlsbad, Tschechoslowakei, geboren worden. Wegen seines jüdischen Glaubens floh er mit zwölf Jahren mit seiner Familie vor den deutschen Soldaten nach England. Am Imperial College der Universität von London und der Southampton Universität stieg er zum weltweit anerkannten Elektrochemiker auf. Seine letzte Publikation mit Forschern der US-Marine war eine der Grundlagen der Gutachter des US-Energieministeriums. Fleischmann lebt mit seiner Frau in Wiltshire, England.
martin Fleischmann. Bild: New Energy Times
Prof. Fleischmann, Sie könnten es sich längst in der Karibik gut gehen lassen. Statt dessen nehmen Sie noch immer an Konferenzen zur kalten Fusion Teil und halten Vorträge über Quantentheorie. Können Sie nicht loslassen?
Martin Fleischmann: Wenn man auf diesem Gebiet arbeitet und ein negatives Ergebnis erhält, kann man leicht loslassen. Aber wenn man ein positives Ergebnis erhält, hält das einen fest. Ich werde jetzt aufgeben - nach etwa 20 Jahren. Meine Frau sagt, das würde ich immer sagen. Aber jetzt gebe ich wirklich auf, weil ich seit 1995 nichts wirklich Neues gemacht habe. Ich habe auf diesem sonderbaren Gebiet ein paar Beobachtungen gemacht, die noch immer gültig sind, und die ich neu interpretieren müsste. Aber tatsächlich biete ich die gleichen Interpretationen an, die ich immer gegeben habe.
Wenn Sie aufgeben, sollten Sie vielleicht noch das Ende des Jahres abwarten. Bis dahin hat das US-Energieministerium das Ergebnis seines neuen Gutachtens zur kalten Fusion angekündigt, und manche erwarten den Durchbruch der von Ihnen begründeten Forschungsrichtung.
Martin Fleischmann: Naja, wozu werden die sich schon entschließen? Ich war immer der Meinung, dass man das nicht machen sollte. Man gibt diesen Leuten wieder die Gelegenheit unsere Forschung zu verneinen. Ich kann nur schwer erkennen, wie ein Gebiet wie dieses staatliche Forschungsgelder anziehen kann. Das ist schwer, weil man einen Forschungsbedarf schildern muss. Gibt es militärischen Bedarf? Oder zivilen? Ich glaube schon, dass es Bedarf gibt. Aber unsere Gesellschaft spricht darauf nicht mehr an.
Das deutsche Forschungsministerium will das Ergebnis aus den USA abwarten und eigene Handlungen davon abhängig machen.
Martin Fleischmann: Das ist doch so dumm! Wozu wollen die darauf warten? Warum wartet bei der Forschung jeder auf Amerika?
Sie haben gesagt, "kalte Fusion" sei ein fürchterlicher Begriff. Warum?
Martin Fleischmann: Dieser Begriff ist uns von anderen aufgedrängt worden. Aber was wir behaupten, ist keine konventionell verstandene Fusion wie bei der heißen Fusion. Die Tatsache, dass es trotzdem so bezeichnet worden ist, hat die Auffassung der Kritiker bestimmt. Sie haben gesagt, es muss wie heiße Fusion sein. Das ist es aber nicht. Es gibt keine Merkmale einer Kernreaktion. Also kann es keine Fusion sein. Also müssen alle, die das behaupten, falsch liegen. So ist es ja gelaufen. Wäre es anders bezeichnet worden, wäre es vielleicht immer noch so gelaufen. Es wäre aber unwahrscheinlicher gewesen.
Ich habe eine Preisfrage für Sie: Warum entsteht Überschusswärme und Helium-4 in Elektrolyseexperimenten mit schwerem Wasser und Palladium-Elektroden bei Raumtemperatur?
Martin Fleischmann: (schmunzelt) Ich fürchte das geschieht, weil zwei Wasserstoffkerne fusionieren und dabei Helium-4 und Wärme produzieren. Das ist tatsächlich wahr. Das sind aber immer noch nicht die Merkmale der heißen Fusion. Bei der heißen Fusion würde Tritium und ein Proton, oder Helium-3 und ein Neutron, oder Helium-4 und ein Gammastrahl produziert. Das entsteht, wenn sich zwei Teilchen mit enormer Energie treffen.
Haben diejenigen, die angenommen haben, die Ergebnisse sollten wie bei der heißen Fusion sein, die unterschiedlichen Experimentalbedingungen vernachlässigt?
Martin Fleischmann: Total verrückt! Ich glaube, sie werden das noch erkennen.
Wie kamen Sie eigentlich zu Ihren Experimenten?
Martin Fleischmann: Die ganze Sache war angetrieben von der Notwendigkeit, das quantenelektrodynamische Paradigma zu demonstrieren. Wir haben das klassische Paradigma der Newtonschen Mechanik gehabt. Wir haben das Paradigma der Planckschen Quantenmechanik gehabt. Ich glaube, die meisten Physiker haben die Grenzen der klassischen Quantenmechanik erkannt und die Notwendigkeit, sie durch das quantenelektrodynamische Paradigma zu ersetzen. Diesem Schritt wird noch widerstanden. Doch wenn man ihn geht, sieht man, dass kalte Fusion möglich sein könnte.
Wie könnte die Kernfusion bei Raumtemperatur durch die quantentheoretische Beschreibung des Elektromagnetismus erklärt werden?
Martin Fleischmann: In der Quantenelektrodynamik verhält sich eine Ansammlung vieler Atome oder Moleküle wie ein großer Verband, wie ein einziges Quantensystem. Wenn man jedem einzelnen Atom und Molekül dieses Verbands Energie zufügt, erhält man insgesamt eine große Energie. Und diese große Energie führt letztendlich zu einem beobachtbaren Effekt.
Also hat die Physik Ihre Forschung angetrieben?
Martin Fleischmann: Ich hatte seit den 60er Jahren an quantenelektrodynamischen Modellen konventioneller Chemie gearbeitet. Ich hatte erkannt, dass man alle diese Systeme in dieser Weise beschreiben müsste. Und dann habe ich gesagt, was ist die extremste Frage, die man in der Quantenelektrodynamik stellen kann? Und das ist die Frage, ob man durch einen chemischen Prozess einen nuklearen Effekt erreichen kann. Ich dachte, Kernfusion wäre möglich, aber wir würden es nicht beobachten können. Es hat sich aber herausgestellt, dass es möglich und gleichzeitig beobachtbar ist.
Was macht eigentlich Ihr Kollege Stanley Pons?
Martin Fleischmann: Ich weiß nicht, was mit ihm geschehen ist. Ich stehe nicht mit ihm in Kontakt, obwohl ich darauf vorbereitet wäre. Aber offensichtlich will er nicht mit mir in Kontakt stehen. Was mich angeht, ist er verschwunden. Schade.
An welche Ereignisse, die mit der kalten Fusion zusammenhängen, erinnern Sie sich gerne?
Martin Fleischmann: An keine! (lacht) Nicht wirklich. Das ist eine schreckliche Erfahrung gewesen.
Sie müssen doch wenigstens ein paar nette Leute kennen gelernt haben?
Martin Fleischmann: Natürlich bin ich sehr froh, bestimmte Personen kennen gelernt zu haben. Aber im großen Ganzen, wenn man in solch eine Situation gerät, wenn man sein Gesicht verliert und von der Gesellschaft ausgestoßen wird - das ist in Ordnung. Es ist mir egal, dass ich ignoriert werde. Zur Hölle mit dem Ruf! In der Wissenschaft gibt es eine Sache, die zählt. Und das sind die Experimente. Einige Menschen scheinen manchmal zu vergessen, dass man sagen kann, das könnte klappen, das könnte nicht klappen, also lasst es uns auf die Probe stellen.
Ihre Kritiker haben auch Experimente durchgeführt.
Martin Fleischmann: Eine schreckliche Episode! Es gab drei Studien, die uns am meisten geschadet haben. Die vom Massachusetts Institute of Technology, die vom California Institute of Technology und die aus Harwell. Das MIT hat einfach die Kurve verschoben.(Der Kampf gegen die kalte Fusion). Und wenn man sich die Ergebnisse des CalTech anschaut, wird man zu dem Schluss kommen, dass die tatsächlich Überschusswärme beobachtet haben. Die einzige Studie, die ernsthaft berichtet wurde, war die aus Harwell. Aber sie haben ihre Daten nicht sorgfältig genug angeschaut. Wenn man das tut, sieht man, dass auch sie das Entstehen von Überschusswärme beobachtet haben. Ich habe dem Leiter des Labors geschrieben, schauen Sie sich ihre Ergebnisse an, Sie haben einen Energiegewinn!
Welchen Fehler haben Sie in Ihrem Leben gemacht?
Martin Fleischmann: Oh, ich habe so manche gemacht.
Können Sie einen nennen?
Martin Fleischmann: Das ist schwer. Wenn ich einen Fehler mache, gebe ich ihn zu. Ich sage, ich habe einen Fehler gemacht, und stelle ihn richtig. Ich erinnere mich nicht wirklich. Wenn ich ehrlich bin, mache ich nicht viele Fehler.
Sie haben gesagt, Sie seien pessimistisch über die Zukunft.
Martin Fleischmann: Auf kurze Sicht bin ich nicht pessimistisch über die Zukunft. Aber ich glaube, wir müssen eingestehen, dass unsere Gesellschaft sich mittlerweile am Konsum statt an der Produktion orientiert. Damit geben wir die wissenschaftliche Forschung auf. Die Geschichte hat gezeigt, dass Gesellschaften, die das Verfolgen der Wissenschaft aufgegeben haben, zugrunde gegangen sind. Das Römische Reich ist zweifelsfrei daran zugrunde gegangen. Und wenn es so weiter geht, gehen auch wir zugrunde. Unangenehm, aber so wird es sein.
Wenn sich die kalte Fusion zu einer Energiequelle ausbauen lassen sollte, möchte ich Ihnen danken und Ihnen das letzte Wort überlassen.
Martin Fleischmann: Nun, ich hoffe und bete, dass Deutschland zu dieser Wissenschaft beitragen wird. Deutschland hat eine lange wissenschaftliche Tradition, die sehr viel zum Fortschritt dieses Gebiets beitragen könnte. Und ich hoffe, dass dieses Thema neu überdacht werden wird und dass besonders junge Leute dieses Gebiet betreten und brauchbare Resultate hervorbringen werden.
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300 original scientific papers in Acrobat format, reprinted with permission from the authors and publishers. The papers are linked to a bibliography of over 3,000 journal papers, news articles and books about LENR. Click on the CONTENTS listed on the left to see:
The Introduction to LENR-CANR section, featuring A Student's Guide to Cold Fusion, by Edmund Storms, and other essays by Storms, Peter Hagelstein and Talbot Chubb.
News, links to other web sites about LENR, download tally.
A look at experiments: photographs of laboratories and equipment, poster session material.
Special collections of papers, including papers from the ICCF conferences, and papers by U.S. Navy authors.
The Library guide: instructions for finding papers and downloadable versions of the bibliography.
The LIBRARY is a collection of papers integrated with our extensive bibliography.
New items and special features:
Library files last updated July, 5, 2005.
Our popular Student's Guide to Cold Fusion is now available in Spanish and Portuguese. See News
The DoE published Report of the Review of Low Energy Nuclear Reactions. We have uploaded a copy along with the anonymous review panelist's comments to our new Special Collection - 2004 DoE Review.
Appeal to readers: spread the word and help bring about a rebirth of interest in cold fusion. This includes responses from the present and previous editors of the Scientific American.
LENR-CANR.org thanks The New Energy Foundation and Infinite Energy magazine for financial support.
http://lenr-canr.org/
Cold Fusion Reactor ( CFR ) experiment has been replicated successfully by Pierre Clauzon and Gérard Lallevé at the CNAM laboratory ( Conservatoire National des Arts et Métiers ) from Paris. A Dewar vessel filled with 800 mL of a Potassium Carbonate ( K2CO3 ) solution at 0.5 M has been used. Six tests runs have been conducted and an efficiency up to 158% has been measured for a power input of about 200 Watts with a net power gain of 118 Watts ( see the full tests results below ).
http://jlnlabs.imars.com/cfr/html/cfrppcglv.htm
http://jlnlabs.imars.com/cfr/html/cfrstir.htm
Herr Haag Kripo auf Empfehlung von Herrn Wagner.
Dienstaufsichtsbeschwerde
Auf Leute Waffe richten die Platz verlassen sollen . Wo gibts sowas ? IN TRIER.
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Transmutation
Hier der optimale Beweis dafür. Wenn Sie totes Holz aufbewahren so verliert es ständig an radioaktivem C-14, was für die Alterbestimmung oder die Bestimmung des Sterbedatums von biologischen Körpern heran gezogen wird. Wenn Sie Pflanzen viele Jahre in ein System einschließen, welches nicht die geringste Verbindung außer dem Licht nach außen hat, dann bleibt der Gehalt an C-14 höher, wie immer in allen lebendigen Wesen. Beide Systeme sind dem Bombardement der kosmischen Strahlung ausgesetzt ..... Die Leugnung der Transmutation ist eine geistige Schwachheit der orthodoxen Wissenschaft mehr.
Nun wurde in Japan die Transmutation an einigen Metallen mittels Deuteriumbegasung eines Metalls aus Palladium heraus bewerkstelligt. Es dauerte ziemlich lange und das zu einem anderen Metall transmutierte Metall verschwand vollständig und nur das Folgemetall blieb übrig. Damit behält Kervran recht. Ich gratuliere ihm und auch mir.
http://www.dichtes-wasser.de/lexikon/mz/t/index.html
Tunneleffekt
Es ist wieder so einfach, daß es mir keiner glauben wird, wie dämlich die Physiker sind in ihren "Erklärungen" (siehe auch Mikroskop). Wenn Sie sich eine Schnecke vor stellen, die auf einem Nanometer langen Kreis genau die Linie entlang gleitet mit ihrer Schneckengeschwindigkeit von Millimetern pro Sekunde, dann wird sie an einem genau auf dieser Linie auf geklebten Punkt viele tausend Male in der Sekunde vorbeikommen. Sie bleibt langsam aber ihre Kriechfrequenz geht in die Tausende oder gar Millionen Hertz. Die Mikrowelt ist genau so langsam wie wir, aber die Frequenzen sind alle ungeheuer viel höher und so erscheint es uns, daß die Gesetze dort anders sind und auch die Quantentheorie gilt. Bleiben wir bei der schönen Schnecke. Wenn Sie nun noch wissen daß nach Galilei jede Bewegung auch immer kurzzeitig bis zur Unendlichkeit beschleunigt wird, denn es kann keine gleichmäßige Geschwindigkeit geben, dann wird es kriminell. Die Quanten drängen sich förmlich auf. Aber nur für uns. Für die Moleküle selber sind das peanuts. Die können viel besser auflösen als wir und ihnen kommt das alles ganz normal langsam vor. Wenn Sie in solch Mikrosystem einen Lichtstrahl schicken, dann kann er sich an so einer kleinen Schnecke spiegeln und wird wie von einem Drehspiegel reflektiert. Dabei wird er durch das Hebelgesetz so beschleunigt, daß er unendlich schnell erscheint. Mit dem Drehspiegel wurde auch die Lichtgeschwindigkeit nach eben diesem Prinzip gemessen. Ich nenne das darum auch nicht Tunnel- sondern Galvanometerspiegeleffekt. Auch in diesem werden Schwingungen von tausendstel Millimeter sichtbar gemacht durch das Hebelgesetz am Lichtstrahlhebelarm.
Zinnkraut
Wer die Kraft der Kieselsäure studieren will sollte sich dieses uralte primitive Kraut nicht entgehen lassen. Es wirkt auf die Niere und erhöht ihre Funktionsbereitschaft. Man kann es als Tee trinken oder in einem Sud mehrmals baden. Ich führe das auf die spitzen Kieselsäurenadeln zurück, die eine Massage für die Nieren und auch die Haut, die dritte Niere, sind. Dabei wird eine paranekrotisch wirkende also gesunde Entzündung ausgelöst. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an das gesunde Fieber. Ich habe außerdem noch kein Ungeziefer an dem Zinnkraut knabbern sehen. Wahrscheinlich ist es auch frei von krank machenden Keimen. Siehe auch Dynamit, welches zuerst mittels Kieselgur hergestellt wurde.
Zuckerkrankheit zweiter Art
Der Körper bekommt Insulin, aber die Zellen können es nicht erkennen und bauen es nicht in die Membran ein. Ein Fingerzeig Gottes für die Mediziner, die die Hormone vergöttern (Adrenalin, Geschlechtshormone, Melatonin, besonders aber das teuflische ödematös machende Cortison). Die Zuckerkrankheit zweiter Art kann durch Tenside aus Waschmitteln und Allergie gegen Insulin ausgelöst werden. Alle Hormone sind schwere Gifte und müssen abgebaut werden. Sie ersetzen im Körperinneren den Außenweltstreß. Wenn sie durch Tensidschädigung und andere Ursachen nicht mehr abgebaut werden können, dann Gnade Gott. Ein anderer Grund ist die Überempfindlichkeit durch Fettleibigkeit. Nichts funktioniert mehr normal.
Ich denke, daß das Insulin fettlöslich ist und somit vom Fett unwirksam gemacht werden kann. Da die Ursachen nicht genau bekannt sind nennt man diese Zuckerkrankheit zweiter Art auch Syndrom
Wasser lebendig und tot
Jedes Wasser wird bei Gebrauch allmählich untauglich. Auch das lebendige dichte ist davon betroffen und muß deshalb nach einiger Zeit ausgetauscht und damit gereinigt werden. Das geht am besten über die Sublimation, die bekanntlich eine besonders energiereiche Form der Verdampfung ist. Das Wasser muß gezielt ster-ben. Es verliert sämtliche Informationen, weil es keinen Kalk und andere Salze mehr in sich hat. Die beste Wasserreinigung ist die Zerlegung in Wasserstoff und Sauerstoff und anschließende Wiedervereinigung, wie das besonders in Lunge und Blatt aber auch in der Atmosphäre geschieht. Wasser durcheilt den gesamten Weltraum. Die Informationen werden aber erst über die Salze fest geschrieben. Das lebendige Wasser wird wieder geboren
Thema MEDIZIN :http://www.notiz.ch/wissenschaft-unzensiert/ =========================
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Kurzbeschreibung URL
Werkstatt für Dezentrale Energieforschung e. V. http://www.dezentrale-energieforschung.org
ASSOCIATION FRANçAISE DE PANSÉMIOTIQUE http://www.pansemiotique.com
Das neue sozioökologische Wirtschaftskonzept http://www.equilibrismus.de/
Oktavgesetz der Natur http://www.aladin24.de/elemente
Elektrosmog http://www.vitazap.de/
Elektrosmog http://www.e-smog.ch/
INDIVIDUELLE SEHR PERSÖNLICHE WISSENSCHAFT:
Neue Medizin, Wissenswertes zu Antibiotika, Biologische Krebsabwehr, Elektrosmog und noch viel mehr http://www.notiz.ch/wissenschaft-unzensiert
Humanistische Aktion
Hier geht es um vernunft- und naturgemäße ethische Orientierung als
innere Sicherheit zur Stabilisierung von Mensch, Gesellschaft und Umwelt
sowie für eine sinnvolle Lebensgestaltung http://www.humanistische-aktion.de/
Bürgerwelle e. V.
Herzlich willkommen bei den umfassendsten Informationen zum Thema Mobilfunk, Hochfrequenz und Elektrosmog in Europa http://www.buergerwelle.de/
Das Evangelium der Naturwissenschaften
Der Versuch der Begründung einer Theologie auf der Grundlage der Naturwissenschaften http://www-user.uni-bremen.de/~manzel/evangelium/index.html
EuroTinnitus Association a.s.b.
Wir sind eine gemeinnützige Vereinigung von Tinnitus Betroffenen aus ganz Europa. Seit dem 31 Juli 2001, an diesem Tag wurden unsere Satzungen in Luxembourg registriert, sind wir offiziell anerkannt. http://www.eurotinnitus.com/
The Message from Water
Herrliche Kristalle von totem Wasser http://www.hado.net/
Tinnitus/Acouphènes Luxembourg A.s.b.l.
Wir sind eine junge Liga, welche am 04. Juli 2000 unter dem Namen « Tinnitus/Acouphènes Luxembourg A.s.b.l. » gegründet wurde. Unsere 11 Gründungsmitglieder sind alle mehr oder weniger von Tinnitus, dieser misteriösen Krankheit, betroffen. http://www.tinnitus-acouphenes-luxembourg.com/
Geniale Geometrie. Erstens: Der Oloid - die Kreuzung zwischen Ebene und Kugel; Zweitens: Die Umstülpung der platonischen Körper http://www.paul-schatz.ch/
Unternehmen Lichtblick
Durch die Jugendbewegung soll ermöglicht werden, dass man gemeinsam wie in einem Puzzle gerade durch diese Verschiedenheit ein gemeinsames Bild zustande bringt (...) http://www.unternehmenlichtblick.de/
FEB
The Swedish Association for the ElectroSensitive http://www.feb.se/
Our bodies function with subtle electro-chemical messages and processes that we are only just beginning to understand. It is absolute arrogance to assert that we know these non-ionizing radiating technologies are safe. http://www.wave-guide.org/
Die Deutsche Tinnitus-Liga ist Selbsthilfeorganisation und Lobby der Tinnitus- Hörsturz- und Morbus Menière-Patienten, ihrer Angehörigen und von Fach-leuten. 22.000 Mitglieder machen uns zum größten Tinnitus-Zusammen-schluss in der Welt und zum anerkannten Partner des Gesundheitswesens in Deutschland. http://www.tinnitus-liga.de/
NEUE POLITIK
Unsere politische Korrespondenz ist von Wolf Schenke 1956 als Wochenzeitung NEUE POLITIK gegründet worden. Sie erschien später als Monatszeitschrift. Seit März 1990 wird der Kommentar-und Informationsbrief von Dieter Kersten neunmal im Jahr herausgegeben. http://www.neuepolitik.com/
Antisklaverei
Geheimnis und Ende der modernen Sklaverei http://www.exmediavostra.de
Mobilfunk macht krank http://umweltundgesundheit.twoday.net
Oberpfälzer
Patent- und
Erfindergemeinschaft e.V. http://www.opeg.de
http://www.geet.com/cart/cart.html PANTONE Kalte Fusion (Umwandlung v Treibstoffen) PLASMA
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*Payment for these plans is accepted through PayPal only. You do not have to have an active PayPal account to use this option. Credit Card information can be added to the payment area by choosing the "click here" button when asked if you have an active PayPal account. PayPal is a trusted an
d secure online payment option. More information about this service is available at www.paypal.com.
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This frequency, called the Base Resonant Frequency or Schumann Cavity Resonance, was identified in 1899. Between then and the mid-1980s, it maintained a constant pulse of around 7.8 Hertz or 7 cycles per second. But from 1986-87 it apparently began to quicken. By the end of 1995 it had readied 8,6 according to some estimates and the last I heard it was said to be above ten and sun rising. Gregg Braden believes that by the Maya transformation year of 2012, the Earth's resonance could be 13 cycles per second while her magnetic field could be at or near zero. He calls this Zero Point when the Earth's magnetic field will all but disappear because the planet's rotation will have stopped. This doesn't mean there will be no gravity because that is created by other phenomena, not the spin of the planet. Something like this seems to have happened at least 14 times in the last 4.5 million years. The last is estimated to have been about 11-13,000 years ago, a window of time, which corresponds, with many estimates of the end of Atlantis and the beginning of the recovery from that great cataclysm after about 10,500 BC. 13,000 years ago would have been the halfway point in the Great Cycle of 26,000 years, which is ending now, another time of great change. I am not saying the Earth is going to stop rotating, but I certainly would not dismiss the possibility.
http://www.universal-tao.com/article/casting.html
December 12th 2012. critical changeover-time
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http://www.w-akten.de/technik.phtml technik die keiner braucht lustig bis informativ !
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Leuchtstofflampen
Stabform Ø16mm
Nennleistung Strom Spannung Länge
4W 170mA 29V 142mm
6W 160mA 42V 218mm
8W 150mA 56V 294mm
13W 170mA 90V 522mm
14W HF 170mA 82V 555mm
15W 350mA 46V 294mm
21W HF 170mA 123V 855mm
24W HF 300mA 75V 555mm
25W 350mA 82V 522mm
28W HF 170mA 167V 1155mm
35W HF 170mA 209V 1455mm
39W HF 340mA 115V 855mm
49W HF 255mA 195V 1455mm
54W HF 460mA 118V 1155mm
Stabform Ø26mm und Ø38mm
Nennleistung Strom Spannung Länge
14W 380mA 45V 366mm
15W 340mA 51V 444mm
15W SL 370mA 44V 438mm
15W DC? 330mA 45V 438mm
16W 200mA 95V 726mm
16W HF 260mA 64V 595mm
18W 360mA 59V 595mm
20W 370mA 57V 595mm
20W SL 380mA 58V 590mm
20W DC? 360mA 56V 595mm
23W 300mA 95V 975mm
30W 360...410mA 80...101V 900mm
32W HF 260mA 128V 1205mm
36W 440mA 103V 1205mm
36W 560mA 80V 975mm
38W 430mA 104V 1052mm
40W 860mA 50V 595mm
40W 430mA 107V 1205mm
40W SL 420mA 109V 1192mm
50W HF 360mA 142V 1505mm
58W 670mA 111V 1505mm
60W 700mA 102V 1205mm
65W 670mA 110V 1505mm
65W SL 670mA 110V 1500mm
70W 690mA 132V 1770mm
75W 800mA 120V 1770mm
80W 830mA 110V 1505mm
85W 550mA 178V 2380mm
100W 970mA 122V 1770mm
100W 940mA 123V 2380mm
115W 1500mA 92V 1205mm
125W 940mA 149V 2380mm
140W 1460mA 118V 1505mm
140W 1480mA 112V 1770mm
Doppelrohr Ør 13mm
Nennleistung Strom Spannung (doppelte) Länge
5W 180mA 35V 82mm
7W 175mA 47V 112mm
9W 170mA 60V 144mm
11W 155mm 91V 212mm
Doppelrohr Ør 18mm
Nennleistung Strom Spannung (doppelte) Länge
18W 375mA 58V 220mm
24W 345mA 87V 315mm
36W 405mA 106V 410mm
40W HF 320mA 126V 535mm
55W HF 550mA 101V 535mm
Vierrohr Ør12mm
Nennleistung Strom Spannung (vierfache) Länge
10W 190mA 67V 95mm
13W 180mA 100V 130mm
18W 220mA 105V 150mm
26W 320mA 110V 170mm
Ringform Ør 28mm
Nennleistung Strom Spannung Ring Ø
22W 400mA 62V 150mm
32W 450mA 81V 240mm
40W 420mA 110V 345mm
60W 750mA 92V 345mm
Ringform Ør 16mm
Nennleistung Strom Spannung Ring Ø
22W HF 300mA 75V 225mm
40W HF 320mA 126V 305mm
55W HF 550mA 101V 305mm
60W HF 470mA 129V 380mm
Großes U Ør38mm, Breite 94mm
Nennleistung Strom Spannung Schenkellänge
20W 370mA 60V 305mm
40W 410mA 108V 600mm
65W 620mA 115V 760mm
Quadratisch (?) Rohr Ø12mm
Nennleistung Strom Spannung Seitenlänge
16W 200mA 97V 140mm
28W 320mA 107V 205mm
38W 430mA 110V 205mm
Hochdruck-Quecksilberdampflampen
Fassung E27
Nennleistung Strom Spannung Länge Durchmesser
100W 850mA 130V 190mm 70mm
Fassung E40
Nennleistung Strom Spannung Länge Durchmesser
200W 1,7A 130V 258mm 90mm
250W 2,1A 130V 258mm 90mm
300W 2,5A 130V 258mm 90mm
400W 3,5A 135V 300mm 120mm
700W 5,45A 140V 350mm 150mm
1000W 8A 130V 420mm 180mm
Hochdruck-Natriumdampflampen
Fassung E27
Nennleistung Strom Spannung Länge Durchmesser
50W 760mA 90V 198mm 70mm
70W 1A 90V 198mm 70mm
100W 1,2A 100V 200mm 70mm
Fassung E40
Nennleistung Strom Spannung Länge Durchmesser
100W 1,2A 100V 200mm 70mm
150W 1,8A 100V 258mm 100mm
200W 2,3A 100V 258mm 100mm
250W 3A 100V 258mm 100mm
400W 4,6A 100V 300mm 120mm
1000W 8,25A 110V 420mm 180mm
Niederdruck-Natriumdampflampen
Fassung BY22d
Nennleistung Strom Spannung Länge Durchmesser
18W 350mA 57V 216mm 54mm
27W 450mA 69V 311mm 54mm
35W 350mA 120V 425mm 54mm
65W 620mA 123V 528mm 68mm
90W 620mA 173V 775mm 68mm
127W 620mA 250V 1120mm 68mm
Metalldampflampen
Fassung E27
Nennleistung Strom Spannung Länge Durchmesser
100W 1A 100V 190mm 75mm
Fassung E40
Nennleistung Strom Spannung Länge Durchmesser
175W 1,5A 130V 258mm 90mm
250W 2,1A 130V 258mm 90mm
400W 3,25A 135V 300mm 120mm
1000W(A) 8,3A 130V 420mm 180mm
1000W(B) 4A 263V 420mm 180mm
Anmerkungen zu dieser Liste:
Doppelrohr meint eine sehr schlanke U-Form, bei der beide Rohrhälften direkt nebeneinander liegen, und in einem gemeinsamen Sockel enden.
Vierrohr bedeutet -ähnlich dem obigen- daß das Rohr 3-fach gefaltet ein Viererbündel ergibt.
Ringform meint einen großen Ring, wie er bei Küchenlampen gerne verwendet wird.
Das Große U sieht so aus, wie es heißt, diese Lampen werden manchmal in Deckenlampen verwendet.
Quadratisch? Ich habe solche Leuchtstoffröhren auch noch nicht gesehen, aber die Form scheint wohl ein zu einem Quadrat geknicktes dünnes Rohr zu sein.
HF steht für Lampen, die nur für HF-Betrieb ausgelegt sind.
SL steht für verschiedene Arten von Röhren, die ohne Starter von selbst zünden, oder auf besondere Weise gezündet werden.
DC? diese Lampen werden anscheinend mit Gleichstrom betrieben, weitere Details fehlen mir leider.
Bei der 30W-Leuchtstoffröhre habe ich derart verschiedene Angaben bezüglich Betriebsstrom und Spannungsabfall, daß ich den gesamten Wertebereich angegeben habe. Wie eine Lampe X mit einer Drossel Y langfristig gut funktionieren soll ist mir rätselhaft.
Bei den beiden Varianten der 1KW-Metalldampflampe muß sehr genau aufgepaßt werden, eine Verwechslung kann Lampe und Vorschaltgerät zerstören. Es sollte jedoch eine Unterscheidung nach Brennerlänge und -ø möglich sein, falls die Beschriftung nicht mehr lesbar ist.
Daten zu den Leuchtstoffröhren in Kompaktlampen mit eingebauten (bei Sonderangeboten meist laufend defekten) elektronischen Vorschaltgeräten konnte ich noch keine auftreiben, 50 bis 200mA scheinen jedoch eine gute Wahl zu sein.
Daten zu Kaltkathoden-Leuchtstoffröhren, auch CCFL genannt habe ich derzeit noch zu unvollständig, mehr dazu in einer späteren Überarbeitung dieser Liste.
Bei den Netzfrequent betriebenen Lampen ist der Spannungsabfall oft erheblich größer, als nach U=P/I zu erwarten wäre. Dies liegt daran, daß durch das laufende Erlöschen und Neuzünden des Lichtbogens sowohl echte Leistungsverluste in der Lampe, als auch Oberwellen auftreten, die den gemessenen Spannungsabfall deutlich erhöhen.
Bei HF-Betrieb (Frequenzbereich über 10Khz) verhält sich eine Gasentladungslampee praktisch ohmisch, da die Entionisierungszeit des Metalldampfes länger als die Periodendauer der Wechselspannung wäre. Hierbei kann der Betriebsstrom -gegenüber 50Hz-Betrieb- wegen der geringeren Verluste auf ca. 80...90% verringert werden, um die gleiche Helligkeit zu erzielen. Die Leistungsaufnahme geht dabei ebenfalls deutlich zurück.
Es soll auch eine "King Size"-Leuchtstoffröhre geben, mit ca.2400mm Länge(2380mm?), angeblich 50mm Dicke, angeblich 3.5A(!) Betriebsstrom und ca. 220 Watt Leistung. Ich konnte leider noch keine weiteren vertrauenswürdigen Daten dazu finden.
Die 35W Niederdruck-Natriumdampflampe läßt sich am 230V-Netz auch mit einer Drosselspule für 20W/595mm Leuchtstofflampen betreiben!
Und ein Spannungswandler f?r Gasentladungslampen (speziell Leuchtstofflampen), an Niederspannung findet sich hier
http://www.kopfball-online.de/arcexp.phtml?kbsec=arcexp&selStichwort=895&ref=1
crashed Eis
500 ml Essig
500 g Kochsalz
1 kg Zucker
1 Suppenlöffel
3 Zitronen
Gibt man Wasser, gecrashtes Eis und Kochsalz
im Verhältnis 1 zu 1 zu 1 in die Schale,
hat man eine Kältemischung angerührt.
In kurzer Zeit sinkt die Temperatur auf minus zehn bis minus 20 °C.
Wenn Sie Ihre Sektflasche in solch eine Kältemischung legen,
kühlt sie sich deutlich schneller ab als im Gefrierfach
Ihres Kühlschranks.
http://www.help-chur.ch/Unterhaltung/Ratsel/body_ratsel.html
http://www.schoolwork.de/elektrizitaet/lenzregel.php und andere schularbeiten schulaufgaben
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http://www.schoolwork.de/elektrizitaet/lenzregel.php
-------------bewusstsein
http://www.utopie1.de/J/Jaynes-Julian/jaynes1.htm
Erstes Buch
Bewußtsein, Geist, Gehirn und Seele
1. Kapitel
Das Bewußtsein des Bewußtseins
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Mit der Frage Was ist das Bewußtsein? werden wir uns des Bewußtseins bewußt. Und die meisten Menschen meinen, eben dies, dieses sich des Bewußtseins Bewußt-Sein, sei das Bewußtsein. Das ist ein Irrtum.
Sind wir uns unseres Bewußtseins bewußt, so erscheint uns dieses Bewußtsein als die unmittelbar gewisseste Sache von der Welt. Wir erkennen in ihm das charakteristische Merkmal unseres gesamten Wachlebens, unserer Stimmungen und Affekte, Gedanken und Erinnerungen, der Aufmerksamkeitsfunktion und der Willensentscheidungen. Wir sind ganz sicher, daß es die Grundvoraussetzung der Begriffsbildung und des Lernens, des Denkens, Urteilens und Schlußfolgerns ist, und zwar deshalb, weil es unsere Erlebnisse, so wie sie sich zutragen, unmittelbar aufzeichnet und speichert und sie dadurch für unsere Selbstbeobachtung und unser Erkennen beliebig verfügbar macht. Außerdem glauben wir ziemlich genau zu wissen, daß dieses ganze wunderbare System von Funktionen und Materialien, das wir Bewußtsein heißen, irgendwo im Kopf sitzt.
Bei kritischer Überprüfung erweisen sich alle diese Annahmen als falsch. Es sind Maskeraden, hinter denen das Bewußtsein seit Jahrhunderten seine wahre Gestalt verbirgt. Es sind grundsätzliche Mißverständnisse, die bis heute die Lösung des Problems vom Ursprung des Bewußtseins verhindert haben. Ziel unseres langen, aber, wie ich hoffe, abenteuerreichen Weges in diesem ersten Kapitel wird es sein, die Irrigkeit jener Auffassungen nachzuweisen und zu zeigen, was das Bewußtsein nicht ist.
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Die Dimension des Bewußtseins
Betrachten wir zunächst einmal verschiedene Verwendungsweisen des Wortes Bewußtsein, die wir von vornherein als irreführend ausrangieren können. Da ist beispielsweise die Wendung «das Bewußtsein verlieren» (nach einem Schlag auf den Kopf). Wollten wir das als zutreffende Beschreibung des gemeinten Sachverhalts gelten lassen, müßten wir darauf verzichten, dieses sprachlich zu unterscheiden von jenen in der klinischen Literatur geschilderten Somnambulzuständen, in denen ein Patient zwar eindeutig bewußtlos ist, jedoch noch so auf die Umwelt reagiert, wie es ein k.o. Geschlagener nicht mehr vermag. Deshalb müßte man von jemandem, der eins auf den Schädel bekommt, eigentlich sagen, daß er sowohl das Bewußtsein als auch das Reaktionsvermögen verliert: und das sind zwei Paar Stiefel.
Diese Unterscheidung ist auch für das normale Alltagsleben von Belang. Wir reagieren ständig auf Dinge, ohne uns ihrer jeweils bewußt zu sein. Wenn ich, den Rücken gegen einen Baum gelehnt, auf meinem Rasen sitze, reagiere ich zu jedem Zeitpunkt auf den Baum und den Boden und meine eigene Haltung, denn wenn ich mir die Beine vertreten möchte, werde ich mich zu diesem Zweck vollkommen unbewußt vom Boden erheben.
Ganz vertieft in die Gedankengänge dieses ersten Kapitels, bin ich mir nur in den seltensten Augenblicken meiner Umgebung bewußt. Während ich schreibe, reagiere ich auf den Bleistift in meiner Hand, da ich ihn ja festhalte, und ich reagiere auf den Schreibblock, denn ich halte ihn auf den Knien, und auf seine Linien, denn ich schreibe auf ihnen — doch bewußt bin ich mir dessen, was ich sagen will, und der Frage, ob ich mich verständlich ausdrücke oder nicht.
Flattert aus dem Gebüsch in meiner Nähe ein Vogel auf und fliegt zeternd davon, wende ich vielleicht den Kopf, verfolge ihn mit den Blicken, lausche ihm nach und wende mich dann wieder dem Blatt vor mir zu, ohne mir des Vorgangs bewußt geworden zu sein.
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Mit anderen Worten: Das Reaktionsvermögen erstreckt sich auf alle Reize, denen ich in meinem Verhalten auf irgendeine Weise Rechnung trage; ganz anders dagegen das Bewußtsein, ein bei weitem weniger allgegenwärtiges Phänomen: der Dinge, auf die wir reagieren, sind wir uns nur zeitweilig bewußt. Und während sich das Reaktionsvermögen vollständig in neurologischen und Verhaltenskategorien beschreiben läßt, ist dies auf dem gegenwärtigen Stand unseres Wissens in bezug auf das Bewußtsein nicht möglich.
Aber der Unterschied geht noch viel tiefer. Ständig sind wir mit Reaktionsweisen beschäftigt, für die es überhaupt keine mögliche Bewußtseinsrepräsentanz gibt. Wenn wir einen Gegenstand anblicken, reagieren unsere Augen und infolgedessen die Bilder auf unserer Netzhaut mit zwanzig kleinen Rucken pro Sekunde, und dennoch erblicken wir einen unverrückt feststehenden Gegenstand, ohne irgendein Bewußtsein zu haben von der Aufeinanderfolge unterschiedlicher Informationseingaben und ihrer Verarbeitung zu einem einheitlichen Gegenstand.
Das unnormal kleine Netzhautbild eines Gegenstands wird unter angemessenen Umständen automatisch als entfernter Gegenstand gesehen; die Korrektur vollziehen wir unbewußt. Farbkontrasteffekte, Hell-Dunkel-Kontrasteffekte und andere Wahrnehmungskonstanzen bilden sich allesamt ununterbrochen während jeder Minute unseres Wachlebens, ja sogar unseres Traumlebens, ohne daß wir uns dessen im mindesten bewußt wären. Und diese Beispiele sind nur ein winziger Bruchteil jener Vielzahl von Vorgängen, deren wir uns früheren Definitionen des Bewußtseins zufolge eigentlich bewußt sein müßten — was aber entschieden nicht zutrifft. Ich denke etwa an Titcheners Definition des Bewußtseins als «die Summe aller psychischen Vorgänge, die im gegenwärtigen Augenblick stattfinden». Von dieser Auffassung sind wir heute meilenweit entfernt.
Aber wir wollen noch einen Schritt weiter gehen. Das Bewußtsein macht einen sehr viel geringeren Teil unseres Seelenlebens aus, als uns bewußt ist — weil wir kein Bewußtsein davon haben, wovon wir kein Bewußtsein haben. Leicht gesagt, aber schwer einzusehen! Es ist, als verlange man von einer Taschenlampe, daß sie in einem dunklen Zimmer einen Gegenstand ausfindig macht, der im Dunkeln bleibt. Weil es überall hell ist, wohin die Lampe ihren Strahl richtet, müßte sie daraus schließen, daß der ganze Raum erleuchtet ist.
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Genauso kann der Eindruck entstehen, als ob das Bewußtsein das gesamte Seelenleben durchdringe, auch wenn dies nicht im entferntesten der Fall ist.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die zeitliche Dimension des Bewußtseins. Sind wir uns, wenn wir wachen, in jedem Augenblick bewußt? Wir glauben es. Wir sind sogar absolut überzeugt davon. Ich schließe die Augen und versuche an nichts zu denken — trotzdem fließt das Bewußtsein weiter, ein mächtiger Strom von Inhalten in wechselnden Zuständen, die ich als Gedanken, Vorstellungen, Erinnerungen, innere Dialoge, Kummergefühle, Wünsche oder Entschlüsse zu bezeichnen gelernt habe und die innig verflochten sind mit den in unablässigem Wechsel vorüberziehenden äußeren Eindrücken, die mein Bewußtsein selektiv aufnimmt. Nirgendwo ist da eine Unterbrechung. So stellt es sich für uns jedenfalls dar. Bei allem, was wir tun, behalten wir das Empfinden, daß unser ureigenstes Selbst, unser tiefstes Tiefen-Ich letztlich in diesem kontinuierlichen Fluß besteht, der nur im traumlosen Schlaf unterbrochen ist, so lautet unsere Erfahrung. Und viele Denker hielten dieses Erlebniskontinuum für die Ausgangsbasis aller Philosophie, die eigentliche Heimstatt unbezweifelbarer Gewißheit. «Cogito, ergo sum.»
Aber wie hat man diese Kontinuität zu deuten? Eine Minute ist unterteilbar in sechzigtausend Millisekunden: Haben wir während jeder einzelnen Millisekunde Bewußtsein? Sollten Sie in der Tat dieser Meinung sein, dann unterteilen Sie noch weiter, in immer kleinere Zeiteinheiten, wobei Sie bitte bedenken wollen, daß die Impulsfrequenz der Neuronen begrenzt ist. Wir wissen zwar nicht das mindeste darüber, wie das mit unserem Empfinden von der Kontinuität des Bewußtseins zusammenhängt, doch wird kaum jemand ernstlich behaupten wollen, das Bewußtsein schwebe gleichsam wie ein Ätherhauch durch das Nervensystem und über dem Nervensystem, frei von aller irdischen Bedingtheit durch neutrale Refraktärperioden.
Sehr viel wahrscheinlicher ist, daß wir im Fall der augenscheinlichen Kontinuität des Bewußtseins der gleichen Täuschung erliegen wie bei den meisten anderen Metaphern vom Bewußtsein. Um es in unserem Gleichnis von der Taschenlampe auszudrücken: Daß sie brennt, wäre der Lampe nur bewußt, solange sie brennt.
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Auch wenn sie zwischendurch für längere Zeitspannen ausgeknipst war, müßte es der Lampe selbst (unter sonst gleichen Umständen) so vorkommen, als habe sie ununterbrochen gebrannt. Die zeitliche Erstreckung unseres Bewußtseins ist also kürzer, als wir meinen, weil wir uns nicht bewußt sein können, wann wir uns nicht bewußt sind. Und das Gefühl von einem reich und ununterbrochen dahinströmenden Innenleben, einem Strom, der sich bald gemächlich durch träumerische Stimmungen windet, bald reißend in die Schluchten jäher Einsichten hinabstürzt, ein andermal wieder gleichmäßig durch unsere hochgestimmten Tage rauscht — dieses Gefühl ist nichts anderes als das, was es auf dieser Buchseite ist: eine Metapher dafür, wie das subjektive Bewußtsein dem subjektiven Bewußtsein erscheint.
Das läßt sich anders noch besser verdeutlichen. Wenn Sie Ihr linkes Auge schließen und dann den Blick fest auf den linken Rand der Buchseite richten, sind Sie sich nicht im mindesten der großen Leerstelle in Ihrem Gesichtsfeld bewußt, die dabei etwa zehn Zentimeter rechts vom Blickpunkt auftritt. Doch wenn Sie jetzt — noch immer nur das rechte Auge offen und auf den Rand geheftet — den Zeigefinger längs einer Zeile von links nach rechts über die Seite führen, werden Sie beobachten, wie die Fingerspitze in dieser Leerstelle verschwindet und auf der anderen Seite wieder auftaucht. Das Phänomen ist auf die im nasenseitigen Teil der Netzhaut gelegene Leerstelle von zwei Millimeter Durchmesser zurückzuführen, wo der Gesichtsnerv in das Augeninnere eintritt und die lichtempfindlichen Elemente fehlen.1 Sie wird gewöhnlich «blinder Fleck» genannt. Interessant an dieser Leerstelle ist aber für uns, daß es sich nicht so sehr um einen blinden als vielmehr um einen Nicht-Fleck handelt. Ein Blinder sieht das Dunkel, das ihn einhüllt.2
1 Noch besser läßt sich der blinde Fleck mit Hilfe zweier quadratischer Stücke Papier von etwa eindreiviertel Zentimeter Seitenlänge darstellen. Man hält mit jeder Hand ein Papierstück ungefähr 45 Zentimeter weit vor sich, schließt ein Auge, fixiert mit dem offenen Auge eines der Papierstücke und bewegt das andere zur Seite des offenen Auges hin vom Blickpunkt weg, bis es verschwindet.
2 Mit Ausnahme der Fälle, in denen die Ursache der Blindheit im Gehirn liegt. Beispielsweise sind sich Soldaten mit einer Läsion in einem der Hinterhauptfelder der Großhirnrinde, durch die ein großer Teil des Gesichtsfelds zerstört wird, keiner Beeinträchtigung ihres Sehvermögens bewußt. Geradeaus blickend haben sie die Illusion, alles Sichtbare ebenso vollständig wahrzunehmen wie jedermann sonst.
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Sie, der Leser, dagegen sehen keinerlei Lücke in Ihrem Gesichtsfeld, geschweige denn, daß Sie sich einer solchen im geringsten bewußt wären. Und genauso, wie die Löcher in der Raumwahrnehmung, die der blinde Fleck hervorruft, «gestopft» werden, ohne daß die kleinste Lücke hinterbleibt, schließt sich das Bewußtsein über seinen Zeitlöchern und gibt sich den täuschenden Anschein eines Kontinuums.
Die Beispiele dafür, wie gering der Anteil des Bewußtseins an unserem Alltagsverhalten ist, lassen sich beliebig vermehren; man findet sie fast allenthalben. Greifen wir ein besonders schlagendes heraus: das Klavierspiel.3
Der Klavierspieler bewältigt die vielfältigsten, verschiedenartigsten Aufgaben alle zu gleicher Zeit, ohne ein nennenswertes Bewußtsein davon zu haben: Zwei unterschiedliche Zeichenfolgen von nahezu hieroglyphischem Aussehen müssen entschlüsselt und die eine davon der rechten, die andere der linken Hand zugeordnet werden. Jeder einzelne von zehn Fingern hat unterschiedliche Aufgaben und damit unterschiedliche motorische Probleme zu lösen, ohne daß der Spieler dessen gewahr würde, und ebensowenig wird er gewahr, wie er erhöhte, erniedrigte und normale Noten in Anschläge der schwarzen und weißen Tasten übersetzt, das Zeitmaß von ganzen oder Viertel- oder Sechzehntelnoten einhält. Pausen oder Triller einlegt, die eine Hand womöglich einen Dreiviertel- und die andere einen Viervierteltakt spielen läßt, während er zugleich mit den Füßen einzelne Töne dämpft, bindet oder hält.
3 In ähnlicher Form bediente sich W. B. Carpenter dieses Beispiels, um zu verdeutlichen, was er unter «unbewußter Gehirntätigkeit» verstand. Es war dies vermutlich die erste ernst zu nehmende Formulierung dieses Gedankens im 19. Jh. Sie findet sich erstmals in der 4. Aufl. von Carpenters Human Physiology (1852) und weiter ausgerührt dann in seinen späteren Schriften, etwa in dem einflußreichen Buch Principles of Mental Physiology, London: Kegan Paul 1874, Buch 2, Kap. 13.
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Und während alledem befindet sich der Pianist mit dem bewußten Teil seines Selbst vielleicht im siebten Himmel vor Verzückung über das künstlerische Ergebnis dieser staunenswerten Geschäftigkeit; oder er gibt sich der Betrachtung des zarten Geschöpfes hin, das ihm die Notenblätter umwendet und dem er zu Recht sein tiefstes Inneres zu offenbaren glaubt. Selbstverständlich spielt das Bewußtsein in der Regel eine gewisse Rolle beim Erlernen derart komplizierter Verrichtungen, hingegen nicht unbedingt auch bei ihrer Ausführung — und nur das ist der Punkt, auf den es mir hier ankommt.
Bewußtsein ist häufig nicht nur überflüssig — es kann sogar störend wirken. Würde unser Pianist mitten in einer rasend gespielten Folge von Arpeggios sich plötzlich seiner Finger bewußt, müßte er sein Spiel abbrechen. Nijinski hat einmal gesagt, beim Tanzen habe er immer das Gefühl gehabt, als ob er im Orchestergraben sitze und sich selber zusehe. Er war sich also nicht jeder einzelnen seiner Bewegungen bewußt, sondern des Bildes, das er für die anderen abgab. Ein Sprinter ist sich vielleicht seiner Position im Feld bewußt, mit Sicherheit jedoch ist ihm nicht bewußt, wie er ein Bein vor das andere setzt, denn das könnte ihn unter Umständen sogar zum Straucheln bringen. Und jedermann, der auch nur so laienhaft Tennis spielt wie ich, kennt den Ingrimm, der einen übermannt, wenn plötzlich der Aufschlag «beim Teufel ist» und man aus den Doppelfehlern nicht mehr herauskommt. Je mehr Doppelfehler, desto bewußter wird man sich seiner Haltung, seiner Bewegungen (und seiner Laune!), und desto schlimmer wird alles nur noch.4
Erscheinungen wie die genannten, die im Zusammenhang mit Hochleistungen auftreten, kann man nicht mit dem Hinweis auf die körperliche Anspannung wegdiskutieren, denn die gleichen Erscheinungen in bezug auf das Bewußtsein treten auch bei weniger anstrengenden Beschäftigungen auf. In diesem konkreten Augenblick ist Ihnen nicht bewußt, wie Sie dasitzen, wie Sie Ihre Hände halten, wie schnell Sie lesen, wenngleich Sie dieser Dinge, im selben Moment, da ich sie erwähnte, gewahr wurden.
4 Der Schreiber dieser Zeilen übt sich von Zeit zu Zeit in der Kunst des Improvisierens auf dem Klavier, und er leistet immer dann sein Bestes in der Erfindung neuer Themen und ihrer Ausführung, wenn er sich des Vorgangs nicht als einer geforderten Leistung bewußt ist, sondern die Sache in schlafwandlerischer Manier betreibt: seines Spiels in einer Weise gewahr werdend, als handle es sich um das Spiel eines anderen Menschen.
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Beim Lesen sind Sie sich weder der Buchstaben noch der Wörter, noch des Satzbaus oder der einzelnen Sätze und der Zeichensetzung bewußt, sondern nur der Bedeutung von alledem. Wenn Sie sich einen Vortrag anhören, verschwinden die artikulierten Laute hinter den Wörtern, die Wörter hinter den Sätzen und die Sätze hinter dem Gemeinten, der Bedeutung. Sich als Zuhörer der Elemente der Rede bewußt zu werden heißt den Sinn der Rede zunichte machen.
Das gleiche gilt für den Sprecher. Versuchen Sie einmal, mit einem klaren Bewußtsein Ihrer Artikulation zu sprechen. Sie werden einfach nicht mehr weitermachen können.
Nicht anders beim Schreiben: Es ist, als ob der Bleistift oder der Füller oder die Schreibmaschine von sich aus die Wörter buchstabierte, Abstand zwischen ihnen ließe, die Zeichensetzung wählte, auf die neue Zeile überwechselte. Wortwiederholungen vermiede und hier eine Frage, dort einen Ausruf einschaltete, während wir selbst nichts anderes im Kopf haben als dies: was wir sagen wollen, und den Menschen, dem wir es sagen.
Denn beim Sprechen und Schreiben sind wir uns unseres faktischen Tuns nicht wirklich bewußt. Das Bewußtsein betätigt sich in der Entscheidung darüber, was wir sagen wollen und wie und wann es am besten zu sagen ist; aber was dann kommt: die geordnete und zweckentsprechende Aneinanderreihung von artikulierten Lauten oder geschriebenen Buchstaben, wird uns irgendwie abgenommen.
Das Bewußtsein ist kein Abbild unseres Erlebens
Zwar kommt die Metapher von der Seele als einem leeren Informationsspeicher — etwa nach Art einer unbeschriebenen Wachstafel — schon in den Aristotelischen Schriften vor, aber erst seit John Locke im siebzehnten Jahrhundert seinerseits die Seele mit einer «tabula rasa» verglich, ist dieser Speicheraspekt des Bewußtseins so weit in den Vordergrund gerückt, daß wir es uns heute als ein übervolles Archiv oder eine Registratur von Erinnerungsbildern vorstellen, die in der Selbstbeobachtung wieder hervorgeholt werden können. Wäre Locke ein Zeitgenosse unseres Jahrhunderts, hätte er wohl zum Bild von der Kamera statt von der Wachstafel gegriffen. Die Leitvorstellung ist jedoch in beiden Fällen die gleiche.
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Und die meisten Menschen würden heute im Brustton der Überzeugung vorbringen, die Hauptaufgabe des Bewußtseins bestehe darin. Erlebniseindrücke zu speichern, sie abbildlich festzuhalten wie eine Kamera, damit sie für spätere Betrachtung zur Verfügung stehen.
So könnte man meinen. Aber beantworten Sie jetzt die folgenden Fragen: Schlägt die Tür des Zimmers, in dem Sie sich befinden, rechts oder links an? Welches ist Ihr zweitlängster Finger? Ist an der Verkehrsampel das rote oder das grüne Licht oben? Wie viele Zähne sehen Sie beim Zähneputzen? Falls Sie Raucher sind: Welche Marken außer Ihrer eigenen befinden sich in dem Automaten, aus dem Sie gewöhnlich Ihre Zigaretten ziehen, und in welcher Reihenfolge von links nach rechts sind sie in den Schächten plaziert? Und falls Sie sich augenblicklich in einem Zimmer befinden, das Ihnen vertraut ist: Schreiben Sie, ohne sich umzudrehen, alle Gegenstände auf, die sich an der Wand hinter Ihrem Rücken befinden, und prüfen Sie dann nach.
Ich schätze, Sie werden staunen, wie wenig Sie sich von jenen vermeintlichen Bildern, die Sie aus soviel vorangegangenem aufmerksamem Erleben aufgespeichert haben, bewußt vergegenwärtigen können. Wenn die vertraute Tür plötzlich links statt rechts anschlüge, wenn einer Ihrer Finger über Nacht länger geworden wäre, oder wenn Sie plötzlich einen Zahn mehr als früher im Gebiß hätten, wenn eine Zigarettenmarke im Automaten ausgetauscht oder die Lichter an der Ampel versetzt worden wären, oder wenn das Fenster in Ihrem Rücken einen neuen Griff bekommen hätte, dann würden Sie das auf Anhieb erkennen, womit bewiesen wäre, daß Sie auch den früheren Zustand «kannten», wenngleich er Ihnen nicht bewußt war. Dies ist der — für Psychologen altvertraute — Unterschied zwischen Wiedererkennen und Erinnerung. Was Sie erinnern, das heißt bewußt ins Gedächtnis zurückrufen können, ist nur ein Fingerhut voll im Vergleich zu dem gewaltigen Ozean Ihres faktischen Wissens.
Experimente wie das vorige beweisen, daß das bewußte Gedächtnis nicht, wie manchmal angenommen, im Aufspeichern von Wahrnehmungsbildern besteht. Nur wenn Sie irgendwann zuvor einmal bewußt auf die Länge Ihrer Finger oder auf die Tür geachtet oder Ihre Zähne gezählt haben, können Sie sich an diese Dinge erinnern, mögen Sie sie sonst auch noch so oft wahrgenommen haben.
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Falls Sie nicht irgendwann einmal auf die Gegenstände an Ihrer Wand besonders geachtet oder nicht zufällig diese Wand vor kurzem geputzt oder frisch gestrichen haben, werden Sie staunen, was alles Sie bei Ihrer Aufzählung ausgelassen haben. Und jetzt überprüfen Sie das Ganze einmal im Licht Ihrer Selbstbeobachtung. Haben Sie sich nicht in jedem einzelnen Fall gefragt, was da sein müßte? Waren es nicht vielmehr Überlegungen und Schlußfolgerungen und nicht so sehr irgendein Bild, wovon Sie sich dabei leiten ließen? Die bewußte Rückschau besteht nicht im Wiederauffinden von Wahrnehmungsbildern, sondern im Wiederauffinden von Sachverhalten, deren wir uns zu einem früheren Zeitpunkt einmal bewußt waren,5 und in der Verarbeitung dieser Elemente zu einem rationalen oder plausiblen Zusammenhang.
Das gleiche läßt sich noch auf anderem Wege beweisen. Denken Sie bitte daran zurück, wie Sie das Zimmer betraten, in dem Sie jetzt sind, und dieses Buch zur Hand nahmen. Betrachten Sie den Vorgang in der Innenschau, und fragen Sie sich jetzt: Entsprechen die Wahrnehmungsvorstellungen, die Sie haben, Ihren tatsächlichen Wahrnehmungsfeldern, während Sie eintraten, sich hinsetzten und zu lesen begannen? Sehen Sie sich in Ihrer Vorstellung nicht vielmehr in ganzer Person durch die Tür treten - das Ganze vielleicht sogar aus der Vogelperspektive? Sehen Sie sich nicht — und sei es auch nur verschwommen — Platz nehmen und das Buch ergreifen? Dinge, die Sie niemals so erlebt haben, außer eben jetzt in Ihrer Introspektion! Und können Sie sich die mit dem Vorgang verbundenen Geräuschfelder vergegenwärtigen? Oder Ihre Hautempfindungen, während Sie sich niederließen, das Gewicht von den Füßen auf den Sitz verlagerten und das Buch aufschlugen? Selbstverständlich wären Sie in der Lage, wenn Sie lange genug nachdenken, das rückblickend vorgestellte Geschehen so zu überarbeiten, daß Sie in der Tat das «sehen», was Sie genauso beim Betreten des Zimmers gesehen haben könnten; daß Sie das Stuhlrücken und das Geräusch beim Aufschlagen des Buches «hören» und die Hautempfindungen «spüren».
5 Vgl. hierzu Robert Woodworth, Psychological Issues, New York: Columbia University Press 1939, Kap. 7.
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Ich behaupte jedoch, daß dabei ein starkes Element von schöpferischer Phantasie — wir werden es unter der Bezeichnung «Narrativierung» in kurzem noch näher kennenlernen — am Werk ist, Phantasie, die das Erleben nicht wiedergibt, wie es tatsächlich war, sondern wie es hätte gewesen sein können.
Oder vergegenwärtigen Sie sich introspektiv das letzte Mal, da Sie beim Schwimmen waren: Ich vermute, Sie haben die Vorstellung von einem Strand oder einem See oder einem Schwimmbecken, die weitgehend ein Erinnerungsbild ist, doch wenn Sie jetzt zu Ihren Schwimmerlebnis kommen, holla! — wie Nijinski sich selber tanzen sieht, sehen Sie sich schwimmen, etwas, das Sie nie im Leben direkt beobachtet haben! Da ist verschwindend wenig von Ihren tatsächlichen Empfindungen während des Schwimmens vorhanden — von der konkreten Wasserlinie über Ihrem Gesicht, dem Gefühl des Wassers an der Haut oder davon, wie weit die Augen unter Wasser waren, wenn Sie den Kopf zum Atemholen drehten.6
Ähnlich, wenn Sie sich an das letzte Mal erinnern, da Sie unter freiem Himmel übernachteten oder beim Eislaufen waren oder — wenn's gar nicht anders geht — sich öffentlich blamiert haben: Sie werden die Dinge nicht mehr so sehen, hören, empfinden, wie Sie sie ursprünglich erlebt haben, sondern sich mehr oder weniger wie eine fremde Person in einer Szene auftreten sehen. Bei der erinnernden Rückschau ist also eine gehörige Portion Erfindung mit im Spiel: Man sieht sich so, wie andere einen sehen. Die Erinnerung ist das Medium des «So muß es gewesen sein». Allerdings bezweifle ich nicht, daß Sie in jedem der genannten Fälle auch in der Lage wären, sich auf dem Wege der Schlußfolgerung eine subjektive Sicht des Erlebnisses zu erfinden und dabei sogar überzeugt zu sein, es handle sich um ein wirklichkeitsgetreues Erinnerungsbild.
6 Das Beispiel ist einem streitbaren Aufsatz von Donald Hebb entnommen: The Mind's Eye, Psychology Today 2/1961.
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Das Bewußtsein ist nicht notwendig für die Begriffsbildung
Einen weiteren schweren Irrtum in Bezug auf das Bewußtsein stellt die Meinung dar, es sei der primäre und einzige Ort der Begriffsbildung. Es ist dies eine altehrwürdige Vorstellung: Wir machen im Bewußtsein erst eine Reihe konkreter Erfahrungen, an denen wir dann Gleichförmigkeiten beobachten, die wir zu einem Begriff verdichten. Von dieser Leitvorstellung ging sogar eine ganze Menge von Laborversuchen aus, mit denen manche Psychologen allen Ernstes den Vorgang der Begriffsbildung darzustellen meinten.
In einer seiner faszinierenden Arbeiten fand Max Müller, ein Psychologe des vergangenen Jahrhunderts, für das Problem eine pointierte Formulierung, indem er fragte, wer schon jemals einen Baum gesehen habe. «Niemand hat jemals einen Baum gesehen, sondern immer nur diese oder jene Tanne oder Eiche, diesen oder jenen Apfelbaum... ist also ein Begriff und kann als solcher nie gesehen oder sonstwie mit den Sinnen wahrgenommen werden.»7 Draußen in der Landschaft gebe es nur das konkrete Einzelexemplar und nur im Bewußtsein den Allgemeinbegriff des Baumes.
Hier könnte jetzt eine längere Abhandlung über das Verhältnis zwischen Begriff und Bewußtsein folgen. Doch genügt für unsere Zwecke der einfache Nachweis, daß zwischen beiden kein notwendiger Zusammenhang besteht. Wenn Müller meint, noch nie habe jemand einen Baum gesehen, dann verwechselt er sein Wissen über den Gegenstand mit dem Gegenstand selbst. Jeder von einem kilometerweiten Marsch in der heißen Sonne erschöpfte Wanderer kann mühelos einen Baum erblicken. Desgleichen jede Katze, der ein Hund auf den Fersen ist. Die Biene hat einen Begriff von der Blume als solcher, der Adler einen Begriff von einer unzugänglichen Felsnase und die Drossel einen Begriff von einer hochgelegenen Astgabel im Schutz des grünen Laubes.
7 Max Müller, The Science of Thought, London: Longmans Green 1887, S. 78 f. Einen ähnlichen Einwand wie ich erhebt Eugenio Rignano: The Psychology of Reasoning, New York; Harcourt, Brace 1923, S. 108 f.
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Begriffe sind nichts weiter als Klassen von in bezug auf das Verhalten gleichwertigen Dingen. Wurzelformen der Begrifflichkeit gehen aller Erfahrung voraus als Fundamentaleigenschaften der aptischen Strukturen, welche manifestes Verhalten überhaupt erst möglich machen.8 Müller hätte besser sagen sollen, daß niemand sich jemals eines Baumes als solchen bewußt gewesen ist. Denn das Bewußtsein ist in der Tat nicht nur nicht der Speicher der Begriffe, sondern es funktioniert in der Regel gänzlich ohne sie! Denken wir bewußt an den Baum als solchen, dann sind wir uns in Wirklichkeit eines konkreten Einzelexemplars — der Tanne, der Eiche oder der Ulme vor unserem Haus — bewußt und lassen es stellvertretend für den Begriff stehen, so wie wir auch ein Wort für einen Begriff stehen lassen können. Es ist ja eine der großen Leistungen der Sprache, daß sie ein Wort an die Stelle eines Begriffes setzt, und genau das tun wir jedesmal, wenn wir über Begriffsverhältnisse reden oder schreiben. Und wir können auch gar nicht anders, weil Begriffe im Bewußtsein normalerweise überhaupt nicht vorkommen.
Das Bewußtsein ist nicht notwendig für das Lernen
Ein drittes gravierendes Mißverständnis sieht im Bewußtsein die Grundlage des Lernens. Insbesondere für die nicht gerade kleine Schar erlauchter Geister, die der führenden psychologischen Richtung des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts, dem Assoziationismus, huldigten, bestand das Lernen darin, daß sich aufgrund von Ähnlichkeiten, räumlicher oder zeitlicher Nähe oder irgendeiner sonstigen Beziehung Zusammenhänge zwischen den Vorstellungen im Bewußtsein herstellten.
8 «Aptische Strukturen» sind die neurologische Grundlage aller Fähigkeiten. Ihre Komponenten sind zum einen ein angeborenes, evolutionär bedingtes Paradigma und zum anderen der Niederschlag der Erfahrungen im Zuge der individuellen Entwicklung. Der Begriff der «Befähigungsstruktur» soll problematische Ausdrücke wie «Instinkt» u. ä. ersetzen. «Befähigungsstrukturen» sind — teils angeborene, teils erworbene — Organisationsschemata des Gehirns, die den Organismus dazu befähigen, sich unter bestimmten Bedingungen auf bestimmte Weise zu verhalten.
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Ob Mensch oder Tier, spielte dabei keine Rolle: Alles Lernen war «aus der Erfahrung gewonnen», war also die Verbindung von Vorstellungen im Bewußtsein (wie in der Einführung bereits erwähnt). Von daher hat sich unserer Gegenwart, gleichsam als Teil ihres kulturellen Erbes, die fast allenthalben kritiklos hingenommene Überzeugung eingeprägt, das Bewußtsein sei eine notwendige Vorbedingung für das Lernen.
Der Sachverhalt, um den es hier geht, ist einigermaßen verwickelt. Zudem wird er von den Psychologen unglücklicherweise verzerrt durch ein manchmal haarsträubendes Kauderwelsch, das im Grunde eine unzulässige Verallgemeinerung der Reflexbogenterminologie des neunzehnten Jahrhunderts darstellt. Doch für unsere Zwecke dürfen wir uns die Laboruntersuchungen des Lernens als im wesentlichen auf drei Haupttypen bezogen vorstellen: auf das Erlernen von Signalen, Geschicklichkeiten und Problemlösungen. Diese drei Typen wollen wir jetzt der Reihe nach besprechen, um uns bei jedem von ihnen die Frage zu stellen, ob er notwendigerweise Bewußtsein voraussetzt.
Signallernen (die klassische oder Pawlowsche Konditionierung) ist der einfachste Fall. Trifft ein Lichtsignal, unmittelbar gefolgt von einem Luftstrom aus einem Gummischlauch, ungefähr zehnmal auf das Auge einer Versuchsperson, beginnt das Augenlid, das vorher nur auf den Luftstrom hin geblinzelt hat, auf das Lichtsignal allein zu blinzeln, und dies mit wachsender Zahl der Versuche immer regelmäßiger.9 Versuchspersonen, die sich diesem bekannten Verfahren des Signallernens unterzogen haben, berichten, daß dabei keinerlei bewußte Komponente im Spiel ist. In der Tat verhindert das Einschalten des Bewußtseins — in diesem Fall der Versuch, das Signallernen durch willentliches Augenzwinkern zu unterstützen — den Lernerfolg.
An alltäglicheren Beispielen läßt sich zeigen, daß sich dieses einfache, assoziative Lernen vollzieht, ohne dem Betroffenen bewußt zu werden. Wird ein charakteristisches Musikstück gespielt, während Sie eine besonders schmackhafte Mahlzeit zu sich nehmen, wird Ihnen dieses Musikstück, wenn Sie es das nächste Mal hören,
9 G. A. Kimble, Conditioning äs a Function of the Time between Conditioned and Unconditioned Stimuli, Journal of Experimental Psychology 37/1947, S. 1-15.
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ein bißchen besser gefallen, und Sie werden sogar mit leicht verstärkter Speichelproduktion reagieren. Das Musikstück ist zu einem Signal für Lust geworden, die in Ihr Urteil mit einfließt. Das gleiche Ergebnis läßt sich mit Bildern erzielen.10
Versuchspersonen, die sich solchen Tests im Labor unterzogen hatten, wußten keine Antwort auf die Frage, warum ihnen die Musik oder die Bilder nach dem Essen besser gefielen. Es war ihnen nicht bewußt, daß sie etwas gelernt hatten. Das wirklich Interessante an der Sache ist jedoch, daß der Lernprozeß nicht stattfindet, wenn man vorher Bescheid weiß und sich des Zusammenhangs zwischen dem Essen und der Musik oder dem Gemälde bewußt ist. Demnach ist es in diesem Bereich sogar so, daß das Bewußtsein die Lernfähigkeit vermindert, ganz zu schweigen davon, daß es eine notwendige Voraussetzung wäre.
Was wir schon bei der Ausübung von Geschicklichkeiten feststellen konnten, ist auch beim Erlernen von Geschicklichkeiten der Fall: Das Bewußtsein ähnelt einem hilflosen Zuschauer, der bei der Sache nicht viel zu tun hat. Zum Beweis dafür ein einfaches Experiment: Sie nehmen in jede Hand eine Münze, werfen die beiden Geldstücke über Kreuz in die Luft und fangen sie jeweils mit der anderen Hand wieder auf. Wenn man das ein dutzendmal geübt hat, beherrscht man es. Und während Sie jetzt probieren, fragen Sie sich, ob Sie sich dessen, was Sie da tun, restlos bewußt sind. Wird das Bewußtsein dazu überhaupt gebraucht? Meiner Meinung nach werden Sie feststellen, daß der Lernerfolg sich eher auf «organischem» als auf bewußtem Weg einstellt. Das Bewußtsein führt Sie an die Aufgabe heran und nennt Ihnen das Ziel. Alles Weitere jedoch — von möglichen Selbstzweifeln neurotischer Natur abgesehen — läuft so, als würde Ihnen das Lernen von irgendwoher abgenommen. Im neunzehnten Jahrhundert allerdings, als man sich die gesamte Verantwortung für das Verhalten in der Hand des Bewußt-
10 Meine Darstellung stützt sich hier auf Gregory Razran, Mind in Evolution, Boston: Houghton Mifflin 1971, S. 232. Dazu kritisch mit Rücksicht auf das ganze Problem des nichtintentionalen Lernens: T. A. Ryan, Intentional Behaviors, New York: Ronald Press 1970, S. 235 f.
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seins dachte, hätte man den Vorgang so erklärt, daß die «guten» und die «schlechten» Bewegungen bewußt erkannt und daß erstere aus freiem Entschluß wiederholt und letztere ausgeschieden werden!
Mit dem Erlernen komplizierterer Geschicklichkeiten steht es in dieser Hinsicht durchaus nicht anders. So wurde beispielsweise das Schreibmaschineschreiben eingehend untersucht, wobei man zu der allgemein akzeptierten Ansicht gelangte, «daß sämtliche Verbesserungen und Vereinfachungen der Technik unbewußt vorgenommen wurden, das heißt, die Schüler verfielen ganz unabsichtlich darauf. Irgendwann einmal bemerkten sie, daß sie bestimmte Teile ihrer Arbeit auf neue und bessere Weise ausführten.»11
Bei dem Experiment mit den Münzen haben Sie vielleicht sogar bemerkt, daß eine Beteiligung des Bewußtseins Ihren Lernerfolg nur behinderte. Diese Feststellung läßt sich im Zusammenhang mit dem Erlernen von Geschicklichkeiten immer wieder machen, und wie wir weiter oben schon gesehen haben, ebenso auch bei ihrer Ausübung. Lassen Sie das Lernen geschehen, ohne sich seiner übermäßig bewußt zu sein, dann verläuft alles glatter und wirkungsvoller. Manchmal sogar zu wirkungsvoll. Denn bei komplizierten Geschicklichkeiten wie dem Schreibmaschineschreiben kann man sich beispielsweise angewöhnen, ständig «dei» statt «die» zu tippen. Das Gegenmittel besteht darin, den Vorgang umzukehren, nämlich bewußt den Fehler «dei» zu üben, woraufhin er — im Widerspruch zu der gängigen Vorstellung von «Übung macht den Meister» — verschwindet (ein Phänomen, das man als negative Übung bezeichnet).
Bei der Leistungsmessung des allgemeinen Bewegungsgeschicks, wie sie beispielsweise mit «pursuit rotor»- oder «mirror tracing»-Tests vorgenommen wird, schneiden die Versuchspersonen, die aufgefordert wurden, sich ihrer Bewegungen klar bewußt zu bleiben, stets schlechter ab.12
11 W. F. Book, The Psychology of Skill, New York: Gregg 1925.
12 H. L. Waskom, An Experimental Analysis of Incentive and Forced Application and Their Effect upon Learning, Journal of Psychology 2/1936, S. 393 - 408.
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Und im Zuge meiner Umfragen habe ich erfahren, daß Sporttrainer unbewußt laborgetestete Grundsätze anwenden, indem sie ihre Schäflein auffordern, nicht soviel mit dem Kopf zu machen. Die Art und Weise, wie im Zen die Kunst des Bogenschießens erlernt wird, ist in dieser Hinsicht äußerst aufschlußreich; Dem Schützen wird geraten, sich nicht als einen Menschen zu erleben, der die Sehne spannt und losläßt, sondern das Bewußtsein eigenen Tuns ganz aufzugeben, bis der Bogen sich von selbst spannt, die Sehne sich von selbst löst und der Pfeil von selbst sein Ziel sucht.
Lösungslernen (instrumentales Lernen oder operante Konditionierung) ist ein komplexerer Typ. Im Normalfall spielt das Bewußtsein eine beträchtliche Rolle bei der Suche nach einer Lösung für ein Problem oder nach einem Weg zu einem Ziel, indem es das Problem auf eine bestimmte Weise aufbereitet. Doch keineswegs ist es unter allen Umständen notwendig. Es lassen sich Fälle anführen, in denen die Versuchsperson nicht das mindeste Bewußtsein davon hat, welches Ziel sie anstrebt, noch auf welchem Lösungsweg sie es zu erreichen sucht.
Dazu ein weiteres einfaches Experiment: Bitten Sie jemanden, sich Ihnen gegenüberzusetzen und nach Belieben Wörter aufzusagen, wie sie ihm einfallen, aber nach jedem Wort eine Pause von zwei oder drei Sekunden einzulegen, damit Sie es aufschreiben können. Wenn Sie nach jedem Pluralsubstantiv (oder Adjektiv oder abstraktem Begriff, oder was immer Sie wollen) «gut» oder «richtig» oder auch nur «Mhm!» murmeln, während Sie es niederschreiben, oder dabei lächeln oder das Pluralwort freundlich wiederholen, wird die Häufigkeit von Pluralsubstantiven (oder was immer) im weiteren Fortgang des Experiments erheblich zunehmen. Bemerkenswerterweise jedoch wird Ihre Versuchsperson gar nicht gewahr, daß sie einen Lernprozeß durchläuft.13
13 J. Greenspoon, The Reinforcing Effect of Two Spoken Sounds on the Frequency of Two Responses, American Journal of Psychology 68/1955,8.409-416. Allerdings bestehen hier beträchtliche Meinungsverschiedenheiten, insbesondere hinsichtlich der Formulierung und der Reihenfolge der postexperimentellen Fragen. Es könnte sogar sein, daß sich zwischen Versuchsperson und Versuchsleiter eine stillschweigende Übereinkunft herstellt (vgl. Robert Rosenthal, Experimental Effects in Behavioral Research, New York: Appleton-Century-Crofts 1966).
Ich selbst teile vorderhand die Ansicht von Postman, daß der Lernerfolg eintritt, bevor die Versuchsperson sich der Verstärkungsbeziehung bewußt wird, ja daß es andernfalls gar nicht zu dieser Bewußtwerdung käme (vgl. L. Postman und L. Sassenrath, The Automatic Action of Verbal Rewards and Punishment, Journal of General Psychology 65/1961, S. 109-136.
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Weder ist sie sich bewußt, daß sie noch mehr ermutigende Bemerkungen aus Ihnen herauszulocken sucht, noch wie sie diese Aufgabe löst. Tag für Tag, in jeder Unterhaltung, richten wir uns fortwährend gegenseitig auf diese Weise ab, aber wir sind uns dessen nie bewußt.
Unbewußtes Lernen ist keineswegs auf das Sprachverhalten beschränkt. Die Hörer einer Psychologievorlesung wurden beauftragt, jedem Mädchen auf dem Universitätsgelände, das Rot trug, Komplimente zu machen. Binnen einer Woche war die Cafeteria ein Meer von Rot (und Freundlichkeit), und keine der Damen war sich bewußt, daß sie manipuliert worden war. Die Hörer einer anderen Vorlesung probierten eine Woche, nachdem sie mit dem unbewußten Lernen und Abrichten bekannt gemacht worden waren, ihr neues Wissen an ihrem Professor aus. Jedesmal, wenn er sich zur rechten Seite des Hörsaals bewegte, zollten sie ihm gespannteste Aufmerksamkeit und lachten schallend über seine Witze. Es wird berichtet, daß sie ihn fast zur Tür hinausdressiert hätten, während ihm selbst nicht das geringste auffiel.14
Der kritische Punkt bei den meisten dieser Experimente ist der, daß die Versuchsperson nicht ahnen darf, worum es geht, weil sie sonst natürlich bewußt auf derartige Verstärkungsverhältnisse achten würde. Man umschifft diese Klippe, indem man sich auf solche Verhaltensreaktionen stützt, die von der Versuchsperson selbst nicht wahrgenommen werden können. Einschlägige Experimente wurden mit einem winzigen Muskel im Daumen gemacht, dessen Bewegungen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen und nur unter Zuhilfenahme eines elektronischen Geräts registriert werden können. Den Versuchspersonen wurde gesagt, es gehe darum, welche Auswirkungen periodisch auftretender unangenehmer Lärm während einer Musikdarbietung auf die Muskelspannung habe.
14 W. Lambert Gardiner, Psychology: A Story of a Search, Belmont, California: Brooks/Cole 1970, S. 76.
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An ihrem Körper wurden jeweils vier Elektroden angebracht, die einzige echte über dem kleinen Daumenmuskel, die anderen drei waren nur Attrappen. Die Versuchsanordnung war so getroffen, daß jedesmal, wenn die unwahrnehmliche Daumenmuskelzuckung elektronisch erfaßt wurde, das Störgeräusch 15 Sekunden lang unterbrochen oder, wenn es gerade abgeschaltet war, sein neuerliches Auftreten um 15 Sekunden verzögert wurde. Bei sämtlichen Personen verstärkte sich die Häufigkeit der unwahrnehmlichen Muskelzuckungen, die den quälenden Lärm unterbanden, ohne daß auch nur das geringste Bewußtsein davon vorhanden war, daß man lernte, den unangenehmen Lärm abzustellen.15
Somit steht fest: Das Bewußtsein ist kein notwendiger Bestandteil des Lernvorgangs, gleichgültig, ob es sich um das Lernen von Signalen, Geschicklichkeiten oder Problemlösungen handelt. Es gibt natürlich noch viel mehr zu diesem faszinierenden Thema zu sagen, denn es ist der Brennpunkt der gesamten zeitgenössischen Verhaltensforschung. Aber hier war lediglich der Nachweis zu erbringen, daß die ältere Auffassung, derzufolge bewußtes Erleben die unerläßliche Grundlage alles Lernens darstellt, eindeutig und absolut falsch ist. Wir dürfen jetzt zumindest den Schluß ziehen, daß es möglich ist — ich sage: möglich ist —, sich menschliche Wesen vorzustellen, die kein Bewußtsein haben und dennoch lernen und Probleme lösen können.
Das Bewußtsein ist nicht notwendig zum Denken
Auf dem Weg von den einfachen zu den komplizierteren Aspekten des Seelenlebens gelangen wir auf immer unübersichtlicheres Gelände, wo unsere gängigen Begriffe nur mehr fragwürdige Reisebegleiter sind. Von solcher Fragwürdigkeit ist zweifellos auch der Begriff des Denkens. Sträubt sich denn nicht alles in uns, wenn wir hören, das Bewußtsein sei nicht notwendig zum Denken?
15 R. F. Hefferline, B. Keenan, R. A. Harford, Escape and Avoidance Conditioning in Human Subjects without Their Observation of the Response, Science, 130 / 1959, S. 1338 f. - Eine weitere klare Beschreibung des unbewußten Erlernens von Problemlösungsverhalten gibt J. D. Keehn, Experimental Studies of the Unconscious: Operant Conditioning of Unconscious Eye Blinking, Behavior Research and Therapy 5/1967, S. 95-102.
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Ja, ist denn nicht das Denken geradezu das Herz- und Kernstück des Bewußtseins?! Gemach! Mit dieser Meinung beziehen wir uns auf jenen Denktyp des freien Assoziierens, den man als «Denken an...» oder «Nachdenken über ...» bezeichnen könnte und der in der Tat stets von allen Seiten umschlossen und umströmt zu sein scheint von der Bilderflut der Bewußtseinswelt. In Wirklichkeit jedoch ist die Sache nicht entfernt so klar, wie sie scheint.
Beginnen wir mit dem Denktyp, der zu einem Ergebnis führt, auf das wir die Prädikate «wahr» oder «falsch» anwenden können. Es wird gemeinhin als «Urteilen» bezeichnet und hat große Ähnlichkeit mit einem Extremfall des Lösungslernens, den wir gerade kennengelernt haben.
Ein einfaches Experiment — so einfach, daß es banal erscheinen mag — wird uns direkt zum Kern der Sache führen. Nehmen Sie zwei ungleiche Gegenstände, beispielsweise einen Kugelschreiber und einen Bleistift oder zwei ungleichmäßig gefüllte Gläser, und legen oder stellen Sie sie vor sich auf den Tisch. Schließen Sie dann halb die Augen, um sich besser konzentrieren zu können, heben Sie die Gegenstände nacheinander mit Daumen und Zeigefinger hoch und urteilen Sie, welcher schwerer ist. Beobachten Sie dabei mittels Introspektion genau, was Sie tun. Sie werden feststellen, daß Sie sich der Empfindung der Gegenstände an der Haut Ihrer Finger bewußt sind, daß Sie sich des leichten Zugs nach unten bewußt sind, den das Gewicht der einzelnen Gegenstände vermittelt, daß Sie sich etwaiger Unebenheiten auf der Oberfläche der Gegenstände bewußt sind, und so weiter.
Und jetzt das eigentliche Urteil, welcher Gegenstand schwerer ist. Wo ist das? Holla! Gerade der Vorgang der Urteilsfindung mit dem Ergebnis: Dieser Gegenstand ist schwerer als der andere, ist Ihnen nicht bewußt. Das Ergebnis erhalten Sie einfach fix und fertig irgendwoher aus dem Nervensystem. Wenn wir diesen Urteilsvorgang Denken nennen, müssen wir einräumen, daß solches Denken ganz und gar nicht bewußt ist. Ein zugegebenermaßen einfaches, aber äußerst wichtiges Experiment. Es zerstört mit einem Schlag total den überlieferten Glauben, daß solche Denkvorgänge das Gerüst des bewußten Seelenlebens darstellen.
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Experimente dieser Art wurden zu Beginn des Jahrhunderts in großem Umfang von der sogenannten Würzburger Schule angestellt. Ausgangspunkt war eine im Jahr 1901 veröffentlichte Untersuchung von Karl Marbe, der in ähnlicher Weise wie eben beschrieben vorging, nur daß er kleinere Gewichte benutzte.16
Die Versuchsperson wurde aufgefordert, zwei vor ihr stehende Gewichte emporzuheben und das schwerere von beiden vor den Versuchsleiter zu stellen, der ihr gegenüber saß. Und es war sowohl für den Versuchsleiter selbst als auch für seine hochgradig geschulten Versuchspersonen, die allesamt in der Selbstbeobachtung geübte Psychologen waren, eine verblüffende Entdeckung, daß der Prozeß des Urteilens als solcher nie bewußt war. Physik und Psychologie weisen immer interessante Gegensätze auf, und es ist eine der Ironien der Wissenschaft, daß das Marbe-Experiment, das in seiner Einfachheit fast albern wirken könnte, für die Psychologie von ebenso großer Bedeutung war wie das so schwierig durchzuführende Michaelson-Morley-Experiment für die Physik. Genauso, wie anhand des letzteren bewiesen wurde, daß der Äther — jene Substanz, die vermeintlich den ganzen Raum erfüllt — nicht existiert, so zeigte sich in dem Gewichtbeurteilungsexperiment, daß Urteilen, jenes vermeintliche Kennzeichen des Bewußtseins, im Bewußtsein überhaupt nicht vorkommt.
Dazu läßt sich allerdings ein Einwand vorbringen. Vielleicht vollzog sich die Urteilsfindung beim Emporheben der Gegenstände so schnell, daß wir den Vorgang vergessen haben. Schließlich fassen wir bei der Selbstbeobachtung immerzu etwas in Hunderte von Wörtern, was sich innerhalb weniger Sekunden zuträgt. (Was für eine erstaunliche Tatsache dies doch ist!) Und unser Gedächtnis für eben Geschehenes beginnt zu schwinden, noch während wir es auszudrücken versuchen. Vielleicht war es dies, was sich bei Marbes Experiment zutrug, und dieser «Urteilen» genannte Denktyp ließe sich vielleicht doch im Bewußtsein finden, wenn wir uns nur besser erinnern könnten.
16 K. Marbe, Experimentell-psychologische Untersuchung über das Urteil. Eine Einleitung in die Logik, Leipzig: Engelmann 1901.
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In dieser Form stellte sich das Problem einige Jahre nach Marbes Versuch für Watt.17 Für die Lösung benutzte er ein anderes Verfahren, nämlich den Assoziationsversuch. Der Versuchsperson wurden Kärtchen mit aufgedruckten Hauptwörtern vorgelegt, und sie mußte so rasch wie möglich mit einem Bezugswort antworten.
Es handelte sich also nicht um freie Assoziation, sondern um etwas, das man als teilweise gelenkte Assoziation bezeichnet: In verschiedenen Durchgängen wurde die Versuchsperson aufgefordert, zu dem gesehenen Wort einen übergeordneten Begriff (zum Beispiel Eiche/Baum), einen gleichgeordneten Begriff (zum Beispiel Eiche/ Ulme) oder einen untergeordneten Begriff (Eiche/Balken) zu assoziieren — oder ein Ganzes (Eiche/Wald), einen Teil (Eiche/Eichel) oder einen anderen Teil eines gemeinsamen Ganzen (Eiche/Waldpfad).
Die Aufgabenstellung bei der gelenkten Assoziation bot die Möglichkeit, das Bewußtsein der Versuchsperson in vier Phasen einzuteilen: 1. Instruktion über die erwünschte Assoziationsrichtung, (zum Beispiel «übergeordneter Begriff»), 2. Darbietung des Reizwortes (zum Beispiel« Eiche »), 3. Suche nach einer passenden Assoziation und 4. die gesprochene Antwort (zum Beispiel «Baum»). Die Versuchspersonen wurden aufgefordert, ihre Selbstbeobachtung zunächst ganz auf die erste Phase und dann der Reihe nach auf jeweils eine andere zu konzentrieren, um auf diese Weise genauer Rechenschaft von ihrem Bewußtheitsstand in jeder Einzelphase geben zu können.
Man rechnete nun damit, daß sich anhand dieses präzisen Aufteilungsverfahrens Marbes Schlüsse würden als falsch erweisen lassen und daß die Bewußtheit des Denkens in Watts dritter Phase — bei der Suche nach einem Wort, das die angegebenen Bedingungen erfüllte — zum Vorschein kommen werde. Doch nichts dergleichen geschah. Alles deutete daraufhin, daß das Denken automatisch und nicht eigentlich bewußt erfolgte, sobald ein Reizwort dargeboten und zuvor der gewünschte Assoziationstyp von der Versuchsperson richtig verstanden worden war. Ein bemerkenswertes Ergebnis. Es besagt mit anderen Worten: Man denkt sich etwas, bevor man konkret weiß, was es ist, woran man denken soll. Das Wichtigste an der
17 H. J. Watt, Experimentelle Beiträge zu einer Theorie des Denkens, Archiv für die Geschichte der Psychologie 4/1905, S. 289-436.
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Sache ist die Instruktion als Voraussetzung dafür, daß alles andere automatisch abläuft. Für diese Phase möchte ich die Bezeichnung «Struktion» einführen, die die Bedeutung sowohl von «Instruktion» als auch von «Konstruktion» in sich vereinen soll.18
Das Denken geschieht also nicht bewußt. Es ist vielmehr ein automatischer Vorgang nach Maßgabe einer Struktion und des Materials, in dem die Struktion getätigt werden soll.
Und wir brauchen auch nicht bei Wortassoziationen stehenzubleiben. Aufgaben jedes beliebigen anderes Typs erfüllen den gleichen Demonstrationszweck, auch solche, die Willenshandlungen näherkommen. Wenn ich mir vornehme, an eine Eiche im Sommer zu denken, so ist dies eine Struktion, und was ich «denken an» nenne, ist im Grunde genommen eine Kette von Bildassoziationen, die aus einem unbekannten Meer an die Küste meines Bewußtseins gespült werden, genau wie die gelenkten Assoziationen in Watts Experiment.
Sehen wir die Ziffern 6 und 2 und zwischen ihnen einen vertikalen Strich: 6 | 2, dann bringt dieser Reiz die Vorstellung «acht», «vier» oder «drei» hervor, je nachdem, ob die vorgeschriebene Struktion Addition, Subtraktion oder Division lautet. Wichtig dabei ist, daß die Struktion selbst — der Prozeß der Addition, Subtraktion oder Division —, ist sie erst einmal aufgestellt, im Nervensystem verschwindet. Aber sie ist offensichtlich «im Geiste» mit dabei, da ein und derselbe Reiz dreierlei Reaktionen hervorbringen kann. Allerdings — wie das jeweils vor sich geht, ist uns nicht im mindesten bewußt.
Betrachten wir uns jetzt eine Reihe geometrischer Figuren:
18 Die Begriffe «Einstellung», «determinierende Tendenz» und «Struktion» müssen auseinandergehalten werden. «Einstellung» ist der umfassendere Begriff: Er bezeichnet eine gebundene Befähigungsstruktur, deren Stufung bei Säugern von einer (limbischen) Allgemeinkomponente qua «Bereitschaft» bis hin zur (korrikalen) spezifischen Komponente qua «determinierende Tendenz» reicht. Die Endstufe der letzteren wiederum ist beim Menschen häufig eine Struktion.
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Welche Figur kommt als nächste in der Reihe? Wie sind Sie auf die Antwort gekommen? Sobald ich Ihnen die Struktion gegeben habe, «sehen» Sie automatisch, daß es ein Dreieck sein muß. Wenn Sie sich jetzt mittels Selbstbeobachtung davon überzeugen wollen, wie Sie zu Ihrer Antwort gelangt sind, dann — so behaupte ich — vergegenwärtigen Sie sich in Wirklichkeit nicht den Vorgang, der tatsächlich stattgefunden hat, sondern Sie erfinden, wie es stattgefunden haben muß, indem Sie sich zu diesem Behufe selbst eine neue Struktion geben. Während des Vollzugs der Aufgabe selbst waren Sie sich lediglich der Struktion, der Figuren auf dem Blatt vor Ihnen und dann der Lösung bewußt.
Nicht anders verhält es sich mit der gesprochenen Sprache (ein Beispiel, das ich weiter oben schon erwähnt habe). Beim Reden sind wir uns weder der Suche nach Wörtern noch der Zusammenfügung der Wörter zu Satzteilen, noch der Zusammenfügung der Satzteile zu ganzen Sätzen wirklich bewußt. Bewußt ist uns lediglich eine fortgesetzte Folge von Struktionen, die wir uns selbst geben und die dann automatisch, ohne irgendwelches Bewußtsein, in sprachlichen Äußerungen resultieren. Die Rede selbst können wir uns im Augenblick des Vollzugs bewußt halten, wenn wir wollen: Dadurch entsteht dann ein gewisses Feedback, das zu neuen Struktionen führt.
Somit wäre erwiesen, daß der eigentliche Denkvorgang, der gemeinhin als das Herz- und Kernstück des Bewußtseins betrachtet wird, überhaupt nicht bewußt ist und daß lediglich seine Vorbereitung, sein Material und sein Endergebnis im Bewußtsein wahrgenommen werden.
Das Bewußtsein ist nicht notwendig für die Vernunfttätigkeit
Die lange Tradition, die den Menschen als das vernunftbegabte Lebewesen definiert und ihn als Homo sapiens zur Krone der Schöpfung erhebt, ruht mit ihrem ganzen päpstlichen Absolutheitsanspruch auf dem schmalen Fundament der Annahme, das Bewußtsein sei der Sitz der Vernunft.
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Eine kritische Durchleuchtung dieser Annahme wird durch die Unbestimmtheit des Begriffs Vernunft erschwert, eine Unbestimmtheit, die das Erbe der alten «Vermögens»psychologie ist, für welche die Vernunft ein — selbstverständlich «im» Bewußtsein angesiedeltes — «Seelenvermögen» war. Und diese erzwungene Verbindung von Vernunft und Bewußtsein wurde noch vermengt mit der Idee der Wahrheit und des richtigen Vernunftgebrauchs, das heißt der Logik — alles jeweils ganz verschiedene Dinge. Demzufolge galt dann die Logik als das Funktionsprinzip der bewußten Vernunfttätigkeit oder, mit anderen Worten, des Schließens, was Generationen von bedauernswerten Gelehrten in Verlegenheit brachte, denn sie wußten sehr gut, daß logische Syllogismen nicht zu dem gehörten, was sich ihrer Selbstbeobachtung darbot.
Vernunfttätigkeit oder schlußfolgerndes Denken und Logik verhalten sich zueinander wie Gesundheit und Medizin oder, besser, wie Verhalten und Moral. Das Schließen umfaßt eine Reihe natürlicher Denkprozesse des täglichen Lebens. Die Logik umfaßt Vorschriften, wie wir denken müssen, wenn unser Ziel die objektive Wahrheit ist — und im täglichen Leben geht es höchst selten um die objektive Wahrheit. Die Logik ist die Wissenschaft von der Begründung jener Schlüsse, zu denen wir mit Hilfe unserer natürlichen Vernunft gelangt sind. Meine These ist, daß das Bewußtsein für die natürliche Vernunfttätigkeit nicht benötigt wird. Der eigentliche Grund, warum wir die Logik überhaupt benötigen, ist der, daß das Schließen meistenteils ganz und gar nicht bewußt geschieht.
Denken Sie zunächst an die vielen Phänomene, von denen wir bereits festgestellt haben, daß sie ohne begleitendes Bewußtsein ablaufen, und die als elementare Formen des Schließens bezeichnet werden können. Das Auswählen von Lösungswegen, Wörtern, Tönen; Körperbewegungen und die Korrekturen an Größen- und Farbeindrücken, die Wahrnehmungskonstanzen ergeben — das alles sind Primitivformen des Schließens, die keinerlei Hilfestellung oder Eselsbrücke von Seiten des Bewußtseins, ja nicht einmal des geringsten Funkens von Bewußtsein bedürfen.
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Aber auch die geläufigeren Formen des Schließens können ohne Beteiligung des Bewußtseins stattfinden. Ein Junge, der einmal oder mehrmals beobachtet hat, daß ein bestimmtes Stück Holz in einem bestimmten Teich an der Oberfläche schwamm, schließt in einer neuen Situation auf unmittelbarem Weg, daß ein anderes Stück Holz in einem anderen Teich ebenfalls oben schwimmen wird. Es findet nicht etwa ein bewußtes Sammeln und Vergleichen von früheren Situationen statt, und es ist auch sonst überhaupt kein Bewußtseinsvorgang vonnöten, damit das neue Stück Holz unmittelbar als «oben schwimmend» gesehen wird. Man bezeichnet dies gelegentlich als Schließen aus dem Besonderen, und es ist nichts weiter als eine auf Generalisierung beruhende Erwartung. Daran ist nichts Außergewöhnliches. Es handelt sich um eine Fähigkeit, die alle höheren Wirbeltiere besitzen. Dieses Schließen ist ein Funktionsprinzip des Nervensystems und nicht des Bewußtseins.
Aber ständig finden auch komplexere Formen des Schließens ohne Beteiligung des Bewußtseins statt. Unser Geist arbeitet so schnell, daß unser Bewußtsein nicht Schritt halten kann. Allgemeinaussagen aufgrund vorausgegangener Erfahrungen treffen wir in aller Regel vollkommen automatisch, und nur im nachhinein sind wir manchmal in der Lage, uns von den vorausgegangenen Erfahrungen, auf denen solche Aussagen beruhen, irgend etwas wieder ins Gedächtnis zu rufen. Wie oft gelangen wir nicht zu absolut zuverlässigen Schlüssen, ohne sie im geringsten begründen zu können. Weil das Schlußfolgern nicht bewußt geschieht. Und denken Sie an die Schlüsse, die wir in bezug auf die Gefühle und den Charakter anderer Menschen oder in bezug auf die Motive ihrer Handlungen ziehen. Hier haben wir es eindeutig mit automatischen Schlußfolgerungen unseres Nervensystems zu tun, einem Vorgang, bei dem Bewußtsein nicht nur überflüssig ist, sondern wahrscheinlich sogar ebenso hinderlich wäre, wie wir es schon bei der Ausübung motorischer Geschicklichkeiten festgestellt haben.19
19 Vorgänge dieser und ähnlicher Art wurden schon früh als nichtbewußt erkannt und mit Namen wie «automatisches Schlußfolgern» oder «gesunder Menschenverstand» belegt. Einschlägige Darlegungen findet man bei Sully, Mill und anderen Psychologen des 19. Jh.
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Dies mag ja alles sein, so höre ich einwenden, aber auf keinen Fall gilt das auch für die höchsten Formen der Denktätigkeit. Hier gelangen wir endlich in das eigentliche Herrschaftsgebiet des Bewußtseins, wo alles in goldener Klarheit daliegt und alle Gedankenarbeit der Vernunft fein ordentlich im Lichte voller Bewußtheit getätigt wird. Aber so glanzvoll geht es in der Wirklichkeit nicht zu. Der Wissenschaftler, der sich mit seinen Problemen hinsetzt und bewußte Induktionen und Deduktionen auf sie anwendet, ist genauso ein Fabelwesen wie das Einhorn. Die größten Einsichten der Menschheit sind auf mysteriöse Weise zustande gekommen. Helmholtz hatte seine glücklichen Einfälle, die sich «oft genug heimlich in mein Denken einschlichen, ohne daß ich ihre Bedeutung geahnt hätte... in anderen Fällen waren sie auf einmal da ohne irgendein Bemühen von meiner Seite... sie stellten sich besonders gern ein, wenn ich bei sonnigem Wetter einen Spaziergang im Bergwald machte!»20
Und Gauß schrieb über ein arithmetisches Theorem, das er jahrelang erfolglos zu beweisen versucht hatte, daß «sich das Rätsel plötzlich wie durch einen Blitzschlag löste. Ich vermag selbst nicht zu sagen, welcher Faden mein bisheriges Wissen mit den Bedingungen des Gelingens verknüpfte.»21
Der brillante Mathematiker Poincare widmete der Art und Weise, wie er zu seinen Entdeckungen gelangte, besonderes Augenmerk. In einem berühmten Vortrag vor der Pariser Societe de Psychologie schilderte er seine Teilnahme an einer geologischen Exkursion: «Die Reiseerlebnisse ließen mich meine mathematische Arbeit vergessen. In Coutances angekommen, bestiegen wir einen Omnibus, der uns irgendwohin bringen sollte. In dem Augenblick, als ich meinen Fuß auf das Trittbrett setzte, überraschte mich völlig unvorbereitet der Gedanke, daß die Transformationen, die ich zur Definition der Fuchsschen Funktionen benutzt hatte, mit denen der nichteuklidischen Geometrie identisch waren.»22
20 Zitiert nach Robert S. Woodworth, Experimental Psychology, New York: Holt 1938, S. 818.
21 Zitiert nach Jacques Hadamard, The Psychology of Invention in the Mathematical Field, Princeton; Princeton University Press 1945, S. 15.
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Allem Anschein nach ist dieses Phänomen der jäh hereinbrechenden Einsicht am offenkundigsten in den abstrakten Wissenschaften, in denen das Untersuchungsmaterial zunehmend weniger mit der Alltagserfahrung zu tun hat. Ein guter Bekannter Einsteins erzählte mir, daß dem Physiker viele seiner hervorragendsten Ideen beim Rasieren kamen, und zwar so überfallartig, daß er sein Rasiermesser morgens mit größter Vorsicht handhaben mußte, um sich im Moment der Überraschung nicht zu schneiden. Und ein bekannter englischer Physiker äußerte einmal gegenüber Wolfgang Köhler: «Wir sprechen oft von den drei B's — Bus, Bad und Bett. An diesen Orten werden in unserer Wissenschaft die großen Entdeckungen gemacht.»
Worauf es hier ankommt, ist, daß das kreative Denken verschiedene Stadien durchläuft, zuerst ein Präliminarstadium, in dem das Problem bewußt durchgearbeitet wird, dann eine Inkubationsphase ohne irgendwelche bewußte Konzentration auf das Problem und darauf die Erleuchtung, die hinterher logisch begründet wird. Die Parallele zwischen diesen Problemen hochbedeutsamer und komplexer Natur und einfachen Problemen wie dem Beurteilen von Gewichten oder dem Fortsetzen einer Figurenfolge liegt auf der Hand. Die Präliminarphase besteht im wesentlichen im Aufstellen einer komplexen Struktion bei gleichzeitiger bewußter Aufmerksamkeit gegenüber dem Material, auf das die Struktion sich beziehen soll. Aber was dann eintritt — der Schlußvorgang als solcher, der Sprung ins Unbekannte der großen Entdeckung —, hat ebensowenig eine Vertretung im Bewußtsein wie in dem simpler gelagerten Fall der Beurteilung von Gewichtsunterschieden. In der Tat scheint es manchmal fast so, als habe das Problem vergessen werden müssen, damit sich die Lösung zeigen konnte.
22 Henri Poincare, Mathematical Creation, in: ders., The Foundations of Science, übs. von G. Brucc Halstedt, New York; The Science Press 1913, S. 387.
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Der Sitz des Bewußtseins
Der letzte Irrtum, auf den ich hier eingehen möchte, ist ebenso bedeutsam wie aufschlußreich. Ich habe seine Analyse an den Schluß gestellt, weil sie meiner Meinung nach den geläufigen Auffassungen vom Bewußtsein den sicheren Todesstoß versetzt. Wo hat das Bewußtsein seinen Sitz?
Jedermann (oder so gut wie jedermann) antwortet darauf ohne Zögern: In meinem Kopf. Denn bei der Selbstbeobachtung kehren wir scheinbar den Blick nach innen in einen Raum irgendwo hinter den Augen. Aber was um alles in der Welt soll das heißen, daß wir den «Blick» dorthin richten? Manchmal schließen wir sogar die Augen, um in der Selbstbeobachtung (die ja auch Innenschau — Introspektion — genannt wird) desto besser zu sehen. Aber wohin? Daß es sich um irgendeine Art Raum handelt, scheint unbezweifelbar. Außerdem scheinen wir uns — oder zumindest unseren «Blick» — einmal hierhin, einmal dorthin zu wenden. Und wenn wir uns zu sehr anstrengen, diesen Raum (nicht seine vorgestellten Inhalte) genauer zu charakterisieren, empfinden wir ein schwer zu definierendes Unbehagen, so als ob da etwas wäre, das sich gegen das Erkanntwerden sperrt, ein Etwas, das unter die Lupe zu nehmen fast ebenso ungebührlich ist wie grobes Betragen in freundlicher Gesellschaft.
Nicht nur in unserem Kopf glauben wir diesen Bewußtseinsraum zu finden, wir setzen ihn auch bei anderen Menschen voraus. Wenn wir mit einem Bekannten sprechen und dabei immer wieder Blickkontakt aufnehmen (ein Überbleibsel aus unserer Primatenvergangenheit, als Blickkontakt mit dazu diente, Stammeshierarchien herzustellen), setzen wir hinter den Augen unseres Gesprächspartners immer einen Raum voraus, in den wir hineinsprechen, ähnlich dem Raum in unserem eigenen Kopf, aus dem wir unserer Vorstellung nach heraussprechen.
Und damit kommen wir zum Kern der Sache. Wir wissen nämlich ganz genau, daß in keines Menschen Kopf ein solcher Raum vorhanden ist! In meinem wie in Ihrem Kopf befindet sich nichts als irgendwelches physiologisches Gewebe. Und die Tatsache, daß es sich dabei vorwiegend um Nervengewebe handelt, ist in diesem Zusammenhang belanglos.
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Sich an diesen Gedanken zu gewöhnen erfordert allerdings ein bißchen Denkaufwand. Das Ganze bedeutet, daß wir diesen Raum in unserem eigenen Kopf und in den Köpfen anderer Leute immer neu erfinden, während wir genau wissen, daß er in der Anatomie nicht existiert; und die Ansiedlung dieses «Raumes» erfolgt denn auch ganz willkürlich.
Die aristotelischen Schriften23 beispielsweise siedelten das Bewußtsein, den Sitz des Denkens im Herzen und knapp darüber an und betrachteten das Gehirn als bloßes Kühlorgan, da es sich unempfindlich zeigte gegenüber Berührungen und Verletzungen. Und manchen Lesern wird das bisher Gesagte einfach deshalb nicht eingeleuchtet haben, weil ihr denkendes Selbst nach ihrem eigenen Dafürhalten irgendwo im oberen Brustraum angesiedelt ist. Für die meisten von uns ist es jedoch eine so eingefleischte Gewohnheit, sich das Bewußtsein im Kopf zu denken, daß wir uns kaum etwas anderes vorstellen können. Aber in Wirklichkeit könnten Sie, ohne sich von der Stelle zu rühren, die nächstbeste Ecke zwischen Wand und Fußboden im Zimmer nebenan zum Sitz Ihres Bewußtseins erklären und Ihr Denken ebensogut dort wie in Ihrem Kopf vor sich gehen lassen. Nein, nicht ebensogut. Es gibt einige sehr gute Gründe, die dafür sprechen, daß Sie sich Ihren Seelenraum innerhalb Ihrer Person angesiedelt vorstellen, Gründe, die sowohl mit dem bewußten Wollen und den inneren Empfindungen als auch mit der Beziehung zwischen Ihrem Körper und Ihrem «Ich» zu tun haben und die hier in der Folge noch deutlicher zutage treten werden.
Daß keinerlei objektiv feststellbare Notwendigkeit besteht, das Bewußtsein im Gehirn anzusiedeln, wird des weiteren durch verschiedentlich auftretende Anomalien bekräftigt, bei denen sich das Bewußtsein außerhalb des Körpers zu befinden scheint. Einer meiner Bekannten, der sich eine Kriegsverletzung im linken Frontallappen zugezogen hatte, fand sein Bewußtsein wieder an der Decke des Lazarettsaals, von wo er in gehobener Stimmung auf seinen Körper hinabblickte, der mit bandagiertem Kopf auf dem Feldbett lag.
23 Ich wähle diese Bezeichnung, weil die dem Aristoteles zugeschriebenen Werke ganz eindeutig von mehreren Verfassern stammen.
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Personen, die LSD geschluckt haben, berichten häufig von ähnlichen — sogenannten exosomatischen — Erlebnissen außerhalb des Körpers. Derartige Vorkommnisse haben keinerlei metaphysische Bedeutung, sie zeigen lediglich, daß es vom Zufall abhängen kann, wo wir unser Bewußtsein ansiedeln.
Um einem Irrtum vorzubeugen, sei klargestellt: Im Zustand der Bewußtheit benutze ich fraglos immer bestimmte Teile des Gehirns in meinem Kopf. Das gleiche tue ich jedoch auch, wenn ich Fahrrad fahre, und das Fahrradfahren spielt sich nicht in meinem Kopf ab. Die beiden Fälle liegen natürlich verschieden, weil das Fahrradfahren einen klar bestimmten geographischen Ort hat und das Bewußtsein nicht. Tatsächlich hat das Bewußtsein überhaupt keinen Ort außer dem, den wir ihm in unserer Vorstellung zuweisen.
Ist Bewußtsein überhaupt erforderlich?
Wir wollen noch einmal rekapitulieren, wie weit wir gekommen sind, denn wir haben uns gerade einen Weg durch ein ungeheures Materialdickicht gebahnt und dabei vielleicht mehr Verwirrung als Klarheit gestiftet. Wir haben gesehen, daß das Bewußtsein nicht das ist, wofür wir es im allgemeinen halten. Es ist nicht mit der Reaktionsfähigkeit zu verwechseln. Es ist an vielen Wahrnehmungsvorgängen nicht beteiligt. Es ist nicht beteiligt an der Ausübung von Geschicklichkeiten und stellt oft sogar eine Behinderung für sie dar. Es ist nicht notwendigerweise am Sprechen, Schreiben, Zuhören oder Lesen beteiligt. Es ist keine originalgetreue Aufzeichnung unseres Erlebens, wie die meisten Menschen meinen. Das Bewußtsein spielt beim Signallernen überhaupt keine Rolle und wird auch nicht unbedingt gebraucht für das Erlernen von Geschicklichkeiten und Problemlösungen, das ganz ohne Bewußtsein vonstatten gehen kann. Es ist nicht erforderlich zum Urteilen noch für die einfachen Formen des Denkens. Es ist nicht der Sitz der schlußfolgernden Vernunft, und tatsächlich finden selbst komplizierteste Formen kreativer Vernunfttätigkeit ganz ohne Mitwirkung des Bewußtseins statt. Und das Bewußtsein hat keinen konkreten Sitz außer einem eingebildeten! Da erhebt sich denn unmittelbar die Frage: Existiert das Bewußtsein überhaupt? Auf sie wollen wir jedoch erst im nächsten Kapitel eingehen. An dieser Stelle genügt es, den unabweislichen
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Schluß zu ziehen, daß das Bewußtsein bei den meisten menschlichen Aktivitäten keine ausschlaggebende Rolle spielt. Wenn es richtig ist, was ich bisher gesagt habe, dann ist es auch durchaus möglich, daß zu irgendeiner Zeit einmal Menschen gelebt haben, die sprachen, urteilten, Schlüsse zogen und Probleme lösten, ja die so gut wie alles, was wir tun, zu tun vermochten, die aber nicht das geringste Bewußtsein besaßen.
Dies ist die hochbedeutsame und in mancher Hinsicht verwirrende Vorstellung, die sich uns an diesem Punkt als Schlußfolgerung aufdrängt. In der Tat war dies der Ausgangspunkt all meiner Überlegungen, und ich messe diesem Anfangskapitel große Bedeutung bei, denn falls Sie an diesem Punkt nicht davon überzeugt sind, daß eine Zivilisation ohne Bewußtsein möglich ist, werden Sie die nachfolgenden Ausführungen unglaubhaft und widersinnig finden.
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Mutter Erde. Technik, Reisen und nützliche Naturbetrachtung in Haus und Familie. Verlag von W. Spemann, Berlin, 1899. Zweiter Band, S. 192 - 193 und S. 367 - 369
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G o o g l e
http://www.nernst.de/lamp/nernstlampe_me1899.htm nach dem Stand vom 3. Juli 2005
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Die Nernst-Lampe.
[Von W. Nernst]
Während bei den gewöhnlichen elektrischen Glühlampen ein dünner, in einer luftleeren Glasbirne eingeschlossener Kohlenfaden durch den elektrischen Strom zum Erglühen gebracht wird, kommt bei der Nernstschen Glühlampe ein die Elektricität im allgemeinen nicht leitender Körper zur Anwendung. Neben dem großen wissenschaftlichen Interesse, das diese Glühlampe erregt, kommt auch noch die hohe wirtschaftliche Bedeutung dieser Lampe in Betracht, denn bei gleicher Lichtstärke ist der Stromverbrauch nicht ganz die Hälfte einer gewöhnlichen Kohlenfaden-Glühlampe und die Betriebskosten, auf gleiche Intensität berechnet, sind nicht wesentlich höher als die des Gasglühlichtes. Aus diesem Grunde halten wir es für angebracht, nach dem Vortrage, den Professor Dr. Nernst kürzlich hielt, eine Darstellung des Prinzips der "Nernst-Lampe" zu geben:
"Im Jahre 1877 ließ sich Jablochkoff eine elektrische Lampe patentieren, bei der Plättchen aus Kaolin und ähnlichen Substanzen durch die Funken einer Induktionsrolle erhitzt und hierauf durch den Strom der Rolle im Glühen erhalten wurden. Diese Lampe ist jedoch nie in Gebrauch gekommen und deshalb fast völlig vergessen worden.
Ohne von dem erwähnten Patent Kenntnis zu haben, wurde ich durch rein theoretische Erwägungen zu dem Schlusse geführt, daß mit Kohle oder anderen metallischen Leitern als Glühkörper elektrische Glühlampen von gutem Nutzeffekt nicht herzustellen sind, daß sie aber mit Leitern zweiter Klasse (elektrolytischen Leitern) prinzipiell möglich sein müssen. Es ist ja bekannt, daß jede Lichtquelle neben Lichtstrahlen auch Wärmestrahlen aussendet, welche letzteren jedoch nutzlos Energie verzehren (beim gewöhnlichen Glühlichte ca. 97 pCt., beim Bogenlichte ca. 90 pCt. der hineingesteckten Energie); je höher man die Temperatur der lichtspendenden Substanzen steigern kann, um so günstiger wird das Verhältnis von Licht zu Wärme. Aus praktischen Rücksichten wird man aber die Temperaturen der bisherigen elektrischen Lampen kaum erheblich steigern können und so ist auch auf eine erhebliche Vermehrung des Lichteffekts wenig Aussicht vorhanden.
Sehr viel weiter würde man natürlich kommen, wenn man als Glühkörper Substanzen verwenden könnte, die wenig Wärmestrahlen emittieren, bei denen also die hineingesteckte elektrische Energie möglichst vollständig als Licht erscheint. Daß unter den metallisch leitenden Materialien solche Substanzen nicht zu finden sein werden, scheint mir aus folgender Ueberlegung mit Sicherheit hervorzugehen. Alle undurchsichtigen Stoffe müssen nach einem von Kirchhoff entdeckten und völlig sicheren Naturgesetze viel mehr Wärmestrahlen als Lichtstrahlen aussenden, indem sie das sogenannte normale Spektrum eines schwarzen Körpers liefern; nach der ebenso vortrefflich begründeten elektromagnetischen Lichttheorie müssen andererseits die metallisch leitenden Stoffe undurchsichtig sein.
Eine gewisse Analogie zu unserem Problem bietet die Erzeugung des Lichts in den Gasflammen; so lange Kohlenteilchen, wie früher, ausschließlich die Träger der Lichtemission waren, hatte man stets durch strahlende Wärme empfindliche Verluste und ihr Ersatz durch Substanzen, die kein normales Spektrum liefern, insbesondere durch den Auerschen Strumpf, war daher ein enormer Fortschritt. Das Auerproblem hat mir auch die Anregung zu den Versuchen geboten, die schließlich zur Herstellung der neuen elektrischen Glühlampe führten.
Das Problem blieb aber noch immer bestehen: wie die elektrische Erhitzung von Magnesia und ähnlichen Oxyden möglich ist. Von Funkenbildung abgesehen, vermag selbst hochgespannte Elektricität solche Substanzen wegen ihrer hohen Isolierfähigkeit nicht zu durchdringen und zu erwärmen; "die Benutzung der Funken von großer Spannung, um Streifen von feuerfesten Körpern zur Weißglühhitze zu bringen", wie der Patentanspruch von Jablochkoff lautete, ist für die Praxis fast aussichtslos. Bekannt ist zwar, daß im geschmolzenen Zustande Oxyde und andere Elektrolyte sehr gut leiten, aber es ist ebenfalls aussichtslos, mit geschmolzenen Glühkörpern zu operieren. Aber durch Vorversuche gelang es mir, zu konstatieren, daß Gemische von Oxyden, z. B. von Magnesia und Porzellan, bei hohen Temperaturen überraschend gute Leiter werden.
Die Befürchtung lag dann weiter nahe, daß derselbe Strom, der den Elektrolyt in heller Weißglut erhält, alsbald ihn gleichzeitig durch seine chemische Einwirkung zerstört. Bei Anwendung von Wechselströmen fand ich die Elektrolyse zu geringfügig, um Störungen zu veranlassen, wie dies auch von vornherein zu erwarten war. Schließlich aber glückte es auch, die sehr viel stärkere elektrolysierende Wirkung des Gleichstromes praktisch unschädlich zu machen.
Damit aber sind wir immer noch nicht im stande, eine Lampe mit im kalten Zustande isolierenden Glühkörpern zu bauen, denn auch nach Stromschluß bleibt der Glühkörper als Isolator völlig kalt. Erwärmt man aber gleichzeitig den Glühkörper, so wird er ein wenig leitend, ein schwacher Strom durchfließt ihn, bringt ihn nunmehr auf immer höhere Temperatur, unser Glühkörper wird zu einem ausgezeichneten Leiter und bleibt es, so lange der Strom geschlossen ist. Zur Anregung des Glühkörpers ist also eine Vorwärmung erforderlich und wir konstruieren so durch Kombination eines elektrolytischen Glühkörpers mit einer stets paraten äußeren Wärmequelle eine gebrauchsfertige Lampe. Die völlige Unverbrennlichkeit der Oxyde macht das schützende Vakuum der gewöhnlichen Glühlampe entbehrlich.
Am einfachsten macht sich die Vorwärmung des Glühkörpers mit einem Streichholze. Man erhält so eine zwar billige, aber nicht sehr bequeme Lampe. Ein zweiter Weg besteht in der Kombination des Glühkörpers mit einem elektrischen Heizkörper, der auf geeignete Weise durch den Strom, welcher den Glühkörper durchfließt, ausgeschaltet wird; wir haben so die Automatlampe, die freilich ihr Licht erst 10 - 20 Sekunden nach Stromschluß zu spenden vermag.
Vielleicht könnte man meinen, daß nach den mitgeteilten Betrachtungen und auf Grund der vorgeführten Versuche alle Bedenken beseitigt seien und daß man nunmehr rüstig an die Fabrikation der Lampen gehen könne; ich selber muß gestehen, daß ich vor etwa einem Jahre ebenfalls dieser Meinung war. Ich wußte damals noch nicht, welche Hindernisse zu überwinden sind, ehe ein im Laboratorium leidlich funktionierender Apparat der allgemeinen Benutzung übergeben werden kann; und auch dann, wenn es gelungen ist, die weite Kluft zwischen dem Erfindungsgedanken und seiner wirklichen Ausführung oder, wie man sich in der Regel ausdrückt, zwischen Theorie und Praxis, zu überbrücken, hat man doch noch einen weiten, dornenvollen Weg von der Laboratoriumspraxis bis zur Praxis des täglichen Lebens zurückzulegen."
Prof. Dr. Walt[h]er Nernst.
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Nernst's elektrische Glühlampe.
Wir haben über dieselbe nun schon wiederholt berichtet, ohne daß es uns gelungen wäre, unseren Lesern an Hand einer bildlichen Darstellung ihre Konstruktion und Wirkungsweise erläutern zu können. Wir sind nunmehr dazu in der Lage.
Nach dem Vortrage des Dr. Nernst, Göttingen, Seite 192, Bd. 2, über die von ihm erfundene Glühlampe beruht dieselbe darauf, daß gewisse Oxyde (z. B. Magnesia in vorläufig noch geheim gehaltenen Mischungen mit feuerfestem Thon und dem vom Gasglühstrumpfe her bekannten Thor- und Ceroxyd) in kaltem Zustande die Elektricität nicht leiten und nicht erglühen, wohl aber im erhitzten Zustande, wobei die völlige Unverbrennlichkeit des Glühkörpers den schützenden luftleeren Raum der gewöhnlichen Glühlampe mit Kohlenfaden - die seinerzeit auf der Pariser Ausstellung Epoche machende Erfindung von Edison - entbehrlich macht. In einfachster Weise geschieht die Erwärmung des Nernst'schen Leuchtkörpers mit einem brennenden Streichholz; man erhält zwar so eine billige, aber nicht sehr bequeme Lampe. Nebenstehende Skizze zeigt eine derartige einfache Lampe, die in ihrer äußeren Gestalt einer 10 cm langen Stearinkerze ähnlich sieht, jedoch beim Glühen des Fadens a die 25 fache Lichtmenge ausstrahlt. Das Glühstäbchen a ist an feinen Platindrähtchen c befestigt, diese an Kupferdrähte b angelötet, die aus Oeffnungen des Mattglaskörpers g herausragen. Die Kupferdrähte b stehen mit den messingnen, durch den Thonkörper f isolierten Kontakten e in Verbindung. Die Dicke und Länge des Stäbchens a ist der Spannung angepaßt, wie sie in den städtischen Centralen üblich ist. Beispielsweise muß für 220 Volt Spannung das Stäbchen etwa ¼ mm dick und 17 mm lang sein, um eine Beleuchtung von 25 Kerzen zu liefern. Diese Lampe läßt sich übrigens wie eine Kerze ausblasen. Durch einen kräftigen Luftstrom wird das Stäbchen soweit abgekühlt, daß es zum Isolator wird und so lange keinen Strom mehr leitet, bis wieder eine äußere Erhitzung auf Rotglut stattfindet. Ist der Glühkörper a zum Schutze gegen Bruch mit einer Glasglocke umgeben, so wird er durch eine an der untersten Stelle der Glocke angebrachte Oeffnung mit einem Spirituszünder erhitzt. Solche Lampen sind für viele Zwecke ausreichend und sehr billig, gestatten den Leuchtkörper, wenn er versagt, einfach gegen einen neuen auszuwechseln unter Wiederbenutzung von Sockel und Glocke, aber die Lampen können nicht immer so bequem angebracht werden, daß das Anzünden von außen möglich ist, und das Anregen mit einer Flamme ist etwas umständlich.
Am vorteilhaftesten sind die Lampen mit selbständiger Zündung sowohl mit feststehendem, als auch mit beweglichem Leuchtkörper, bei denen der elektrische Strom einen feinen, auf ein Porzellanröhrchen gewickelten Platindraht, dicht bei dem Leuchtkörper a angebracht, ins Glühen versetzt und dadurch den letzteren so weit erhitzt (etwa auf 700 Grad C.), bis er genügend leitend ist und durch den nun hindurchgehenden Strom im Nu auf blendende Weißglut gebracht wird. Mit dem Leuchtkörper ist ein Elektromagnet in Reihe geschaltet, der, sobald er durch den Strom des Leuchtkörpers a magnetisiert wird, durch Anziehen seines Ankers den Stromkreis des Heizkörpers öffnet. Der ganze Mechanismus kann im Lampensockel selbst angebracht werden. Der Anschaffungspreis einer solchen Lampe erhöht sich allerdings gegen eine solche ohne Selbstzündung durch den selbstthätigen, elektromagnetischen Ausschalter und durch den Heizkörper. Für jenen ist die gleiche Gebrauchsdauer wie für eine Lampenfassung anzunehmen, für letzteren läßt sich eine Gebrauchsdauer nicht garantieren, hat jedoch nach dem Unbrauchbarwerden noch etwa zwei Drittel seines Wertes.
Die von der Stromzufuhr abhängige Lebensdauer kann an 300 Stunden betragen, wenn die Spannungsschwankungen das normale Maß nicht übersteigen. Der Energieverbrauch ist zur Zeit auf 1½ - 1¾ Watt für eine Kerze festgesetzt, also etwa nur die Hälfte des Verbrauchs der bisher üblichen Vakuumglühlampen, und werden die Lampen zunächst für 25, 50 und 100 Kerzen und für Spannungen von 110 und 220 Volt fabrikmäßig hergestellt werden. Sie können mit Wechselstrom und Gleichstrom betrieben werden. Daß bei Gleichstrom in dem Glühkörper a wie in jedem Leiter zweiter Klasse eine elektrolytische Zersetzung, also z. B. Ausscheidung von metallischem Magnesium am kathodischen Platindrähtchen, Sauerstoffentwicklung am anodischen, stattfindet, ist zweifellos, aber sie läßt sich nicht beobachten, weil die Lampe in freier Luft brennt, worin glühendes Magnesium augenblicklich wieder in Magnesia verwandelt würde. Daß nun auch keine merkliche Anhäufung von Magnesia an dem einen Drähtchen stattfindet, sondern das Stäbchen seine ursprünglichen Mischungsverhältnisse bewahrt, erklärt Professor Nernst durch die Rückwärtsdiffusion, die naturgemäß bei den ungeheuren Temperaturen viel lebhafter verläuft, als es in kalten oder nur rotglühenden Elektrolyten beobachtet werden kann.
Das Licht, welches solche Lampen ausstrahlen, ist der Farbe nach dem Tageslicht sehr ähnlich, zeigt allerdings nicht die warmen gelben Farbentöne des Kohlenglühlichts, ist dafür aber ebenso frei vom Violett der Bogenlampe und dem Grün der Auerlampe. Nach Generaldirektor Rathenau wird sich die Nernstlampe an die Stelle des Glühlichtes und des Bogenlichtes setzen. Ihr Platz wird in der Mitte zwischen beiden sein, und sie wird sich zum Kohlenglühlicht etwa so verhalten, wie die Auerlampe zum alten Gaslicht. Wir stehen, wie damals in Paris, an der Wiege einer neuen Beleuchtungsart, welche berufen sein dürfte, nicht länger Vorrecht der Begüterten zu sein, sondern auch in die Hütten und Werkstätten Minderbegüterter einzudringen und den Wettbewerb mit untergeordneten Beleuchtungsmitteln auch in wirtschaftlicher Hinsicht erfolgreich zu bestehen. Besonderes Verdienst, die Lampe für den praktischen Gebrauch dienstbar zu machen, gebührt dem Oberingenieur der Allg. Elektricitätsgesellschaft Bußmann in Gemeinschaft mit Dr. Ochs und Dr. Salomon.
Die Fabrikation ist bereits im kleinen Maßstabe begonnen und wird noch im Laufe des Sommers in einem neuen Fabrikgebäude auch im großen aufgenommen werden. Der Patentanspruch von Nernst lautet, wie bereits mitgeteilt, auf ein Verfahren zur Erzeugung von elektrischem Licht mittels Stäbchen, Röhrchen oder dgl. aus solchen Leitungen zweiter Klasse, welche die Eigenschaft haben, bei gewöhnlicher Temperatur fast völlig zu isolieren, bei hoher Temperatur aber gut zu leiten, dadurch gekennzeichnet, daß man den Durchgang eines Stromes durch eine Vorwärmung des Leuchtkörpers in seiner ganzen Ausdehnung durch eine vom Leuchtkörper und seinen Elektroden getrennte Heizvorrichtung einleitet und alsdann den Leiter durch den Strom glühend und leuchtend macht. Die Allg. Elektricitätsgesellschaft, welche die in allen Staaten zum Patent angemeldete Erfindung für Europa, einschließlich Großbritannien und Irland, aber ausschließlich Oesterreich-Ungarn, Italien und der Balkanstaaten erworben hat, hat bereits 14 deutsche und 100 außerdeutsche Patente angemeldet.
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Walther Nernst homepage
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Revised 2003-02-11
http://www.philos-website.de/index_c2.htm Allah Christus omega mammon bis zynismus